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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Autor:
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DHoffmann
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erstellt am:
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08.07.2008 15:49
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RSW Blog |
Diese Woche haben wir außerdem genutzt, unser klasseneigenes Buch zu „Pezzettino“ fertig zu stellen. Da in der letzten Woche einige Kinder krank waren und ihren Text deshalb noch gar nicht oder nur teilweise geschrieben, nutzten wir die vergangenen Tage, dies nachzuholen. Ich werde unser Buch nun binden, damit wir es in der kommenden Woche gemeinsam als Klassenlektüre lesen können.
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Freitags habe ich in meiner Klasse das Glück einer Doppelbesetzung, d.h. ich bin zusammen mit einer Kollegin in meiner Klasse.Diese Stunde habe ich heute genutzt und die ersten Kinder mit meiner Kollegin in das Leseparadies, unsere Schulbücherei, geschickt. Ich hatte mich dort zuvor umgesehen und nach Büchern geguckt, die von der Lesestufe und vom Inhalt gut zu meinen Kindern passen und zahlreiche gefunden. (Da ich selbst noch nicht so lange an der Schule bin, hatte ich dies zwar vermutet, war mir aber nicht ganz sicher…)Die Kinder, die heute das erste Mal ins Leseparadies gegangen sind, haben mittlerweile schon viele der in der Klasse befindlichen Lesematerialien genutzt und brauchten jetzt einfach neues „Futter“. Ich habe mich entschieden, meine Klasse sukzessiv in die Schulbücherei einzuführen. Zum einen haben alle Kinder so mehr Ruhe, wenn sie sich dort nach Büchern umschauen und zum anderen denke ich, dass auf die Weise für jeden der richtige Zeitpunkt gefunden werden kann, zu dem er dann auch tatsächlich...
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Wir haben jeden Tag Sprache auf unserem Tagesplan. Dazu gehört die Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass, das Bild-Wort-Heft, das Freie Schreiben (Montags- und Lonigeschichte, zeitweise weitere Schreibanlässe wie z.B. Post an Ela oder ein Bilderbuch) und die Arbeit am Lesepass. Ich versuche, möglichst jeden Tag am Hör-, Schreib- und Seh-Pass zu arbeite, da es mir wichtig ist, dass die Kinder mit der Erarbeitung der Buchstaben gut vorankommen. An Tagen mit Montagskreis oder Lonigeschichte ist das manchmal gar nicht so einfach.An zwei Tagen in der Woche dürfen meine Schüler wählen, ob sie weiter am Hör-, Schreib- und Seh-Pass arbeiten oder lieber ihren Lesepass herausholen.Momentan ist der Lesepass bei diesen „Wahlen“ meist der Gewinner und meine Kinder sitzen lesend auf ihren Plätzen.Nur zwei Leser entschieden sich kürzlich für den HSSP und kommentierten ihre Wahl mit den Worten: „Heute mach ich lieber Hör-, Schreib- und Seh-Pass, dann bin ich mit dem B endlich fertig!“Ich bin gespannt, ob diese Entscheidungstendenz...
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Mittlerweile habe ich viele Leser in meiner Klasse und heute sind in der Freien Arbeit weitere fünf dazu gekommen. Ich begann zunächst wieder mit den Lesedosen: Zum einen sind hier die Wörter wirklich auf einzelne Wörter beschränkt, die Lesedosen beginnen mit sehr einfachen Lesewörtern und zum anderen sind die Materialien, denen die Wortkarten zugeordnet werden, auch ästhetisch sehr schön und haben dadurch noch einmal mehr Aufforderungscharakter. Den Umgang und die Handhabung des Materials musste ich keinem Kind mehr erklären, viele hatten sich dies schon von ihren Mitschülern „abgeguckt“ und wussten gut Bescheid. Gemeinsam übten wir das Zusammenschleifen der einzelnen Laute. Das ist oft keine leichte Aufgabe: Einen Buchstaben so lang anzuhalten bis der nächste beginnt und dies ein ganzes Wort lang durchzuhalten, fällt am Anfang schwer. So kann es passieren, dass ein Kind zwar alle Laute eines Wortes richtig benennt, den Inhalt des Wortes aber nicht erfasst, weil das Wort nur in seinen Einzellauten erkannt und...
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Die neue Woche begann wie immer mit dem Montagskreis und dem Schreiben in die Eigenfibel. Diese Reihenfolge ist mittlerweile schon ganz selbstverständlich, sodass ich im Grunde genommen schon gar nicht mehr viel sagen muss: Nach dem gemeinsamen „Lesen“ des Tagesplans – mittlerweile lese ich ihn nicht mehr vor, sondern ein Schüler übernimmt diese Aufgabe – setzten wir uns in den Kreis, der Raki geht und jedes Kind erzählt von seinem Wochenende. Auch die Gesprächsregeln, an die ich zu Beginn immer noch einmal erinnere, sind von den Kindern schon viel mehr verinnerlicht und sie fragen untereinander nach und bekommen dann genauere Auskunft.
Danach folgt das Schreiben in die Eigenfibel.
Auch wenn in diesem Ablauf sehr viel einfach „beim Alten“ geblieben ist, stelle ich bei...
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Heute haben wir die Texte zu unseren eigenen Buchseiten verfasst. Wir wiederholten noch einmal die Geschichte, um sicher zu stellen, dass allen die immer wiederkehrende Textstruktur des Buches bekannt war, denn diese sollte auch in unserem Buch auftauchen.
Meine Schüler freuten sich schon sehr auf diese Arbeit. So hörte ich schon vor Schulbeginn, wie ein Mädchen mit Blick auf den Tagesplan sagte: „Jaaaa! Heute schreiben wir endlich die Texte zu Pezzettino!“
Nach dem gemeinsamen Einstieg im Theaterkreis vor der Tafel schickte ich meine Schüler in die Arbeit. Wer noch nicht wusste, was er zu seinem Bild schreiben könnte, blieb noch einen Moment bei mir im Kreis und wir überlegten gemeinsam. So waren schließlich alle Kinder für die Arbeitsphase gut vorbereitet und meine 23 Kinder schrieben sehr konzentriert an ihren Texten. ...
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Heute war wieder Lonitag und wie jeden Donnerstag wurde die Geschichte schon heiß erwartet. Meine Klasse hörte, ebenfalls wie immer, gespannt zu.
Trotzdem schrieben manche Kinder relativ wenig zu der Geschichte. Das ist grundsätzlich nicht tragisch, doch mir fiel es im Vergleich zu den Texten auf, die diese Kinder zu anderen Anlässen verfassen: Beim Briefeschreiben an Ela und auch – hier greife ich einmal vor – beim Verfassen der Texte zu Pezzettino.
Ich vermute, dass es am Schreibanlass liegt. Die Lonigeschichten sprechen meine Klasse zwar an, doch möglicherweise bieten sie einigen Schülern nicht genügend Freiraum, eigene Texte zu verfassen. Die Briefe an Ela dagegen und die Erlebnisse Pezzettinos sind sehr viel offener gehalten und geben damit sehr viel mehr Spielraum, sich etwas Eigenes zu überlegen: Während die...
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Bevor heute mit der künstlerisch-praktischen Arbeit an den Bilderbuchseiten zu unserem klasseneigenen Buch begonnen wurde, riefen wir uns noch einmal die Geschichte von Pezzettino ins Gedächtnis. Dafür habe ich alle Seiten des Buches ohne Text kopiert, aufgeklebt und laminiert. Unglücklicherweise, so erklärte ich den Kindern, hatte das Schulgespenst in der Nacht alle Seiten durcheinander gebracht, sodass die Geschichte gar nicht mehr stimmte. Nun brauchte ich unbedingt ihre Hilfe, um alles wieder richtig zu ordnen. Gemeinsam erzählten wir uns so Pezzettinos Abenteuer und hingen die Bilder dabei in der richtigen Reihenfolge an die Tafel.
Nun sollten sich meine Schüler eigene Figuren ausdenken, die Pezzettino auf seinem Weg treffen konnte. Zunächst sammelten wir gemeinsam Ideen, bevor jedes Kind ein...
