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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Sep 29

Erstellt von: DHoffmann
29.09.2008 11:57 

Schon letzte Woche habe ich in meinem Eintrag von der selbstständigen Arbeit meiner Klasse an den Abschreibtexten berichtet. Ich hatte erwähnt, dass es einigen Kindern nicht leicht fällt, schwierige Stellen, also Stellen, an denen sie anders schreiben müssen als sie sprechen, zu erkennen und dann entsprechend zu markieren.

Auch in dieser Woche wurde diese Problematik wieder deutlich:
Der Abschreibtext wird gelesen und mir häufig mit dem Kommentar gezeigt, nichts sei daran schwierig gewesen. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen“, gebe ich häufig zur Antwort und setze mich gemeinsam mit dem jeweiligen Kind an seinen Tisch, um den Text gemeinsam zu bearbeiten. Dabei liest, wie ich schon letzte Woche schrieb, das Kind den Text Wort für Wort laut vor. Meistens stelle ich nur die Frage „Hörst du alles, was du schreiben musst?“. Diese kurze Interaktion reicht oft schon aus, damit mein Schüler oder meine Schülerin selbstständig feststellt, an welcher Stelle im Wort markiert werden muss.
Die Ursache für diese Schwierigkeiten liegt bei vielen Schülern also weniger in deren Können als an der Zeit und der Ruhe, die sie sich für das Bearbeiten eines Textes nehmen. Möglicherweise, so denke ich, fehlt ihnen auch noch die Einsicht und das Verständnis für den Nutzen der Markierungen.

Nach den Ferien werde ich mit einigen Schülern in kleinen Gruppen noch einmal einen Abschreibtext gemeinsam bearbeiten. Dabei werden wir zusammen an einem Text herausarbeiten, warum das Markieren im Vorfeld des Abschreibens so wichtig ist.
Vielleicht ist es gut, das Markieren als Hilfe für das deutliche Sprechen zu sehen. Möglicherweise wird es mit einer solchen Erklärung einsichtiger:
Im Partnerdiktat bei der Arbeit mit dem Modellwortschatz (diese Arbeit haben viele Kinder meiner Klasse schon durchgeführt) hat der Partner deutlich vorgesprochen, dir über die Schulter geschaut und dich auf Verschreibungen hingewiesen. Bei den Abschreibtexten musst du diese Arbeiten alleine durchführen und an alles selbst denken. Das Markieren hilft dir, ein Wort ganz genau zu sprechen. Wenn du den Text vor dem Abschreiben markierst, weißt du schon, wo schwierige Stellen auf dich zukommen und musst dir das Wort „nur noch“ deutlich vorsprechen, es aufschreiben und dabei mitsprechen, es aber nicht mehr auf seine Schwierigkeiten hin untersuchen.

Allerdings gelten diese Schwierigkeiten keineswegs für alle Kinder meiner Klasse.
Viele Schüler erkennen gut und zuverlässig schwierige Stellen eines Wortes und können diese im Text markieren. Sie benötigen bei dieser Arbeit keine Hilfe. Außerdem wenden sie ihr durch diese Arbeit erworbenes Wissen und Können auch in freien Texten an und nähern sich dort - innerhalb des LB-Zimmers - immer mehr der "Erwachsenenschreibung", wie wir es in der Klasse nennen, an.


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