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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Mrz
17
Erstellt von:
DHoffmann
17.03.2008 01:35
Diese Woche stand ganz im Zeichen des Buches „Der fliegende Hut“. Schließlich soll er bis zu den Osterferien fertig werden und möglicherweise als Überraschung und Osterei bei den Familien meiner Kinder im Nest liegen. So begannen wir auch in dieser Woche nicht mit einem Montagskreis, in dem vom Wochenende erzählt wurde, sondern wir trafen uns, um die Geschichte des fliegenden Hutes weiterzuhören. Die Klasse war schon sehr gespannt auf das nächste Bild und viele Kinder freuten sich sichtlich, als sie auf dem Tagesplan „Der fliegende Hut“ lasen. Wir betrachteten gemeinsam die Doppelseite im Bilderbuch, erzählten dazu, formulierten mögliche Sätze und gingen dann zurück an die Plätze und begannen mit der Schreibarbeit. Es war sehr ruhig in der Klasse, alle Kinder gaben sich große Mühe und nahmen ihre Autorenarbeit sehr ernst. Manchmal kamen Kinder zu mir und fragten, ob sie das eine oder das andere schreiben dürften oder machten mir Schreibvorschläge, die ihnen erst während des Arbeitsprozesses gekommen und vorher im Gesprächskreis noch nicht genannt worden waren. Ich antwortete auf solche Anfragen stets, dass dies ganz allein ihre Entscheidung sei, denn sie seien ja die Autoren des Buches und dürften somit selbst bestimmen, wie es weitergehen sollte. Diese ausdrückliche Verantwortungszuweisung und die immer wiederkehrende Betonung ihrer Autorenschaft machte meine Kinder sehr stolz und bewirkte, dass sie sich immer mehr mit ihrem Buch identifizierten und sich ihre emotionale Bindung stetig verstärkte.
In ähnlicher Weise ging es an den nächsten Tagen weiter. Meistens kombinierte ich das Weiterschreiben am „Fliegenden Hut“ mit einer Arbeitsphase am Hör-, Schreib- und Seh-Pass: Wenn ein Kind mit seiner Autorenarbeit für den Tag fertig war, arbeitete er am HSSP weiter. Auf diese Weise konnten wir, trotz der intensiven Beschäftigung mit der Lektüre, auch an den Buchstaben weiterarbeiten. Durch die große Geläufigkeit der Arbeit am HSSP, die Vertrautheit mit den einzelnen Übungen und die daraus resultierende Selbständigkeit meiner Schüler war dies ohne weiteres im flexiblen Phasenwechsel möglich.
Auf dieses Weise kamen wir insgesamt im Sprachunterricht gut voran und haben nun nur noch drei Seiten im „Fliegenden Hut“ vor uns, sodass ich guter Dinge bin, das Buch ohne Hektik bis zu den Ferien abzuschließen. Neben dem Aspekt, das Buch als Ostergeschenk ins Nest zu legen, ist es natürlich auch aus lern- und entwicklungspsychologischen Gründen wichtig, das Buch noch vor den Ferien abzuschließen: Nach den Ferien ist einfach sehr viel Zeit verstrichen, die die Erinnerung an die Geschichte und auch die persönliche Identifikation mit dem Buch etwas abmildert, sodass dann eine Weiterarbeit meiner Ansicht nach völlig unpassend und auch gar nicht mehr wirklich möglich ist. Gerade für Kinder in diesem Alter sind zwei Wochen eine lange Zeit, in der so viel passiert, sodass vieles, was nicht mehr gedanklich aufgefrischt wird, leicht in Vergessenheit gerät.
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