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Diese Woche haben wir zum ersten Mal gemeinsam ein Bilderbuch gelesen und daran gearbeitet: „Pezzettino“ von Leo Lionni.In diesem Buch sucht eine kleine Gestalt in Form eines Würfels (Quadrates) nach seiner Identität und trifft auf diesem Weg verschiedene Gestalten, die stets aus einzelnen Würfelbausteinen zusammengesetzt sind: • Der, der stark ist, nimmt eine große Fläche ein und ist aus einer Menge Würfeln zusammengebaut.• Der, der rennt, hat auffällig lange Beine.• Der, der schwimmt, sieht aus wie ein Fisch und ist in Blau-Grün-Tönen gestaltet.• …Pezzetino fragt jeden, den er trifft, ob er vielleicht ein Teil von ihm ist. Doch alle verneinen diese Frage. Schließlich stellt sich heraus, dass er so, wie er ist, ganz und gar fertig und einfach er selbst ist. Als Pezzettino das erkennt, ist er glücklich und zufrieden, beendet seine Suche und kehrt zu seinen Freunden zurück.Gerade zu Beginn der Schuleingangsphase bietet sich das Buch „Pezzettino“ an. Die gerade eingeschulten Kinder suchen noch ihren Platz in der...
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Montags haben alle Schüler unserer Schule fünf Stunden. Wie immer habe ich am Wochenende den Unterricht für die kommenden Tage geplant. Montags heißt das für mich: die ersten beiden Stunden in meiner Klasse, dann eine Stunde Musik in einem dritten Schuljahr – meine Kinder haben dann Sport –, danach gebe ich noch einmal zwei Stunden in meiner Klasse. Ich habe alle diese Stunden vorbereitet.Heute Morgen habe ich, wie immer, den Tagesplan in meiner Klasse an die Tafel geschrieben – dabei allerdings vergessen, dass wir in der dritten Stunde gar nicht zusammen Unterricht haben. Ich wollte in dieser Stunde am HSSP weiterarbeiten lassen. Zwar wunderte ich mich etwas, an diesem Tag „plötzlich“ so viel Zeit zu haben und den Montagskreis, das Schreiben in die Eigenfibel und den HSSP unterzubringen, aber ich freute mich auch, so viel zu schaffen.Dann kamen die Kinder, alles lief seinen gewohnten Gang. Auf einmal stand ein Mädchen neben mir und fragte: „Frau Hoffmann, warum haben wir denn heute kein Sport nach der Pause?“...
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Heute gebrauchten wir zum ersten Mal Schrift und Schreiben außerhalb des Faches Deutsch für einen unterrichtlichen Zweck.
Momentan besprechen wir im Sachunterricht, passend zur Jahreszeit, das Thema Herbst. Den Einstieg gestalteten wir in der Klasse mit einer „Gedankenlandkarte“. Diesen schönen Begriff brachte eine meiner Kolleginnen ein, um für das Mind Map einen kindgerechten Ausdruck zu finden. Ihre Idee des Einstiegs in das Thema gefiel mir so gut, dass ich auch in meiner Klasse so mit dem Thema begann.
Die Kinder arbeiteten in fünf Gruppen zusammen und hatten die Aufgabe, um das Wort Herbst, das in der Mitte eines Pappplakates stand, ihre Gedanken und Assoziationen zum Thema festzuhalten. Es stand ihnen dabei frei, zu malen oder zu schreiben.
Für mich war es sehr interessant...
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Die heutige HSSP-Stunde begann wie immer mit der Fünf-Minuten-Sprache. Dieser Einstieg hat sich für mich sehr bewährt.Neben dem Aspekt des Warming-Ups für die Kinder gibt diese gemeinsame Arbeitsphase im Fach Deutsch mir Gelegenheit, Kompetenzen der Kinder in zügiger Weise abzurufen und zu überprüfen: Kann ein Kind einen Anlaut bestimmen? Kann es verschiedene Anlauten bestimmen oder nur einigen? Hört ein Kind auch schon einen In- und/oder einen Auslaut? Die gemeinsamen Schreib- und Leseübungen demonstrieren den Kindern darüber hinaus das Zusammenschleifen einzelner Laute, beim Schreiben eines Wortes mache ich ihnen das deutliche Mitsprechen vor.Bevor die Kinder im Anschluss an diese Arbeitsphase mit der Arbeit am HSSP beginnen konnten, thematisierte ich noch einmal die Bedeutung der kleinen Pfeile und Zahlen in den Hohlbuchstaben, die die Schreibrichtung angeben.Zwar hatten wir darüber schon mehrmals gesprochen und den Umgang damit sowohl an der Tafel, als auch bei den ersten, gemeinsam bearbeiteten Buchstaben...
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Heute hatten wir wieder Freie Arbeit. Auch diese Arbeitsform ist meinen Schülern immer noch sehr geläufig. Ich habe mit einigen Kindern gearbeitet und dabei weitere Leser „entdeckt“. Drei Mädchen sind nun dazu gekommen und ich vermute noch weitere Kinder. Mit all diesen werde ich nun mit dem Lesepass beginnen, den ich in den Ferien für alle fertig gestellt habe.Nach ersten Übungen an meinen Lesedosen haben „meine“ Leser auch schon Lesehausaufgaben bekommen, über die sie sich sehr freuten und auf die sie selbstverständlich sehr stolz waren. Allerdings habe ich es noch freigestellt, eine Lesehausaufgabe zu bekommen; wer dies noch nicht wollte, musste es nicht. Es soll gerade am Anfang des Lesens kein Druck entstehen. Wenn die Kinder immer wieder Leseangebote bekommen und diese wahrnehmen können, wenn sie sich dazu bereit fühlen, werden sie sehr viel eher Leselust und –motivation aufbauen, als wenn ich ihnen vorschreibe, zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas bestimmtes zu lesen.Als Lesehausaufgaben habe ich die ersten...
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Offensichtlich haben meine Schüler die Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass schon sehr erwartet. Bereits am Montag sagte eine Schülerin: „Wenn wir heute am Hör-, Schreib- und Seh-Pass arbeiten, mache ich am „O“ weiter.“Wie auch vor den Ferien beginnen wir mit „5-Minuten-Sprache“: den Anlautrap sprechen, Anlaute bestimmen, Silben klatschen, gemeinsames Lesen und Schreiben an der Tafel, einige Übungen mit der Lautkartei.Dann beginnt die Arbeit mit dem Pass.Die meisten Kinder wissen noch, woran sie gearbeitet haben. Allerdings fällt es vielen heute schwieriger, ihre Arbeit selbständig zu protokollieren und das richtige Smily in ihrem Pass abzukreuzen. Das war schon vor den Ferien nicht immer einfach und jetzt, nach zwei Wochen Pause, muss man erst einmal wieder in diese Organisation hineinfinden. Ich hatte ähnliches schon vermutet und deshalb vorher noch einmal an unserem HSSP-Plakat mit der Klasse besprochen, welche Arbeit für welches Smily steht.Trotzdem wird heute viel gefragt.Die Arbeit an sich läuft aber gut....
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Für mich war der erste Tag nach den Herbstferien wieder ein bisschen aufregend: Es ist, natürlich, nicht so stark wie zu Beginn des Schuljahres, trotzdem merke ich, dass ich auch dieses Mal denke: „Mal sehen, wie alles so klappt.“ Ich bin gespannt, wie meine Kinder nach zwei Wochen zurückkommen, was sie von ihren ersten Schulwochen vor den Ferien noch behalten haben und wie sie arbeiten.Schon als ich den Flur entlang kam, sah ich schon einige Kinder meiner Klasse auf dem Flur und als sie mich erkannten, winkten sie mir entgegen. Irgendwie ließ schon in dem Moment meine Anspannung schon etwas nach.Dann waren wir wieder alle zusammen und ich stellte fest: „Alle Kinder freuen sich, wieder in der Schule zu sein!“Wir begannen wie immer mit unserem Guten-Morgen-Lied, besprachen den Tagesplan und änderten das Datum. Diese, vor den Ferien täglich beibehaltene Routine ist meinen Schülern immer noch geläufig, wir sind schnell wieder angekommen.Schließlich wechseln wir in den Sitzkreis auf dem Teppich. Dieses Mal darf jeder...
