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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 26

Erstellt von: DHoffmann
26.10.2008 17:51 

Am vergangenen Wochenende habe ich das Diagnosediktat meiner Klasse nachgeguckt. Es war eine zeitintensive Arbeit, doch im Endeffekt hat sie sich gelohnt.
Durch die qualitative Fehleranalyse habe ich einen ziemlich guten Überblick über die einzelnen Lern- und Leistungsstände meiner Kinder bekommen. Zwar hatte ich auch schon vorher eine Vorstellung davon, wer in seiner Schreibentwicklung recht weit fortgeschritten ist und wer noch einige Zeit brauchen wird, bis er den Lernbereich LB abgeschlossen haben wird, doch ich habe bei einigen Schülern nicht gewusst, wie weit sie tatsächlich schon sind.

Nach der Auswertung teilen sich die Arbeitsbereiche in meiner Klasse nun folgendermaßen auf:
• Elf Kinder arbeiten seit dieser Woche im Lernbereich LD.
Mit ihnen habe ich direkt am Montag mit der Einführung in die Sortieraufgaben zum vokalischen r und silbentrennenden h begonnen.
Zunächst haben wir einige Sortieraufgaben im Sitzkreis zusammen durchgeführt und begannen mit der Arbeit am „h“: Ich las einzelne Wörter vor und wir entschieden, ob in dem Wort ein „h“ vorkommt oder nicht. Beinhaltete das Wort ein „h“, entschieden wir gemeinsam, ob es am Wortanfang oder im Wortinneren zu hören ist oder hörbar gemacht werden kann.
Ebenso führte ich die Arbeit zum „r“ ein. Wir sortierten alle Wörter ohne „r“ aus und entschieden dann, ob es hörbar oder nicht hörbar ist. Wir untersuchten auch die Wörter mit nicht-hörbarem „r“ und sortierten sie weiter.
So waren diese Kinder gut auf die Partnerarbeit vorbereitet und konnten gut selbstständig weiterarbeiten.
• Drei Kinder arbeiten noch individuelle Aufgaben im LB-Bereich, bevor sie in naher Zukunft ebenfalls mit der Arbeit im LD-Bereich beginnen werden:
Hier geht es z.B. um Sortieraufgaben zur Unterscheidung von „b“ und „d“. Bei einem Kind ist dies die einzige Schwierigkeit, die nach einem Hinweis meinerseits auch immer selbstständig gefunden wird. Trotzdem möchte ich noch einmal eine vertiefende Übung anschließen, bevor im LD-Bereich begonnen wird. Andere müssen noch zu einer größeren Sorgfalt und Genauigkeit beim Abschreiben und Mitsprechen kommen, bevor ich sie mit einer neuen Schwierigkeit der Rechtschreibung konfrontieren möchte.
• Die anderen zehn Schüler meiner Klasse werden noch einige Zeit im LB-Bereich weiterarbeiten und das Abhören der Wörter weiter üben und vertiefen.

Insgesamt bin ich mit diesem Lernstand meiner Klasse sehr zufrieden. Ich denke, alle Kinder haben in der vergangenen Zeit gut gearbeitet und wirklich jeder hat deutliche Fortschritte in seiner Schreibentwicklung gemacht.
Ich habe mir nach bei der Auswertung der Diagnosediktate manchmal Texte aus dem letzten Schuljahr daneben gelegt – in diese direkten Vergleich wird die enorme Entwicklung sehr deutlich! Und gerade diese Entwicklung ist für mich die Hauptsache und das Allerwichtigste. Es muss jetzt noch gar nicht jedes Kind im LD-Bereich arbeiten. Wichtig ist aber, dass jedes Kind weiter gekommen ist und nicht auf einem Stand des vergangenen Schuljahres stehen geblieben ist!


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