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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Jan
13
Erstellt von:
DHoffmann
13.01.2008 16:06
Seit Schulbeginn hängt bei uns in der Klasse ein Plakat, auf dem unsere Klassendienste eingetragen sind. daran befestigen wir mit Wäscheklammern jeweils die Kinder, die in der Woche für die jeweiligen Dienste zuständig sind: Kakao, Tafel, Kalender und Regale. Wir hatten zwar schon vor den Ferien Klassendienste, doch damals waren sie an der Tafel notiert und nicht ganz so groß in der Klasse zu lesen. Am Dienstag kam ein Junge zu mir, zeigte auf das Plakat, deutete mit seinem Finger auf das Wort Kalender und meinte dann: „Dort stehen zwei Wörter: Kalender und Kalle (Er sprach das Wort aus, als wäre es wie der Name geschrieben.).“ Ich hatte eine Zeit lang ein Buch vorgelesen, dass von einem Jungen namens Kalle erzählte, daher war ihm dieser Name geläufig. Dieser Schüler liest schon seit einiger Zeit sicher und mit wirklicher Begeisterung. Die Entdeckung eines Wortes in einem Wort ist meines Erachtens schon eine große Leistung und macht gleichzeitig deutlich, dass der Leselernprozess schon ziemlich weit fortgeschritten ist und das Lesen mittlerweile schon so weit automatisiert ist, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf das Lesen an sich gerichtet werden muss, sondern gleichzeitig schon auf andere Dinge gerichtet werden kann. In gewisser Weise ist dies schon eine Art Wortanalyse, bei der der Junge das Wort in seine Bestandteile zerlegen kann.
Zwei Tage später kam dieser Schüler wieder zu mir und er hatte neue Entdeckungen gemacht und in anderen Wörtern zweite Wörter entdeckt. Mir war schon vor den Ferien, besonders beim Schreiben in die Eigenfibel, aufgefallen, wie gerne dieser Junge mit Sprache kreativ umgeht: In der Eigenfibel schreibt er oft Wörter untereinander oder gibt die Lesrichtung durch Pfeile an. Ein ähnlich kreativer Umgang, ein experimentieren mit Wörtern ist meiner Ansicht nach auch diese Untersuchung der Wörter. Es ist ein analysieren und ein abklopfen der Wörter auf seine Bestandteile. Für mich als Lehrerin ist dies ein gutes Zeichen und spiegelt mir wider, dass ich einiges richtig gemacht habe. Ich möchte die Kinder nicht nur zum rein technischen Beherrschen von Schrift, schreiben und lesen befähigen, sondern ich möchte ihnen auch die Freude vermitteln, mit diesen Dingen umzugehen. Momentan ist natürlich noch ein Großteil unserer Arbeit davon bestimmt, Buchstaben richtig zu schreiben, Wörter auf ihre Einzellaute hin abzuhören und zu verschriftlichen, doch langfristig soll es auch darüber hinausgehen. Und wenn ich sehe, dass schon jetzt einzelne Schüler in eine solche Richtung gehen und mit Sprache derart umgehen, kann ich auch mir sagen, auf dem richtigen Weg zu sein!
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