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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Mrz
2
Erstellt von:
DHoffmann
02.03.2008 12:16
Seit dieser Woche haben wir im Sachunterricht ein neues Thema begonnen: Luft. Im Jahrgangsteam haben wir dieses Thema vorbereitet und entschieden, Luft auch für den Deutschunterricht zum Thema zu machen. Also suchten wir nach einem Buch, das für die Jahrgangsstufe und unser Thema angemessen ist und fanden schließlich das Bilderbuch „Der fliegende Hut“.
Dieses Buch hat ausschließlich Bilder und keinen Text. Es erzählt die Geschichte eines Hutes, der bei einem Windstoß vom Kopf seines Besitzers geweht wird und nun durch verschiedene Umstände immer wieder den Besitzer wechselt. Schließlich kommt er am Ende des Buches durch einen Zufall wieder zu seinem ursprünglichen Besitzer zurück.
Wir entwarfen ein geheftetes Buch für die Kinder, mit dem wir gemeinsam die Geschichte „Der fliegende Hut“ bearbeiten. Das Buch hält für unsere Schüler verschiedene Aufgaben bereit: Zu manchen Bildern schreiben die Kinder selbst die Geschichte dazu auf und erzählen sie im Grunde nach, auf anderen Seiten finden sie einen Text, zu dem sie das passende Bild gestalten sollen, auf anderen Seiten müssen sie durcheinander gewürfelte Wörter wieder neu sortieren oder müssen einen bereits begonnenen Text fortsetzen.
Dadurch ist eine handlungsorientierte und kreative Auseinandersetzung mit dem Bilderbuch und der Geschichte über den fliegenden Hut und im weiteren Sinne auch mit dem Thema Luft gewährleistet, die gleichzeitig durch die unterschiedlichen Schreibanlässe das Schreiben der Kinder fördert.
Am Montag begannen wir mit der Arbeit an dem Buch. So trafen wir uns im Sitzkreis, allerdings nicht, um wie sonst vom Wochenende zu erzählen, sondern um dem fliegenden Hut zum ersten Mal zu begegnen.
Ich deckte den Titel des Buches mit einer blauen Wolke ab und forderte die Kinder auf zu vermuten, wie das Buch wohl heißen könnte. Die Titelseite zeigt einen fröhlichen Menschen, der sich gerade den Hut vom Kopf gehoben hat, ausgelassen das Bein schwingt und dessen fröhlicher Schal lustig weht. So lassen sich einige Vermutungen über den Buchtitel anstellen: „Der tanzende Schal“, „Der fröhliche Mensch“, „Der tanzende Hut“.
Schließlich schob ich die Wolke beiseite und wir lasen den Titel: „Der fliegende Hut“.
Wieder vermuteten wir, welche Geschehnisse dieser Titel wohl verbarg. Meine Klasse saß aufmerksam und gespannt im Kreis, äußerten ihre Ideen und hörten ihren Klassenkameraden zu – es war eine sehr angenehme Atmosphäre, in der gut mitgearbeitet wurde.
Auf diesem Hintergrund formulierten wir gemeinsam Sätze, die zu dem ersten Bild des Buches geschrieben werden könnten.
„Es soll ein Schmuckbuch werden, in dem man jede einzelne Seite gerne anschauen möchte. Arbeite sauber, genau und lass dir Zeit. Dein Buch kann dann ein Ostergeschenk für deine Eltern werden!“, erklärte ich den Kindern. „Es muss so schön werden, dass man es am liebsten gar nicht hergeben möchte“, ergänzte ein Junge meine Worte.
„Ein Versprechen müsst ihr mir noch geben“, fügte ich hinzu. „Ihr dürft heute noch nicht auf die letzte Seite eures Buches gucken, denn dort würdet ihr schon heute sehen, wie die Geschichte endet und damit würden wir uns die ganze Spannung nehmen!“ Meine Klasse nickte und war gleichzeitig durch dieses abgegebene Versprechen noch gespannter!
So vorbereitet gingen alle sehr motiviert an ihre Plätze und warteten gespannt darauf, ihr Buch zu bekommen. „Wenn du gleich dein Buch vor dir liegen hast, schreibst du als erstes auf das Deckblatt „von…“. Schließlich schreibst du ab heute dein eigenes Buch und jeder, der es in die Hände bekommt, soll wissen, dass du es verfasst hast. So machen das auch die erwachsenen Autoren.“ Gemeinsam suchten wir nach dem Autor auf dem „Petterson und Findus“ – Buch, das wir momentan gemeinsam lesen.
Dann teilte ich die Bücher aus und meine Klasse machte sich an die Arbeit. Alle arbeiteten sehr konzentriert, es war ausgesprochen ruhig in der Klasse und bei wirklich allen Schülern war zu spüren, wie sehr sie sich meine Aufforderung zu sorgfältiger Arbeit zu Herzen nahmen.
So gingen aus dieser Arbeitsphase unheimlich gute Ergebnisse hervor, die genau und ausführlich die Geschichte wiedergaben, die wir uns zuvor gemeinsam im Sitzkreis ausgedacht hatten.
Tags:
AW: 25. Schulwoche, Montag: „Der fliegende Hut“
Eine sehr interessante Uebung. Und wie alt sind diese Kinder?
Von Jackob Blackwood am
11.08.2011 01:46
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