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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Aug
23
Erstellt von:
DHoffmann
23.08.2008 14:11
Im letzten Schuljahr haben wir ausschließlich mit dem Modellwortschatz gearbeitet, nachdem der Hör-, Schreib- und Seh-Pass abgeschlossen war. Wir haben den Modellwortschatz abgeschrieben, Wörter mit –en, -er und –el aussortiert und mit dem Partnerdiktat begonnen. Dabei haben meine Schüler die Abschreibtechnik immer wieder geübt und sich so für die Arbeit an den Abschreibtexten vorbereitet. In diesem Sinn habe ich alle Aufgaben, bei denen auch im Rahmen anderer Arbeiten abgeschrieben werden sollte, immer so konzipiert, dass die Abschreibtechnik „Lesen – Text umdrehen – aufschreiben und leise mitsprechen – wieder umdrehen – kontrollieren“ zwangläufig angewandt werden musste. Dazu habe ich stets Aufgabenblätter erstellt, die auf der Vorderseite die Aufgabe zeigten, z.B. einen Text zu vervollständigen, von dem dann drei oder vier Sätze auf die Rückseite abgeschrieben werden sollten. Sicherlich hätten einige Kinder auch schon im letzten Schuljahr einen Abschreibtext bearbeiten können, doch ich wollte zunächst mit dem Modellwortschatz eine gute und sichere Grundlage erarbeiten. Außerdem nahm ich an, dass sich durch diese intensive Arbeit mit dem Modellwortschatz die Abschreibtechnik immer weiter automatisiert.
Es hat sich gezeigt, dass ich damit richtig lag! Mit Beginn dieses Schuljahres sollen meine Schüler nun auch an den Abschreibtexten arbeiten. Am Freitag habe ich diese im Klassenverband eingeführt. Ich machte von dem ersten Abschreibtext von Abschreibtexte 1 eine Folie und warf sie mit dem Overhead-Projektor an die Wand. Ich stellte den Kindern den Abschreibtext als eine weitere Arbeit der Rechtschreibwerkstatt vor; einige Schüler hatten davon auch schon in ihrem Rechtschreibpass gelesen. Ich erklärte die Arbeit mit dem Abschreibtext und verwies dabei auch auf die Aufgabenformulierungen, die oben auf dem Abschreibtext gegeben sind. Dann sollte jedes Kind den Text einmal leise sprechend für sich lesen, dann beantworteten wir gemeinsam die Verständnisfrage unterhalb des Textes. Alle Kinder konnten darauf die richtige Antwort geben und ich erklärte, dass dies ganz wichtig sei, denn nur wenn man einen Text auch inhaltlich verstanden hat, kann man ihn später wirklich gut abschreiben. Erst nach diesem Schritt machten wir uns gemeinsam an die Markierarbeit. Gemeinsam fanden wir alle Stellen im Text, an denen man anders spricht als man schreiben muss. Ein Wort im Text wurde zu einem besonderen Schlüsselpunkt und zeigt, dass auch das Markieren individuell und von Schüler zu Schüler unterschiedlich sein kann: Wir lasen gemeinsam das Wort „eine“. Eindeutig entschied meine Klasse, dass das „e“ am Wortende auf jeden Fall markiert werden muss, weil es sich nicht wie Ente oder Esel anhört, man aber trotzdem ein „e“ schreiben muss. Beinahe waren wir schon beim nächsten Wort, als sich ein Schüler meldete und meinte, er würde auch das „ei“ am Wortanfang markieren wollen. Schließlich würde er dort ein „ai“ hören und müsse es sich deshalb markieren, um an das „ei“ zu denken. Ich stimmte ihm zu und machte deutlich, dass es sehr unterschiedlich sein kann, welche Stelle in einem Wort als schwierig erachtet wird. Auch ich als Lehrer muss dies bedenken. Für den Schüler, der diesen Einwand