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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Feb 26

Erstellt von: DHoffmann
26.02.2008 15:14 

In unserer Klasse werden wöchentlich Klassendienste verteilt. Einer davon ist der Kalenderdienst.
Der Kalenderdienst besteht aus zwei Teilen:
1. Von einem Abreißkalender wird das Blatt des Tages abgezogen und auf einen Pappstreifen geklebt, der jeweils für einen Monat gilt. Es werden stets drei Monatsstreifen untereinander gehängt, sodass die unterschiedliche Länge der verschiedenen Monate bildlich gesehen und nachvollzogen werden kann.
2. Auf dem Aufrollkalender – ich berichtete davon bereits zu Beginn des Blogs – wird eine Tagesnotiz festgehalten.

Zu Beginn der Schulzeit gestalteten wir den Aufrollkalender noch gemeinsam, indem wir sammelten, was zum aktuellen Tag eingetragen werden könnte. Ein Kind bekam dann den Auftrag, die endgültige Idee einzutragen. Dies geschah in der Regel mit einem Bild.
Mittlerweile habe ich diese Arbeit ganz in die Verantwortung der Kinder gelegt; nur zeitweise erinnere ich noch einmal an die Erledigung des Dienstes am Aufrollkalender, doch auch hieran denken meine Schüler immer öfter selbständig.

Die Einträge in den Kalender haben sich seit Beginn des Schuljahres – und für meine Kinder sogar seit Beginn ihrer Schulzeit – sehr verändert, selbstverständlich!
Mittlerweile werden den Kindern wichtige Tageselemente auf den Kalenderabschnitt geschrieben und nicht mehr gemalt. Diese „Wende“ hat sich im Laufe der letzten Wochen von selbst entwickelt, ohne dass ich zum Schreiben angeregt habe.
Seit dem habe ich den Eindruck, dass der Aufrollkalender „beliebter“ geworden ist. Das Schreiben der Tagesereignisse ist für viele Schüler ein zusätzlicher Anreiz sich für das Amt zu melden und es tatsächlich auch auszuführen.
Schon seit längerer Zeit habe ich immer wieder die Beobachtung gemacht, dass viele meiner Schüler das Malen dann ablehnen, wenn es für sie in den Zusammenhang mit dem Schreiben gesetzt wird und möglicherweise anstelle dessen treten könnte.
Selbstverständlich gestaltet meine Klasse in Religion, Sachunterricht oder Kunst gerne etwas, das gemalt oder gezeichnet wird, doch dann ist dies auch die alleinige Aufgabe.
Anders sieht das bei einigen Kindern im Fach Deutsch aus – besonders deutlich wird dies häufig beim Schreiben in die Eigenfibel, in die viele meiner Schüler „nur noch“ schreiben und eher selten malen. Ich berichtete davon auch schon in früheren Einträgen.
Vielleicht erleben sie ein Malen oder Zeichnen im Deutschunterricht als etwas „anstatt Schreiben“. Sie erleben dieses Malen möglicherweise als „Ich muss das machen, damit man mich und mein Geschriebenes versteht!“ und lehnen es deshalb ab, weil sie ja schon schreiben können – was ja tatsächlich auch so ist.
Erst wenn ausführlich geschrieben worden ist, ergänzen meine Schüler gerne ihre Texte mit kleinen Zeichnungen. Dies sind dann allerdings wirklich nur Ergänzungen, die nicht aus sich heraus das Erlebte wieder geben.


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