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Seit Montag gehen wir wieder in die Schule. Nach den zwei ersten Karten, die schon in den Ferien in meinem Fach lagen, sind heute noch fünf weitere dort angekommen. Ich freue mich sehr über diese Zeilen meiner Kinder. Sie sind allesamt wertvoll für mich und es rührt mich an zu sehen, wie ernst meine Klasse die Geschichte um und mit Ela, Lea und Raki nimmt. Außerdem erkenne ich die Arbeit, Mühe und Anstrengung, mit der die Texte entstanden sind. Ich werde alle Karten und Briefe in der Klasse vorlesen und aufhängen, damit meine Schüler „ihre“ Post auch selbst betrachten können, bevor wir sie unserem Postboten Raki mitgeben.
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Die ersten Ferien als Klassenlehrerin…
Die erste Woche gehörte hauptsächlich mir: Erholung und Abschalten, das war mein Plan und der hat auch eigentlich ganz gut geklappt.
Die zweite Woche stand nun schon wieder mehr im Zeichen der Schule und den Vorbereitungen für die nächsten Wochen: Treffen mit Kollegen, planen der kommenden Unterrichteseinheiten, besprechen von Organisatorischem, vorbereiten der Lesepässe für die ganze Klasse, suchen und herstellen von weiterem Lesematerial und Freiarbeitsmaterial…
Als ich zu Beginn dieser Woche das erste Mal wieder in der Schule war, fand ich in meinem Fach Post.
Zwei Kinder hatten schon aus ihrem Urlaub an Raki und Ela geschrieben. Meine kleine Geschichte vor den Ferien scheint gut angekommen und für meine Kinder überzeugend gewesen zu sein! Mittlerweile ist noch weitere Post in meinem Fach gelandet. Nun bin ich gespannt, ob morgen noch mehr angekommen ist!...
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Heute war der letzte Schultag vor den Herbstferien und der Rabe Raki war wieder weg. Als sein Verschwinden auffiel, begannen die wildesten Spekulationen: „Er hat vielleicht gedacht, wir hätten schon Ferien und ist heute einfach nicht mehr gekommen!“, „Vielleicht ist er bei Ela!“, „Raki hat bestimmt verschlafen!“. Manche Kinder machten sich auch ein bisschen Sorgen: „Wenn Raki gar nicht weiß, dass heute die Ferien anfangen und er morgen wiederkommt, erschreckt er sich sicher, weil niemand da ist!“. Wir befragten Lea über das Verschwinden des kleinen Raben, doch auch sie hatte keine Ahnung, wohin Raki verschwunden war. Viele Kinder schauten aus dem Fenster, manche riefen sogar in der Pause nach dem Vogel und wieder andere meinten, ihn in den Bäumen auf dem Schulhof gesehen zu haben. „Vielleicht kommt er ja noch in der Fünf-Minuten-Pause“, hofften wir.Und so war es dann auch. Nach der Fünf-Minuten-Pause war Raki wieder da und er hatte einen Brief im Schnabel.Wir warteten ja schon seit einiger Zeit auf eine Antwort...
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Der Lonitag wird von meinen Schülern immer heiß erwartet, meistens sind sie etwas traurig, wenn die Geschichte für die Woche zu Ende ist und ich nicht weiter lesen kann.Es ist beachtlich, wie viele Kinder mittlerweile schon recht ausführlich zu der Geschichte schreiben und selbständig ganze Zusammenhänge in ihrer Eigenfibel festhalten. Nur vereinzelt kommen Fragen, wie ein Wort weitergeht. Ich gebe immer den Rat, das Wort noch einmal zu sprechen und hocke mich neben die Kinder. Meistens reicht das schon und meine Schüler können gut alleine weiter schreibenBeinahe alle Kinder schreiben mindestens ein Wort auf.Ich habe auch wieder mit der Schülerin gearbeitet, die noch vor zwei Wochen der Mut verließ, als sie vom Wochenende schreiben wollte. Jetzt kann sie sich schon besser Wörter vorsprechen und zeigt auch zunehmend mehr Geduld im Abhören. Sicherlich trägt auch meine Anwesenheit direkt neben ihr dazu bei, doch darauf kommt es ja gar nicht an. Wichtig ist, dass sie immer wieder von neuem beginnt, ein Wort zu sprechen...
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Meine Kollegen und ich entschieden, erst zum Elternsprechtag hin mit der gesamten Klasse den Bild-Wort-Test durchzuführen, ich mache ihn nur mit einigen Schülern schon jetzt (siehe Eintrag „5. und 6. Schulwoche: Erster Bild-Wort-Test). Da wir jedoch alle viele Übungen zum Bestimmen des Anlautes in den letzten Wochen gemacht hatten, wollten wir dieses Können auch in irgendeiner Weise festhalten.Eine Kollegin hatte noch ein Arbeitsblatt, das sie Buchstaben-Diktat nennt, obwohl ich den Titel etwas irreführend finde. Auf dem Blatt sind verschiedene Tiere untereinander abgebildet. Neben jedem Tier findet man in einer Reihe mehrere Buchstaben aufgelistet, von denen einer der Anlaut des Tiernamens ist. Ich benannte nacheinander die einzelnen Tiere und meine Schüler mussten nun den passenden Anlaut einkreisen.Auch bei diesem Test traten insgesamt kaum Schwierigkeiten auf: Der Großteil der Klasse konnte alle Anlaute richtig bestimmen, drei Kinder hatten bei einem bzw. bei zwei Anlauten etwas Probleme und nur sehr wenige...
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Ich habe mit meiner Klasse den Test zur visuellen Diskriminierung durchgeführt. Zwar hatte unsere Sozialpädagogin in den vergangenen Wochen auch ähnliche Tests in meiner Klasse gemacht, doch mir war es wichtig, derartige Unterlagen auch bei mir zu haben.Ich rechnete nicht mit großen Schwierigkeiten, da schon die Übungen zum Sehen im Rahmen des Hör-, Schreib- und Seh-Passes bei allen Kindern recht problemlos gelaufen waren.Meine Einschätzung bestätigte sich. Schon während des Tests merkte ich bei der Beobachtung der Kinder, dass sie die Aufgaben gut lösen konnten, beim Nachschauen wurde dieser Eindruck noch bestätigt.Allerdings bemerkte ich einen Unterschied zwischen dem Wieder erkennen einzelner Formen im oberen Teil des Tests und dem Wieder erkennen von Buchstaben im unteren Teil: Während oben kaum ein Schüler Zeichen übersah oder falsche Symbole ankreuzte, wurden unten bestimmte Buchstaben schneller verwechselt – statt „b“ kreuzten sie „d“ oder „p“ an, statt „u“ kreuzten manche Kinder „n“ an, doch dies sind...
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Ich habe in dieser Woche mit zwei weiteren Kindern den Bild-Wort-Test gemacht, die mir beim Freien Schreiben und bei der Arbeit im Bild-Wort-Heft durch ihr sehr lautgetreues Schreiben und das langsame „Erwachen“ ihrer Lesekompetenz aufgefallen waren. Wie beim letzten Mal fand ich es auch hier sehr wichtig, diesen Lernstand schon jetzt festzuhalten und zu dokumentieren. Die Auswertung des Tests zeigte im Säulendiagramm den beachtlichen Leistungsstand deutlich und führte mir bildlich die schon jetzt so weit entwickelte Kompetenz der Kinder vor Augen. (Nicht dass es mir zuvor nicht bewusst gewesen sei, doch sieht man die vielen Säulen nebeneinander weit nach oben reichen, hat man einfach noch einmal alles gut im Blick…)
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Ich habe sieben Lesedosen, die meine drei neuen Leser mit ihrer Begeisterung für das Lesen sehr schnell durchgearbeitet hatten. Zunächst schlug ich vor, eine oder zwei Lesedosen noch einmal zu machen, doch dieser Vorschlag wurde strikt abgelehnt: „Ich weiß doch jetzt, was da steht, das brauche ich doch nicht noch einmal zu lesen!“ Also bot ich neues Material an: Zu Beginn gab ich meinen Schülern meine Buchstaben-Lesehefte: Ich habe diese Hefte zu jedem Buchstaben, auf jeder Seite steht jeweils ein Wort, das mit dem Buchstaben des Heftes beginnt.Dann stellte ich meinen Kindern „Graf Ortho´s Lesetruhe“ vor. Alle drei begannen mit einem roten Heft. Ein Junge kam nach dem Lesen des ersten Heftes zu mir und sagte: „Da stand dreimal „Salami“ drin.“ Dann ging er zum Schrank und holte sich ein nächstes Heft, die anderen taten es ihm nach. Seit dem tauschen sie ein gelesenes Buch immer sofort gegen ein neues aus und können gar nicht genug bekommen. So bot ich meinen drei neuen Lesern an, sich ein Heft mit nach Hause zu...