machte und das „ei“ markieren wollte, ist dies wirklich ein wichtiger und auch notwendiger Arbeitsschritt, da er beim Freien Schreiben „ei“ immer mit „ai“ verschriftlicht, obwohl er wie alle anderen Schüler meiner Klasse „ei“ wie Eis vom Anlautrap kennt. Ihn bestärke ich darin, eine solche Stelle zu markieren. Bei Schülern, die das „ei“ sicher so verschriften, würde ich anders reagieren und sie darauf hinweisen, dass sie dies vom Anlautlineal aus dem ersten Schuljahr kennen und deshalb eigentlich nicht markieren müssen. Nachdem wir alle schwierigen Stellen gemeinsam markiert hatten, bekam jedes Kind diesen Abschreibtext als Kopie. Eigentlich habe ich alle Abschreibtexte auf blau (meine Farbe für das LB-Zimmer) kopiert, einlaminiert und auch nur dreimal für meine Klasse vorbereitet, doch dieses Mal sollten ja alle Kinder parallel diesen Text bearbeiten. Im Rahmen der Arbeit mit der Rechtschreibwerkstatt wird sich der Gebrauch der einzelnen Abschreibtexte auseinander ziehen, sodass sie nicht als Klassensatz vorhanden sein müssen. Die Kinder sollten nun noch einmal alleine die schwierigen Stellen markieren und danach mit der Abschreibarbeit beginnen. Meine Klasse war sehr motiviert und begann konzentriert mit ihrer Arbeit. Das selbstständige Markieren klappte gut, manche Kinder brauchten noch einmal einen Blick auf unseren gemeinsam bearbeiteten Text, andere schafften es ganz selbstständig. Die eigentliche Abschreibarbeit begann und es stellte sich heraus, dass die lange Vorbereitung mit dem Modellwortschatz tatsächlich gut gewesen war: Alle Kinder konnten die Abschreibtechnik gut anwenden und kamen bei ihrer Arbeit recht zügig voran. Wer seinen Text abgeschrieben hatte, musste seinen Text kontrollieren. Danach sollte mir der Text gezeigt werden. Viele Kinder schafften ihre Abschrift ohne eine Verschreibung, den anderen gab ich noch einmal Kontrollaufträge. Das half vielen Kindern weiter. In unserer Klasse gilt in Bezug auf Abschreibtexte die Regel, dass ein Text bei mehr als vier Verschreibungen noch einmal neu bearbeitet werden muss. Allerdings kommt dies erst nach dem zweiten Kontrollieren durch die Kinder zum Tragen, also wenn sie schon einmal Kontrollhilfen von mir bekommen haben. Inwieweit man diese Regel im Alltag für jedes Kind aufrechterhalten kann, wird sich zeigen. Ich gehe davon aus, dass man sie dem einzelnen Kind und seinem Leistungsvermögen wie auch dem jeweiligen Arbeitsverhalten anpassen muss: Für einen eher leistungsschwächeren Schüler, der einen Text auch nach der Kontrolle mit vier oder fünf Verschreibungen beendet, ist dies sicherlich eine Leistung, die in dieser Form – selbstverständlich mit dem Besprechen dieser Verschreibungen – stehen gelassen werden kann, während der ebenso bearbeitete Text von einen leistungsstärkeren Schüler, der an diesem Tag möglicherweise unkonzentrierter ist als gewöhnlich, sicherlich noch einmal bearbeitet werden müsste.
Ich bin mit der Arbeit meiner Klasse an ihrem ersten Abschreibtext sehr zufrieden. Ich habe mir die Abschreibtext-Hefte gleich einmal mit nach Hause genommen, um mir über die Beobachtungen während der Unterrichtsstunde hinaus ein genaueres Bild über die Bewältigung dieser Aufgabe zu machen. Mein erster Eindruck hat sich auch danach bestätigt: Die Arbeit an dem Abschreibtext hat wirklich gut geklappt!
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