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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Mrz 17

Erstellt von: DHoffmann
17.03.2008 01:38 

An diesem Freitag fuhr ich frohen Mutes in die Schule. Es versprach, ein schöner Tag zu werden: Die „Fliegenden Hüte“ würden ausgeteilt werden und wir würden noch eine Doppelstunde im Werkraum verbringen und aus Holz einen Hasen zimmern. Auch auf diese Arbeit freute sich meine Klasse schon – und ich mich mit ihnen!
Die letzte Stunde sollte eine Abschlussstunde werden.

Mit diesen Gedanken kam ich zeitig in der Schule an und begann, wie jeden Morgen, meine Vorbereitungen in der Klasse. Ich legte meine Sachen zurecht, schrieb den Tagesplan an und ging in Gedanken den Tag noch einmal durch – und da fiel es mir plötzlich auf! Ich hatte die „Fliegenden Hut“-Bücher gar nicht mitgenommen! Sie standen immer noch zuhause!
Wie hatte mir das passieren können? Ich war unheimlich betroffen und ärgerte mich sehr über meine Schusseligkeit. Wie konnte ich die Situation noch retten? Nach Hause fahren? Dafür war es mittlerweile schon zu spät. Zwar war es immer noch früh, doch ich würde nicht rechtzeitig zurück sein können…
Alles hatte so gut geklappt, alles war fertig geworden und nun das! Ich konnte es gar nicht glauben und war den Tränen nahe, so sehr ärgerte ich mich über mich selbst.
Aber ich konnte es nun leider nicht mehr ändern.
So musste ich schließlich meiner Klasse die traurige Nachricht mitteilen.
Es war kein schöner Moment, zumal sich alle, wie ich, schon sehr auf die Bücher gefreut hatten!
Dennoch zeigte meine Klasse großes Verständnis und alle waren sehr solidarisch mit mir. Ich sagte, ich sei heute Morgen schusselig gewesen und hätte die Bücher zuhause stehen lassen. Es täte mir unheimlich leid und wüsste gar nicht, was ich sagen sollte und wie ich das wieder gut machen könnte! Das wollten viele gar nicht hören und meinten, ich sei doch gar keine Schussellehrerin, sie würden einfach sagen, sie hätten das Buch in der Schule vergessen. Doch das wollte ich auf keinen Fall und das sagte ich meiner Klasse auch!
Es rührte mich aber, wie sehr die Kinder zu mir hielten und selbst in dieser Situation, in der sicherlich alle enttäuscht waren, so viel Verständnis und Nachsicht zeigten.

So wird nun der Holzhase, der ebenfalls sehr schön geworden ist, an Ostern im Nest sitzen und das Buch vom „Fliegenden Hut“ erst am ersten Schultag nach den Ferien mit Hause kommen.
Das ist zwar nicht die optimale Lösung, doch es ist leider die Einzige, die noch möglich war.

Ich werde, um den „Fliegenden Hut“ nach den Ferien wieder in Erinnerung zu rufen und den Kindern auch nach den zwei Wochen ohne Schule ihre Arbeit vor Augen zu führen, wieder eine Autorenlesung halten. So, denke ich, kann ich die Bindung zur Geschichte und die Identifikation mit dem eigenen Buch wieder etwas hers

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