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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Jan
19
Erstellt von:
DHoffmann
19.01.2008 14:55
Heute war wieder Lonitag.
In der letzten Woche war mir aufgefallen, dass manche Kinder einen Satz schrieben – oft einen von denen, die wir in unseren gemeinsamen Gedankensammlungen formulierten – und dann nicht mehr weiter schrieben. Viele gaben an, nicht mehr zu wissen, was sie noch schreiben könnten.
So ganz konnte ich mir das nicht vorstellen, denn in den vergangenen Wochen, die ich nun schon mit meiner Klasse zusammen lebte und arbeitete, hatte ich immer wieder gemerkt, wie gut sich viele Kinder meiner Klasse Einzelheiten merken und Geschichten oft sehr genau wiedergeben konnten.
Das gemeinsame Formulieren eines Satzes zur Lonigeschichte des Tages hatte der eine oder andere vielleicht etwas als Begrenzung erlebt – ganz im Gegensatz zu dem, als was es ursprünglich gedacht war…
Also änderte ich heute mein Vorgehen und meinen Auftrag an die Kinder; die Grundstruktur des Lonitages blieb dabei aber gleich. Mir ist es sehr wichtig, dass Kinder einen verlässlichen Tagesablauf und eine für sie bekannte und immer wiederkehrende Struktur erleben. So erfahren sie Sicherheit und wissen über ihren Tag Bescheid ohne immer wieder fragen oder gar raten zu müssen. Ich bin sicher, dass es sich in einer solchen Sicherheit wesentlich besser lernt und arbeitet.
Wie auch sonst las ich die Lonigeschichte vor.
Wieder überlegten wir gemeinsam, was man zum heutigen Tag schreiben könnte. Wieder nannten Kinder einzelne Sätze und dann änderte ich etwas: nach jedem Satz überlegten wir zusammen, wie es danach weitergegangen war. So verknüpften wir die einzelnen Sätze wieder mit dem Gesamtgeschehen der ganzen Lonigeschichte. Ich hoffte, den Kindern auf diese Weise das Weiterschreiben zu erleichtern und ihnen somit auch weitere Ideen für das Schreiben in die Eigenfibel zu geben.
Bevor die Kinder mit dem Schreiben begannen, forderte ich sie auf, heute einmal so viel zu schreiben, wie ihnen zu der Lonigeschichte einfiel, danach könnten sie, wenn sie mochten, zu ihrem Geschriebenen malen.

So entstanden heute Lonigeschichten, die eine ganze Seite in der Eigenfibel füllten. Manche Kinder brauchten sogar drei Seiten (sie hatten allerdings auch eine recht große Schrift), um alles zu notieren, was sie gerne festhalten wollten.
Mit Stolz kamen die Kinder zu mir und zeigten, was sie geschrieben hatten. Alle Kinder schrieben mehr als sonst, sodass ich mich in meiner Vermutung bestätigt sah, dass der eine formulierte Satz für sie eventuell eine gewisse Ausschließlichkeit bedeutet und suggeriert hatte, nur diesen einen Satz notieren zu dürfen.
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