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In den letzten Tagen waren mir im Unterricht immer wieder drei Kinder aufgefallen, die Schrift und Geschriebenes langsam anders anschauten: Sie betrachteten ein Wort sehr lange und ausdauernd und begannen, vereinzelt die Lippen zu bewegen.Besonders beim gemeinsamen Lesen im Rahmen der „5-Minuten-Sprache“ waren sie sehr schnell im Zusammenziehen der einzelnen Laute – dann ging immer ein richtiges Leuchten über ihr Gesicht! Das war sehr schön zu sehen und mitzuerleben!Also nahm ich mir vor, in der Freien Arbeit diese Kinder in die Arbeit mit den Lesedosen einzuführen. In diesen Dosen sind verschiedene Gegenstände und Wortkarten. Die Kinder erlesen die Wörter und ordnen sie den entsprechenden Gegenständen zu. Meine Lesedosen gibt es zu unterschiedlichen Themen: Gemüse, Obst, Schule, Familie, Süßigkeiten…Ich forderte meine Schüler auf, ihr Anlautlineal auf den Tisch zu legen, dann begannen wir gemeinsam mit dem ersten Wort. Dabei war meine Hilfe allerdings nicht lange notwendig, meine Schüler konnten schnell selbständig...
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Die Lonigeschichte wird von meinen Schülern schon immer sehr erwartet und sie freuen sich immer sehr, wenn ihnen durch einen Blick auf den Tagesplan bewusst wird, dass schon wieder „Lonitag“ ist.
So hörten sie auch heute die Geschichte von der kleinen weißen Ente, ihrem Freund, dem Hasen Lino, und dem Zwerg Otto mit Spannung. Manche Kinder bedauerten, dass die Geschichte nicht noch weiter ging und sie sich jetzt erst einmal eine Woche gedulden müssen, um zu erfahren, wie es den drei Gefährten weiter ergeht.
Insgesamt verlief der Lonitag wie immer: Ich las die Geschichte vor, die Kinder hörten gespannt zu, anschließend schrieben und malten alle in ihre Eigenfibel.
Doch was mir sehr wichtig zu berichten scheint, ist folgendes:
Ich habe in der letzten Woche unter dem Titel „Montagskreis, Eigenfibel...
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Heute war in unserer Schule „Tag der offenen Tür“. Alle Interessierten konnten sich unsere Schule ansehen und in den Klassen im Unterricht zuschauen, deren Klassenzimmertür offen stand.So hatten auch wir viel Besuch.Ich hatte für diesen Tag nur Arbeiten geplant, bei denen meine Kinder sehr selbständig arbeiten können, um so auch Zeit zu haben, mögliche Fragen von Besuchern beantworten zu können – viele dieser Arbeiten hätten aber sowieso auf dem Tagesplan gestanden.In der zweiten Stunde hatten wir also eine Rechtschreibwerkstattstunde. Die Arbeit hier klappt immer besser, meine Schüler können immer selbständiger ihre Arbeiten erledigen und finden sich auch zunehmend besser im Hör-, Schreib- und Seh-Pass zurecht.Unter den Besuchern waren auch Eltern von Kindern aus meiner Klasse, die ihren jüngeren Kindern die Schule zeigen wollten, da sie im nächsten Jahr eingeschult werden.„Die Kinder arbeiten wirklich sehr ruhig!“, war ihr Kommentar zur Arbeit in der Rechtschreibstunde.Ich empfand so etwas wie Stolz.Zu Beginn...
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Nach diesem Erfolg in der Freien Arbeit – und vor allem auch in deren Reflexion (siehe oben) – entschied ich mich, in der nächsten Rechtschreibstunde bei meiner Leserin den Lesepass einzuführen. Der öffentliche Bericht über ihre Lesearbeit vor der Klasse war für mich eine Bejahung dieser Kompetenz. Ich hatte den Eindruck, dass sie jetzt eher bereit sein würde, etwas anderes als ihre Mitschüler zu tun.(Sicherlich kommt unterstützend hinzu, dass sich meine Schüler immer mehr daran gewöhnen, dass gleichzeitig sehr viele, auch unterschiedliche Arbeits- und Lernprozesse parallel zueinander laufen und gleichzeitig in der Klasse passieren können. Sie erleben dies in der Freien Arbeit, sie lernten diese Situation in einem Geometriestationenlauf kennen und sahen, dass auch in den Rechtschreibwerkstattstunden die Aktivitäten und Lernprozesse immer verschiedener werden…)Als alle Kinder meiner Klasse gut in die Arbeit mit dem Hör-, Schreib- und Seh-Pass eingestiegen waren, begann ich, ihr den Lesepass und das dazugehörige...
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Durch eine schulinterne, ganztätige Lehrerkonferenz kamen die Schüler unserer Schule in dieser Woche zu einem verlängerten Wochenende und hatten Montag frei. Damit fiel der Montagskreis aus. Ich überlegte zunächst, ihn kurzerhand in einen Dienstags-Erzählkreis umzuwandeln, doch das hätte bedeutet, dienstags die Freie Arbeit ausfallen zu lassen – beides hätte zeitlich schwer in den Tagesplan gepasst – und damit wäre meine Klasse sicher nicht einverstanden gewesen…Alle Kinder fanden schnell eine Arbeit, sie denken dabei auch zunehmend mehr an leises Sprechen und einen ebensolchen Umgang mit dem Material, sodass sich langsam eine ruhige Arbeitsatmosphäre entwickelt.In dieser Phase des Unterrichts habe ich Zeit, mich mit einzelnen Kindern oder Kleingruppen zusammen zu setzen, zu arbeiten und neues Material einzuführen.Heute fragte ich die „erste Leserin“ unserer Klasse, ob ich ihr etwas zeigen sollte. Sie kam neugierig mit.In der letzten Zeit hatte sie einige Leseröllchen und manche meiner kleinen Buchstaben-Lesehefte...
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Mittlerweile habe ich mit einer Schülerin schon den Bild-Wort-Test gemacht. Ich habe den Test in zwei Teile aufgeteilt, sodass die Menge nicht erschlagend wirkt und der Test auch für meine Schülerin noch übersichtlich blieb.Mit der ganzen Klasse werde ich den Bild-Wort-Test erst nach den Herbstferien, vor dem Elternsprechtag durchführen; eine Kollegin berichtete von einer Fortbildung, auf der zu dieser Verfahrensweise geraten wurde, da sonst die Fortschritte oft so minimal sind, dass sie sich zur Präsentation nicht eignen.Doch diese Schülerin fiel beim Schreiben in die Eigenfibel und in das Bild-Wort-Heft immer wieder durch sehr lautgetreues Schreiben auf, sodass ich es für richtig hielt, diesen Lernstand schon jetzt mit dem Bild-Wort-Test festzuhalten – zumal ihre „Schwierigkeiten“ eher in Buchstabendrehern und in der Verwechselung von „Sch“ und „Ch“ ausdrücken, also in Aspekten, die sich in der nächsten Zeit und bei der kontinuierlichen Weiterarbeit wahrscheinlich recht schnell geben werden, sodass hier schon...
