Forum
» Forum » RSW-Blog registrieren  anmelden
Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Feb 15

Erstellt von: DHoffmann
15.02.2008 15:16 

Unsere Woche begann gemäß unserer üblichen Gewohnheit mit dem Montagskreis und dem Erzählen vom Wochenende.
In der vergangenen Woche war der Montagskreis durch den schulfreien Rosenmontag ausgefallen und wir hatten, wie ich in meinem Eintrag „An Karneval war ich…“ schrieb, anders als sonst begonnen. Das war zwar auch schön gewesen, doch ich merkte an der Freude einiger Kinder am Erzählen, dass sie froh waren, heute wieder alles wie gewohnt zu erleben.

Der Erzählkreis an sich verlief wie immer: Einige Kinder erzählten sehr ausführlich, während andere ermutigt werden mussten, ausführlicher und genauer zu berichten.
Darauf folgte, ebenfalls wie immer, das Schreiben in die Eigenfibel.
Mittlerweile schreiben einige Kinder auch von sich aus wesentlich mehr von ihrem Wochenende auf.
Nach einiger Zeit kam ein Mädchen meiner Klasse zu mir und zeigte mir die Seite in ihrer Eigenfibel, auf der sie heute ihre Montagsgeschichte geschrieben hatte. Sie hatte in sehr klarer Schrift lautgetreu aufgeschrieben, was sie in den letzten zwei Tagen erlebt hatte. Damit hatte sie eine ganze Seite gefüllt.
Ich lobte sie für ihre Arbeit und erinnerte sie an die möglichen Aufgaben und Arbeiten, die sie bis zur Frühstückspause wählen konnte: zunächst Weiterarbeit im Bild-Wort-Heft, danach noch eine kurze Arbeitsphase im Hör-, Schreib- und Seh-Pass.
Das Mädchen hörte sich alles geduldig an, schien einen kurzen Moment zu überlegen, machte dann ein nicht ganz so begeistertes Gesicht und schaute auf ihre Eigenfibel.
Ich interpretierte ihren Blick dahingehend, dass sie eigentlich lieber weiter schreiben würde. So erklärte ich ihr, dass sie selbstverständlich auch noch an ihrer Montagsgeschichte weiter schreiben könnte. Sie blickte mich an, dann wieder ihre Eigenfibel und zweifelte: „Aber meine Seite ist doch voll!?“ „Du kannst auch auf der nächsten Seite weiter arbeiten.“
Über ihr Gesicht ging – wirklich – ein kleines Strahlen und sie meinte lachend: „Dann schreibe ich weiter!“ Mit diesen Worten ging sie zurück an ihren Platz. Dort drehte sie sich kurz zu ihrer Freundin um, zeigte ihr die voll geschriebene Seite und sagte stolz, beinahe über sich selbst verwundert: „Guck mal, hier schreibe ich jetzt noch weiter!“

So saß sie nun wieder an ihrem Tisch und schrieb weiter. Kurz vor der Frühstückspause waren auf fast zwei Seiten ihre Wochenenderlebnisse als Montagsgeschichte zu lesen.

Selbstverständlich ist es schön zu sehen, wie meine Kinder schon jetzt, nach nur einem halben Jahr Schule, schreiben.
Doch wenn diese Kompetenz dann noch mit einer solch offensichtlichen Lust zum Schreiben verbunden ist, ist es für mich ein doppelter Grund zur Freude!

Tags:

AW: 23. Schulwoche, Montag: Der Montagskreis, die Eigenfibel und die Lust am Schreiben

...da weiß man dann immer wieder, warum man Lehrer geworden ist :D

Von Janna am   26.02.2008 15:50

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:
(Optional) Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um ein Gravatar-Bild festzulegen.
Ihre Web-Site:
Überschrift:
Kommentar:
Kommentar hinzufügen   abbrechen 
   
© 1998-2012 N. Sommer-Stumpenhorst   Nutzungsbedingungen  Datenschutzerklärung