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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Feb 26

Erstellt von: DHoffmann
26.02.2008 15:15 

Unsere Korrespondenz mit Ela, die in den ersten Schulwochen einige Abenteuer und Erlebnisse mit Raki, unserem Klassenraben, hatte, ist in der letzten Zeit „öffentlich“ nicht mehr so präsent gewesen; an sie haben wir schon länger nicht mehr geschrieben, statt dessen haben sich einige Schüler untereinander Briefe geschickt.
Dennoch war Ela in den Köpfen meiner Kinder immer noch präsent, ebenso wie Lea und Raki, die auch weiterhin ihren Platz in unserer Klasse haben.
Nach jedem Wochenenden werde ich zum Ende des Montagskreises gefragt, was die Beiden denn in den vergangenen zwei Tagen gemacht und wie sie das Wochenende verbracht haben. Ich denke mir immer wieder etwas aus und erhalte die Beiden so „am Leben“. In den Fünf-Minuten-Pausen werden beide oft von ihrem Stuhl für ein kleines Spiel genommen.
Genauso fragen meine Schüler immer wieder danach, wann Ela uns denn endlich einmal besuchen kommt.

Auf Elas letzten Brief, in dem sie uns eine schöne Karnevalszeit wünschte und von ihrem Karneval in Düsseldorf berichtete, antworteten wir nun endlich und luden Ela zu uns ein.
Genau an diesem Tag machte unser Schulleiter eine Durchsage durch die Sprecheranlage unserer Schule und informierte darin über ein Bauvorhaben im Ort, dass in den nächsten zwei Wochen zu Verkehrsumleitungen führen wird, sodass die Schüler unserer Schule mit wesentlich mehr Verkehr auf ihrem Schulweg zurecht kommen müssen. Er bat sie, besonders vorsichtig zu sein und eventuell auch ihren Eltern Bescheid zu sagen, falls sie mit dem Auto gebracht werden.

In den Einladungen der Kinder spiegelt sich diese aktuelle Lage wieder.
Neben vielen netten und lieben Worten, in denen meine Schüler versichern, wie sehr sie sich über einen Besuch von Ela freuen würden, beschreiben einige auch die Situation mit der Baustelle, berichten Ela, dass sie – wenn sie bald kommt – einen anderen Weg nehmen und zudem sehr vorsichtig sein muss.

Auch hier wird wieder sehr deutlich, dass meine Erstklässler schon jetzt, nach gut 24 Schulwochen, die Schrift als „vollwertiges“ Kommunikationsmittel nutzen können und dies auch tun. Sie können sich gut und umfassend verständlich machen und auf diesem Weg alles mitteilen, was für sie in einer aktuellen Situation – hier dem Informieren über die Baustelle im Ort und die damit verbundenen Gefahren – wichtig ist.
So ist Schrift und Schreiben für sie von Anfang an das gewesen, was es auch später immer sein wird: ein Kommunikationsmittel zum Gedankenaustausch, ein Informationsmittel, eine Merkhilfe durch die Möglichkeit von Notizen etc.
Schrift und Schreiben wird also nicht zunächst auf etwas reduziert, was an diesen eigentlichen Funktionen völlig vorbei geht und lediglich ein auswendig gelerntes Reproduzieren von Zeichen und Zeichenkombinationen ist.

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