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Wir haben weiter am Hör-, Schreib- und Seh-Pass gearbeitet. Dabei ist nicht allzu viel Neues hinzugekommen, sodass der heutige Beitrag dazu etwas kürzer ausfallen wird.Insgesamt merke ich, dass meine Kinder zunehmend selbständiger am Hör-, Schreib- und Seh-Pass arbeiten können. Zwar fragen immer noch viele nach, woran sie weiterarbeiten sollen, doch nach meinem Hinweis, auf dem Plakat nachzuschauen, können jetzt schon mehr Schüler daraus ableiten, was ihre nächste Arbeit sein muss.Wichtig erscheint mir zu erwähnen, dass das Protokollieren im Pass weniger schwierig scheint und mittlerweile schon für sehr viele Kinder in gewisser Weise selbstverständlich geworden ist.Vielleicht kommt dem auch zugute, dass wir vom ersten Schultag an die Hausaufgaben in ein Hausaufgabenheft eingetragen und somit das eigenständige „Buchführen“ über Arbeiten und Aufgaben geübt haben. Auch dieser Arbeitsschritt gehört bei uns fest zu jedem Schultag.Genauso sind die Orte, an denen die einzelnen Materialien zur Arbeit bereit stehen, schon...
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Im Studium besuchte ich ein Seminar, in dem ein Professor seine Ausführungen immer sehr anschaulich mit Videomaterial verdeutlichte und/oder Originalmaterial aus dem Unterricht mitbrachte.In einer Sitzung zeigte er einen kurzen Film, in dem man ihn im Bänkchenkreis mit seinen Schülern sah. Er hielt nach und nach verschiedene Pflanzen hoch, die Kinder meldeten sich und benannten die einzelnen Pflanzen mit Namen. Diese ganze Phase dauerte nicht länger als fünf Minuten, dann ging es mit der „eigentlichen“ Stunde weiter. Mein Professor nannte diese Phase „5-Minuten-Biologie“. Der Hintergrund war folgender: Die Schule lag sehr ländlich und auf dem Schulhof wuchsen viele Pflanzen, einige davon waren giftig und mussten sehr vorsichtig behandelt werden. Da es unmöglich war, all diese Exemplare dauerhaft zu entfernen, mussten die Kinder anders geschützt werden – mit dem Wissen über die einzelnen Pflanzen und deren Gefahren. Mit dem morgendlichen Einstieg und der damit verbundenen ständigen Wiederholung der Pflanzen und...
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Während der Weiterarbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass ist in der letzten Woche immer deutlicher geworden, wie unterschiedlich die Kinder damit arbeiten und zurecht kommen: Einige können das Vorbild des Plakats sehr gut auf ihren Pass übertragen und so schnell selbst feststellen, was ihre nächste Arbeit ist, andere Kinder brauchen dabei noch meine Hilfe, arbeiten dann aber gut selbständig an den Übungen. Wieder andere müssen allerdings immer wieder an die Weiterarbeit und/oder an die saubere und genaue Ausführung ihrer Arbeit erinnert werden.So sind schon jetzt deutlich Unterschiede in meiner Klasse festzustellen. Deshalb habe ich mich nun endgültig entschieden, die Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass weiter zu öffnen: Ich habe zwar den nächsten Buchstaben noch festgelegt und vorgegeben, als nächstes das „A“ / „a“ zu bearbeiten, aber die Kinder können je nach ihrem Arbeitsfortschritt früher oder später damit beginnen.Zum einen ist so sichergestellt, dass alle Kinder zunächst die grundlegenden Schreibrichtungen...
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5. Schulwoche, Montag: Montagskreis, Eigenfibel und der Mut zum SchreibenDie fünfte Woche begann mit unserem Ritual, dem Montagskreis und dem anschließenden Schreiben in die Eigenfibel.Zum Beginn des Erzählkreises erinnerte ich noch einmal an unsere beiden Gesprächsregeln, auf beide wollten wir wieder besonders achten. Meine Klasse schaffte das sehr gut und es entstanden immer wieder kleine Gespräche um die Erlebnisse einzelner Kinder. Dabei herrschte eine sehr ruhige Atmosphäre. In der nächsten Woche werde ich eine weitere Regel einführen: Jedes Kind soll dann nur noch eine Sache erzählen, die ihm besonders wichtig ist. So soll der Montagskreis nicht zu einem „Erzählmarathon“ werden, bei dem man den letzten Kindern nur noch schwer zuhören kann.Auch die Arbeit in der Eigenfibel klappte gut; „meine“ Kinder fanden gut in die Arbeit und schrieben konzentriert an ihren Montagsgeschichten. Allerdings hatte ich heute dazu aufgefordert, dass jeder versuchen sollte ein Wort zu schreiben, erst danach konnte in die Eigenfibel...
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Am Ende dieser Schulwoche haben wir wieder Post abgeschickt. Viele Kinder meiner Klasse hatten mich schon gestern immer wieder daran erinnert, dass wir Ela doch noch zurück schreiben wollten. Heute Morgen schrieben wir also unseren zweiten Brief. Wieder sammelten wir gemeinsam Schreibideen; kein Kind sollte dadurch am Schreiben „gehindert“ werden, dass es nicht wusste, was es Ela mitteilen könnte. Außerdem strukturierte die Sammlung – wie ich vermute und hoffe – die Gedanken der Kinder und erleichtert es ihnen, einen Satz zu schreiben.Viele Schüler äußerten mögliche Antworten und sahen dem Briefschreiben sehr freudig entgegen: Das war deutlich an ihrer Mitarbeit zu merken und drückte sich dann auch in der erwartungsvollen Haltung aus, als ich herumging und jedem Kind wieder einen Briefbogen austeilte.Sobald der Bogen auf dem Tisch lag, begannen die Kinder ohne weitere Aufforderung zu schreiben. Mittlerweile...
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Eigentlich handhabe ich es in meiner Klasse so, dass bis zu den Herbstferien nur eine Hausaufgabe pro Tag aufgegeben wird. Ich möchte die Kinder langsam an ihre nachmittägliche „Pflicht“ gewöhnen. Bislang war von keinem Kind eine Frage nach zusätzlichen Aufgaben gekommen.Diese Woche ist es anders!In der Stunde hatten wir am Hör-, Schreib- und Seh-Pass gearbeitet und das „E“ geschrieben. Kaum ein Kind war am Ende dieser Arbeitsphase – momentan sind es ungefähr 15 Minuten – mit seiner Schreibarbeit fertig. Als wir nun die Hausaufgaben notierten, fragten viele Kinder, ob sie zu Hause an dem Buchstaben weiterarbeiten dürften. Natürlich dürfen sie! Es wäre ja widersinnig, ihnen jetzt das Arbeiten zu „verbieten“, wenn ich möchte, dass die Kinder zu einer selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeitshaltung gelangen!Also erklärte ich ihnen, dass die Hausaufgabe, die wir gemeinsam besprochen und notiert hatten, auf jeden Fall gemacht werden muss, während die Weiterarbeit an dem Buchstaben freiwillig sei. Wenn sie nach...
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Als der Antwortbrief von Ela im Kasten lag, fragte ich meine lesende Schülerin, ob sie den Brief vorlesen möchte. Ich hatte ihn extra in Druckschrift verfasst, um dies möglich zu machen. Doch das Mädchen lehnte ab.Mir schien es, als traute sie sich noch nicht, so öffentlich zu lesen; vielleicht wollte sie auch nicht etwas anderes tun als ihre Mitschüler. Schon in der Freien Arbeit war mir aufgefallen, dass sie sich stets andere Arbeiten sucht und selbständig – noch – kein Lesematerial nimmt. Möglicherweise ist es für sie zurzeit einfach noch wichtiger, sich mit der Klasse zu identifizieren und sich zur Gruppe gehörig zu fühlen, indem sie genau das tut, was ihre Mitschüler tun. Zudem scheint ihr die Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass Freude zu bereiten.Ich werde diese Woche den Bild-Wort-Test mit ihr schreiben und habe auch kurz darüber nachgedacht, ob nicht jetzt schon der richtige Zeitpunkt für sie wäre, mit dem Lesepass zu beginnen. Nach ihrer Reaktion auf das Leseangebot legte ich diesen Gedanken kurz wieder...
