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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Jul
2
Erstellt von:
DHoffmann
02.07.2008 04:39
Ein Schüler meiner Klasse zieht zum neuen Schuljahr um und wird nach den Sommerferien nicht mehr mit uns zusammen zur Schule gehen. Selbstverständlich möchten wir uns von ihm verabschieden und etwas mit geben, das ihn immer mal wieder an uns denken lässt. So entwickelte sich die Idee, ein Klassen-Erinnerungsbuch zu machen, für das jedes Kind unserer Klasse eine Seite gestaltet – z.B. mit Wünschen, Bildern, Fotos… Schon die Planungsphase war sehr spannend. Wir mussten einmal miteinander sprechen können, ohne dass der Junge unsere Pläne mitbekam. Unter einem Vorwand schickten wir ihn an einem Morgen mit einer Kollegin aus der Klasse und hatten nun Zeit, unser Abschiedsgeschenk zu besprechen. Gemeinsam überlegten wir, was man jemandem schreiben könnte, der in eine neue Stadt mit neuen Menschen, einer neuen Schule, einem neuen Haus zieht. Außerdem wollten wir an schöne gemeinsame Erlebnisse erinnern: „Weißt du noch, als wir…“ Jedes Kind bekam ein buntes Blatt Papier und den Auftrag, diese Seite so schön zu gestalten, wie es schöner gar nicht mehr geht. Ich sagte: „Dies soll der schönste Brief werden, den dein Mitschüler je bekommen hat!“ Meine Kollegin und ich hatten überlegt, dass es gut wäre, diese Arbeit als Aufgabe mit nach Hause zu geben. Zum einen hat man dort einfach mehr Zeit und Ruhe – wir konnten unseren Mitschüler ja auch nicht ewig hinausschicken – und außerdem hat man zu Hause auch noch mehr Möglichkeiten, seine Seite zu verzieren. Ich schrieb einen Elternbrief, indem ich die Arbeit erklärte und auch erwähnte, dass man diesmal durchaus etwas helfen dürfte – sonst hatte ich die Eltern ja gerade immer aufgefordert, ihre Kinder alle Aufgaben allein erledigen zu lassen. Am nächsten Schultag kamen wunderschöne Abschiedsbriefe bei mir an, die sehr liebevoll und aufwändig gestaltet waren. Jedes Kind hatte gute Wünsche oder schöne Erinnerungen gefunden, die es auf dem Blatt festgehalten hatte. Auch meine Kollegin und ich verfassten einen Brief – ich klebte auf mein Blatt ein Foto von Raki und Ela, denn meine Klasse meinte, dass ihr Mitschüler diese Beiden auf keinen Fall vergessen dürfte. Die Blätter wurden hintereinander gelegt und zu einem Buch gebunden. Meine Klasse war sehr stolz auf ihr Geschenk.
Als wir unser Geschenk am letzten Schultag schließlich überreichten, war jeder ganz still im Kreis und beobachtete gespannt, wie das Buch aufgenommen wurde. Es war deutlich, wie sehr sich der Junge über dieses Geschenk freute. Er blätterte es sofort einmal durch und meinte schließlich: „Ich lese die Seiten im Auto genau. Ich fahre ja heute den ganzen Nachmittag, bis ich in der neuen Stadt angekommen bin!“ Darüber freuten wir uns sehr, hatten wir unserem Mitschüler mit dem Klassen-Erinnerungsbuch doch offensichtlich eine große Freude gemacht. Ein Mädchen war so begeistert von unserem Buch, dass sie selbst gerne umziehen wollte: „Frau Hoffmann, ich glaube, jetzt möchte ich auch umziehen, dann bekomme ich auch ein so schönes Buch!“
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