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Heute Morgen hatten wir Post bekommen.An unserem Briefkasten ist vorne eine kleine Tafel befestigt. Am Freitag hatte ich den Kindern erklärt, dass diese Tafel unbeschrieben ist, solange kein Brief im Kasten liegt, dass aber „Post“ darauf zu lesen ist, sobald etwas angekommen ist.Heute Morgen stand dort tatsächlich „Post“ geschrieben.Der Tag begann, wie jeder Mittwoch, mit Freier Arbeit und obwohl die meisten schon gestern geplant hatten, woran sie heute arbeiten wollten und sich deshalb sehr zielsicher ihre Arbeit suchten, fanden doch viele Kinder Zeit, einen Blick auf den Postkasten zu werfen – alle warteten wirklich sehr gespannt auf eine Antwort von Ela!Nun sahen viele, dass auf der kleine Tafel etwas geschrieben stand und jeder wusste, dass über Nacht eine Antwort gekommen war. Trotzdem mussten wir uns etwas gedulden, denn das Öffnen des Briefes sollte in einem angemessenen Rahmen und nicht während der Freien Arbeit passieren, in der viele Kinder oft so vertieft und bei der Sache sind, dass sie sich nicht...
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Nach der Einführung des Buchstabens „E“ / „e“ und dem gemeinsamen Beginn mit der Hörübung arbeiten wir nun weiter an diesem Buchstaben.Mittlerweile habe ich mich entschieden, die Arbeit im Rahmen dieses Buchstabens zu öffnen und die Kinder die einzelnen Übungen nach ihrem Tempo durchlaufen zu lassen. Das schon jetzt deutlich unterschiedliche Arbeiten der einzelnen Kinder bestärkte mich in diesem Schritt, schließlich möchte ich nicht die einen immer wieder warten lassen oder mit sehr viel zusätzlichem Material „aufhalten“, ebenso wenig möchte ich andere Kinder zu unnötiger Eile antreiben.Dies bedeutet aber auch, dass wir die Übungen nicht mehr gemeinsam in den Hör-, Schreib- und Seh-Pass eintragen, sondern die Kinder dies selbständig und in Eigenverantwortung tun müssen.Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie ich meiner Klasse eine Hilfe an die Hand geben kann, jeweils den richtigen Smily abzukreuzen und nicht durcheinander zu kommen.So habe ich ein Plakat vorbereitet, auf das ich in Schwarz eine Seite aus dem...
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Die neue Woche begannen wir mit unserem Ritual, dem Montagskreis. Mittlerweile hat sich der organisatorische Ablauf, Wechsel in den Sitzkreis mit Auslegen der Sitzkissen rund um den großen Arbeitsteppich, schon richtig gut eingespielt. An dieser Stelle muss ich wirklich ein großes Lob an „meine“ Kinder aussprechen!! Es gibt schon so kurze Zeit nach Schulbeginn ein sehr gutes Sozialverhalten untereinander, das sich in einem ebensolchen Arbeitsverhalten fortsetzt. Ich bin immer wieder auf ein Neues erstaunt und begeistert!Vor Beginn des Erzählkreises riefen wir uns die beiden Gesprächsregeln noch einmal in Erinnerung – sie waren vielen Kindern präsent geblieben.Der Gesprächskreis verlief lebhafter als die Male zuvor: Zum einen, weil wir uns langsam vertrauter wurden, zum anderen, weil sich viele Kinder in dieser Woche trauten, Zwischenfragen an das erzählende Kind zu stellen, nachdem sie sich mit zwei Fingern für eine Frage „angemeldet“ hatten. Im Gegensatz zur letzten Woche musste ich nur noch sehr selten durch...
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Am Mittwoch war der Rabe Raki eines Morgens nicht mehr da. Meine Kinder merkten es sofort und fragten gleich nach, wo er denn abgeblieben sei. Sie erkundigten sich bei mir und auch bei Lea nach seinem Verbleib. „Der kleine Rabe wollte eigentlich nur einen kurzen Ausflug machen und schnell zurückkommen. Doch dann ist das Unwetter losgegangen, bevor er zu Hause war“, erzählte Lea. „Ich vermute, dass er sich irgendwo untergestellt und Schutz gesucht hat“, ergänzte ich, „und bald wieder kommen wird.“ Das verstanden die Kinder. Sie erzählten, dass auch sie nass geworden oder die Eltern sehr vorsichtig mit dem Auto unterwegs gewesen waren. Alle fühlten mit dem Raben.Doch auch...
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Mit dem Abschluss des „L“ / „l“ begannen wir in dieser Woche mit der Arbeit an einem neuen Buchstaben, dem „E“ / „e“.Ich möchte auch diesen Buchstaben mit allen Kindern gemeinsam einführen, um die einzelnen Arbeitsabläufe und Handlungsprozesse mit ihnen weiter zu üben und zu festigen.Das „E“ / „e“ bietet sich zum einen durch den Namen „Lea“ als nächsten Buchstaben an, zum anderen beinhaltet er von seinem Aufbau und seinen Schreibprinzipien Elemente, die den Kindern vom „L“ / „l“ noch nicht bekannt, für unsere Schreibung aber grundlegend sind.Wir begannen mit der Hörübung.Wieder organisierte ich diese so, dass immer eine kleine Gruppe gemeinsam eine Sortiertafel, aber jedes Kind ein eigenes Päckchen mit Bildkarten zur Verfügung hatte, die es entsprechend dem Anlaut sortieren musste. Ein Kind aus jeder Gruppe sollte dann den gemeinsamen Packen an den Kontrollkarten unter der Tafel kontrollieren gehen.Bevor das Sortieren begann, ließ ich ein Kind die Bildkarten aus dem Schrank holen, in dem alle Materialien für die...
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Ich habe für die Freie Arbeit auch selbst Material hergestellt. Eines ist das zerschnittene Anlautlineal. Diese schöne Idee habe ich im Referendariat bei meiner Mentorin kennen gelernt und dort auch erlebt, wie gerne Kinder damit gearbeitet und dabei ihre Orientierung auf der Anlauttabelle trainiert haben.Ich habe aus einem Anlautlineal alle Bilder und Buchstaben auseinander geschnitten, auf Pappe geklebt und in Folie „verpackt“. Auf der Rückseite ist magnetisches Klebeband befestigt, sodass das Anlautlineal an der Tafel zusammengesetzt werden kann.Meine Kinder arbeiten gerne mit diesem Material. Bei der Arbeit sind sie „gezwungen“, den Anlautrap zu sprechen, um mit seiner Hilfe die einzelnen Bilder den richtigen Buchstaben zuzuordnen und auch insgesamt die richtige Reihenfolge des Lineals aufzubauen.Dies ist eine gute Orientierungsübung und macht die Kinder in der Laut-Buchstaben-Zuordnung sicherer. Dies wiederum hilft ihnen beim Schreiben und macht sie im Umgang mit ihrem Schreibwerkzeug „Anlautlineal“ sicherer.Gleichzeitig...
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Dienstags und mittwochs beginnt der Unterricht in meiner Klasse mit einer freien Arbeitsphase. Die Kinder können ab ungefähr viertel vor acht in die Klasse kommen. Ich habe viele Materialien, die bereit stehen und mit denen sie selbständig arbeiten können. Die Materialien umfassen momentan die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht.Nach und nach treffen alle Kinder ein, es ist ein sehr ruhiger Start in den Tag, da nicht jeder gleichzeitig ankommt. So habe ich Zeit, mit jedem Kind kurz allein zu sprechen oder ihm zu helfen, eine Arbeit zu finden – allerdings klappt dies mit jedem Mal besser. Außerdem planen wir nach jeder Freien Arbeit die Weiterarbeit für das nächste Mal: Die Kinder berichten, woran sie diesmal gearbeitet haben, was gut oder weniger gut geklappt hat, was sie sich für das nächste Mal vorgenommen haben. Jeder stellt sein Namensschild zum entsprechenden Material, sodass alles für die nächste Freie Arbeit vorbereitet ist.In dieser Zeit der Freien Arbeit habe ich Zeit, mich auch länger um einzelne...
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Heute haben wir das erste Mal in unser Bild-Wort-Heft geschrieben.Jedes Kind bekam einen Papierstreifen, auf dem untereinander sieben kleine Bilder zu sehen sind. Diesen Papierstreifen klebten die Kinder in ihr Bild-Wort-Heft. Zunächst besprachen wir die Bilder gemeinsam, sodass jeder wusste, worum es sich bei dem Bild handelte.Wir sprachen noch einmal gemeinsam den Anlautrap und orientierten uns dabei erneut auf dem Anlautlineal.Das erste Wort, „Oma“, schrieben wir gemeinsam: Wir sprachen es in Dehnsprache, hörten in das Wort, spalteten es in seine einzelnen Laute auf, suchten die entsprechenden Anlautbilder auf dem Lineal und schrieben dann den dazugehörigen Buchstaben.Danach begannen die Kinder, die restlichen sechs Bilder zu bearbeiten.Alle waren bei der Sache; die Schüler nutzen die Dehnsprache und dabei auch unsere Geste. Sie schien ihnen weiterhin eine gute Erinnerungsstütze zu sein, um das Wort immer wieder so ungewöhnlich lang gezogen zu sprechen. Viele Kinder verschrifteten das Gehörte schon sehr lautgetreu...
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„In der letzten Woche haben wir gelernt, wie man das „L“/ „l“ richtig schreibt. Heute werden wir üben, es besonders sauber zu schreiben, denn wir möchten ja, dass andere Menschen lesen können, was wir aufschreiben. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Buchstaben sehr genau schreiben.“Mit ungefähr diesen Worten leitete ich die Unterrichtsphase ein. Wir schrieben das „L“ / „l“ noch einmal in die Luft, auf den Bauch, in die Hand…, um uns die Bewegung in Erinnerung zu rufen.Dann zeigte ich den Kindern in einer Lineatur an der Tafel, „wo das „L“ und das „l“ wohnt. Bevor die Kinder in das Schönschreibheft schreiben durften, übten wir das „L“ und das „l“ auf einem Arbeitsblatt, dass ebenfalls eine Lineatur hatte.Manche Kinder schrieben relativ mühelos saubere Buchstaben in die Linien, anderen dagegen fiel es schwer, den Buchstaben oben an der Linie zu beginnen und wirklich unten an der Linie zu beenden. Alle Kinder gaben sich aber sehr viel Mühe, den Buchstaben sauber zu schreiben. Deshalb durfte auch jeder das „L“ /...
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3. Schulwoche, Montag: Montagskreis und EigenfibelDiese Woche begann ich von meinem Gefühl her wesentlich ruhiger als die letzte. Da ich letzte Woche gut mit meiner zeitlichen und stofflichen Planung zurecht gekommen war, fühle ich mich diese Woche wesentlich sicherer. Ich bin gut vorbereitet und überzeugt, in den nächsten fünf Tagen mit meiner Klasse ein gutes Stück voran zu kommen.Der Montag begann, wie schon in der letzten Woche, mit dem Montagskreis. Zu Beginn des Gesprächskreises nannte ich zwei Regeln, die für die erste Zeit die wichtigsten sein sollten:1. Ich spreche nur, wenn ich den Raki habe. (Diese Regel hatten wir zwar auch schon in der letzten Woche praktiziert, jedoch noch nicht so explizit formuliert.)2. Wenn ich ein Kind zu seiner Wochenendgeschichte etwas fragen möchte, melde ich mich mit zwei Fingern. Das Kind darf mich dann dran nehmen.Wir vereinbarten, heute besonders auf die erste Regel zu achten. Durch die Konzentration auf eine Gesprächsregel sollte die Einhaltung derer leichter werden....
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Mit der Übung zur visuellen Differenzierung hatten wir alle Übungen zum „L“/“l“ mindestens einmal gemeinsam bearbeitet, die Hörübung sogar mehrmals.Bislang hatte niemand einen Hör-, Schreib- und Seh-Pass. Ich hatte es als „zu viel auf einmal“ empfunden, den Pass parallel zu den Übungen einzuführen.Bevor nun jedes Kind seinen Pass bekam, wiederholten wir in Auszügen noch einmal alle Übungen: wir spielten das Schlafspiel, schrieben das „L“/“l“ in die Luft und suchten es in einem Buchstabengewirr.Ich erklärte den Kindern, dass sie heute etwas kennen lernen würden, dass ihnen hilft, zu wissen, welche Übungen und wie viel Arbeit sie schon erledigt hätten und was sie noch tun müssen. Ich hatte einen großen Hör-, Schreib- und Seh-Pass an der Tafel, die Kinder ihren Kleinen auf dem Tisch. Gemeinsam erinnerten wir, was wir bereits getan hatten und kreuzten die ersten Smilies durch.In der Vorbereitung dieser Unterrichtsphase hatte ich an dieser Stelle mit einigen Schwierigkeiten gerechnet: Vielleicht klappte es nicht, das...
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Die Übung zur visuellen Diskriminierung fiel allen Kindern meiner Klasse sehr leicht.Nach einer gemeinsamen Einführung an der Tafel, bei der mehrere Kinder nach vorne kamen, um im von mir angeschriebenen Buchstabengewirr ein „L“ einzukreisen, bearbeiteten alle Schüler sowohl die Übung zum „L“, als auch zum „l“ in sehr kurzer Zeit selbständig und ohne Probleme.Hierbei hatte jedes Kind ein eigenes Blatt zum Einkreisen der Buchstaben. Allerdings hatte ich nicht für jeden eine Kontrollfolie vorbereitet, das schien mir nicht unbedingt notwendig. So forderte ich die Kinder auf, mit ihrem Tischnachbarn zu kontrollieren, indem sie die Blätter austauschten und nachschauten, ob sie noch ein nicht eingekreistes „L“ fanden – in diesem Fall sollten sie dem Kind einen Suchtipp geben. Dieser Fall trat allerdings bei keinem Kind ein. Meine Kinder hatten Adleraugen bewiesen! Mit diesen Worten lobte ich ihre gute, ruhige und zügige Arbeit und entließ sie so in die wohlverdiente Frühstückspause!Ich bin sicher, dass die spätere Kontrolle...
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Mir war es wichtig, die Lautdiskriminierung auch mit der Hörkiste weiter zu trainieren – zum einen, weil das Heraushören von Lauten für alle Kinder eine zuvor unbekannte und damit recht schwierige Übung ist und viel Training braucht, zum anderen, weil das Prinzip der Arbeit mit der Hörkiste allen Kindern geläufig sein soll, bevor jedes Kind eigenverantwortlich am Hör-, Schreib- und Seh-Pass arbeitet. Zudem wollte ich nun die Kontrollkarten einführen.Ich begann die Arbeitsphase wieder mit einer gemeinsamen Sortierarbeit an der Tafel wie in der Einführungsstunde. So wurde jedem Kind die Vorgehensweise noch einmal vorgeführt ohne dass jemand extra nachfragen oder ich von einem Tisch zum anderen eilen musste, um die Übung erneut zu erklären. Ich stellte schnell fest, dass das Sortierprinzip von meiner Klasse auch nach dem Wochenende noch gut beherrscht wurde.Dieses Mal arbeiteten die Kinder jeweils in ihren Tischgruppen an einer Sortiertafel, ich teilte aber jedem Kind einen eigenen Teil des Bildkartenpäckchens aus....
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Der erste Elternabend im neuen Schuljahr stand an.Schon vor den Sommerferien waren die Eltern meiner Klasse einmal in der Schule gewesen, doch damals war es hauptsächlich um das gegenseitige Kennen lernen und viele organisatorische Dinge gegangen.Dieses Mal sollten die Eltern Informationen zu den Fächern und ihren Inhalten bekommen – und damit auch zu der Arbeit mit der Rechtschreibwerkstatt.Ich hatte mich entschlossen, das Konzept und auch das Material ausführlich vorzustellen – zum einen, weil einige Eltern meiner Klasse in diesem Jahr ihr erstes Kind einschulten und zum anderen, weil niemand auf diese Weise Lesen und Schreiben gelernt hatte, sodass ich davon ausging, dass ein genauer Einblick für die meisten Eltern neu und interessant sein würde.Ausgehend von den vier Elementen des Deutschunterrichts – Hör,- Schreib- und Seh-Pass, Anlautlineal, Freies Schreiben und Lesen – begann ich meine Einführung in die Inhalte des Deutschunterrichts.Die Eltern lernten die Materialien des Hör-, Schreib- und Seh-Passes in...
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Lea gab Anlass, die Anlautlineal zum Schreiben zu benutzen.Wir hatten schon häufig den Anlautrap wiederholt, oft auch als Auflockerung zwischendurch – es klappt immer besser!Als wir heute in die Klasse kamen, stand Leas Namen nicht mehr an der Tafel. Da musste das Schulgespenst am Werk gewesen sein!Der Name sollte unbedingt wieder dort stehen. Also mussten wir schreiben!Für Leas Namen machten wir das gemeinsam. Lea freute das sehr und so erzählte sie von ihren Freunden Ole und Leo, denen sie doch gerne mal schreiben möchte – gerade weil sie länger bei uns bleiben möchte. Doch sie wusste nicht, wie ihre Namen geschrieben werden – also mussten die Kinder helfen. Das taten sie sehr gerne und schrieben mit dem Anlautlineal selbständig ihre ersten Wörter.Ich merkte, welche Freude sie daran hatten, mit welchem Eifer sie arbeiteten und wie stolz sie mir ihr Geschriebenes zeigten!Auch ich war sehr stolz!Ab der nächsten Woche werden wir mit der Arbeit im Bild-Wort-Heft beginnen....
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Am nächsten Tag stand ein neues Zeichen am Tagesplan und auch diesmal waren die Kinder sehr neugierig, was sich dahinter wohl verbarg. Mittlerweile nehmen sie den Tagesplan an der Tafel sowieso als so selbstverständlich, dass die meisten gleich beim Betreten der Klasse einen Blick darauf werfen. Heute wurde über dieses Zeichen spekuliert und da es ja mit der schreibenden Hand sehr eindeutig ist, vermuteten viele Kinder richtig.„Du hast nun gelernt, wie man übt, das „L“ aus einem Wort herauszuhören. Nun wirst du lernen, wie man das „L“ schreibt.“ Mit diesen Worten leitete ich in die Unterrichtsphase ein. Das „L“ stand schon als Holbuchstabe an der Tafel. Ich begann, es auszuschreiben und begleitete mein Tun mit den Worten „Nach unten, eine kleine Pause und zur Seite.“ Damit sollte die Bewegung eingängiger und für die Kinder leichter zu behalten sein. Einige Kinder schrieben ebenfalls den Hohlbuchstaben an der Tafel aus, jeweils begleitet von dem Spruch. Wir schrieben den Buchstaben in die Luft, auf den Tisch, in...
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Eine Kollegin hatte ein Spiel erwähnt, dass sie "Schlafspiel" nannte. Dabei legen die Kinder ihren Kopf auf den Tisch und „schlafen“. Der Lehrer nennt verschiedene Wörter, die mit unterschiedlichen Lauten/Buchstaben beginnen. Es wird ein Laut/Buchstabe vereinbart, bei dem die Kinder „aufwachen“ und ihren Kopf heben. Auch wir spielten dieses Spiel und spitzten auf diese Weise wieder unsere Ohren für das „L“. Viele Kinder waren sehr sicher dabei, festzustellen, ob das Wort im Anlaut ein „L“ hatte oder nicht. Einige wenige Kinder blickten sich zu ihren Nachbarn um, bevor sie den Kopf hoben oder doch liegen ließen. Wir haben dieses Spiel während der Woche immer wieder zwischendurch eingeschoben. Mittlerweile schaut kaum jemand mehr um sich, bevor er seine Entscheidung über das „L“ im Anlaut trifft.
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Die zweite Schulwoche. Ich freute mich sehr auf „meine“ Kinder, spürte gleichzeitig aber auch die Anspannung, ob ich alles, was ich mir für diese Woche überlegt und mit meinen Kollegen geplant hatte, zeitlich schaffen würde.Der Montag begann mit dem Wochenend-Erzählkreis, der von nun an jede neue Woche einleiten soll. Der Rabe Raki ging um und wer ihn hatte, hatte auch das Wort. Viele Kinder erzählten von den letzten zwei Tagen ohne lange überlegen zu müssen, manche brauchten erst einige Zeit des Zuhörens, bevor auch sie etwas sagten. Am Ende hatte jeder etwas erzählt und unsere Klassengemeinschaft war dadurch wieder ein Stück gewachsen.Im Anschluss schrieben die Kinder das erste Mal in ihre Eigenfibel. „Das ist ein Buch, das wir im Laufe des Schuljahres selbst schreiben und gestalten werden“, erklärte ich den Kindern. Wir klebten auf die erste Seite ein Titelbatt, beschrifteten es mit dem Namen und begannen mit der Montagsgeschichte.Ich forderte die Kinder auf, ihr Anlautlineal ebenfalls auf den Tisch zu legen....
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Einstieg in den UnterrichtAm Mittwoch war auf dem Tagesplan ein großes Ohr eingetragen. Schon gleich bei der Besprechung des Tages machte die Kinder dieses Zeichen sehr neugierig und ich unterstützte sie in ihrer Neugier, indem ich erklärte: „Dies ist eine ganz besonders wichtige Übung, die man unbedingt zum Schreibenlernen braucht und die manchmal ganz schön kniffelig ist.“Unerwarteter Besuch - das Schreibenlernen beginntNach der Fünf-Minuten-Pause bekamen wir plötzlich Besuch: Lea, eine große Handpuppe, klopfte an die Tür. Sie war auf der Suche nach ihrem Raben Raki, unserem Klassentier. Er war ihr schon vor dem Sommer entflogen und sie hatte ihn bislang vergeblich gesucht. Jetzt hatte sie ihn bei uns endlich wieder gefunden und wollte ihn abholen, doch Raki wollte nicht mit nach Hause kommen. So beschloss Lea, ein bisschen bei uns zu bleiben und wenn sie schon mal in der Schule war, wollte sie auch gleich Schreiben lernen. Die Kinder und auch der kleine Rabe waren etwas erstaunt, denn so einfach war das nicht...
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Unsere erste gemeinsame UnterrichtsstundeSeit gestern sind nun alle neuen Lernanfänger in der Schule und ich bin damit zum ersten Mal Klassenlehrerin.Nach dem Einschulungsgottesdienst in der Kirche am Ort und der Einschulungsfeier in der Turnhalle der Schule waren „meine“ 23 Kinder und ich für eine Schulstunde „unter uns“.Wir begannen den Tag mit dem Lied „Hurra, ich bin ein Schulkind“, das wir schon am Kennenlernnachmittag zusammen gesungen hatten. So knüpften wir an etwas Bekanntem an und hatten dabei ein bisschen Zeit, die Aufregung und Anspannung der letzten Stunden zu verarbeiten, uns zu beruhigen und in der Schule anzukommen. Auch der Rabe Raki, unser Klassentier, war wieder da.Jedes Kind trug ein Namensschild um den Hals; ich konnte jeden direkt mit seinem Namen ansprechen, sodass der Umgang von Anfang an sehr persönlich war. Trotzdem kannten wir uns noch nicht, schließlich hatten wir uns erst einmal richtig gesehen. Deshalb forderte ich alle Kinder auf, ihren Namen an die Tafel zu schreiben und sich damit...
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Es ist Sonntagabend, der letzte Tag der Sommerferien. Übermorgen werden die neuen Lernanfänger eingeschult und ich bekomme eine eigene Klasse. Es ist mein erstes erstes Schuljahr, meine erste eigene Klasse überhaupt.In den vergangenen sechs Wochen habe ich vieles vorbereitet, um für die kommende Zeit gut gerüstet zu sein. Nun ist das Meiste geschafft, nur noch drei Stapel laminierter Blätter liegen neben mir, die ich morgen noch in die entsprechenden Kästen einsortieren muss.Meine Klasse wird 23 Kinder haben, 13 Jungen und zehn Mädchen; zwei Kinder werden integrativ beschult. Ich unterrichte bei ihnen Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Musik und Religion; nur in Sport haben sie eine andere Lehrerin.Im Fach Deutsch werde ich nach dem Prinzip der Rechtschreibwerkstatt unterrichten. Diese habe ich in Organisation, Methode, Inhalt und Anwendung schon während meines Referendariats kennen gelernt und mich jetzt, in der Vorbereitung auf das neue Schuljahr, weiter mit ihr auseinander gesetzt. So habe ich nun,...
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