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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Dez 14

Erstellt von: DHoffmann
14.12.2008 15:06 

Heute haben wir wieder an Abschreibtexten gearbeitet.
Wir wiederholen zu Beginn einer Rechtschreibstunde oft noch einmal den vereinbarten Ablauf, um ihn uns ins Gedächtnis zu rufen und zu vermeiden, dass Texte ohne vorherige Markierungen abgeschrieben werden. (In der Vergangenheit kam es durchaus einmal vor, dass Kinder erst nach dem Abschreiben den Text markierten und ich dies zu spät bemerkte!)
Dann begannen wir mit der Arbeit an den Abschreibtexten.
Sobald ein Kind seinen Text markiert hat, meldet es sich und wir besprechen gemeinsam die schwierigen Stellen – so wird deren Problematik den Kindern noch einmal bewusster und die Erklärung der Markierung mir gegenüber festigt gleichzeitig ihr Wissen.
Viele Kinder meldeten sich sehr früh und legten Texte vor, die nur an wenigen Stellen Markierungen zeigten.
Ich machte sie darauf aufmerksam, dass noch viele Stellen nicht beachtet worden seinen, die mit Sicherheit nicht einfach zu schreiben wären. (Auch wenn die Markierungen und schwierigen Stellen von Kind zu Kind unterschiedlich sein können, ist es mir schon wichtig, dass die Phänomene, um die es in dem jeweiligen Zimmer geht, wenigstens zu Beginn der Arbeit in diesem Lernbereich, markiert werden.)
Das Kind benannte noch einmal die Regel, nach der es schwierige Stellen unterstreichen sollte und machte sich dann erneut an die Bearbeitung des Textes.
Die meisten meiner Schüler fanden dann in diesem zweiten Arbeitsschritt fast alle schwierigen Stellen, manchmal wurde lediglich eine übersehen – mit einem Hinweis auf die jeweilige Zeile im Text wurde aber auch diese meist selbstständig gefunden.

Ich leite daraus zwei Tatsachen ab:
1. Kinder müssen erst lernen, bestimmte Phänomene in Texten zu sehen. Es ist ganz offensichtlich ein großer Unterschied, ein Phänomen in einzelnen Wörtern zu finden oder es selbst in einem Text zu markieren.
2. Kinder müssen auch lernen, sich selbst Zeit zu geben, einen Text zu präparieren und in Ruhe auf schwierige Stellen abzuklopfen.
Die Kinder fanden im ersten Durchgang nur wenige Stellen, die in ihrem Abschreibtext problematisch sind und meinten dann auch, wirklich fertig zu sein.
Mit dem Hinweis, dass noch einige Stellen nicht gefunden worden seien, konnten die Kinder ihre Arbeit sehr viel vollständiger und trotzdem selbstständig fortsetzen.
Sie waren also inhaltlich schon in der Lage, dieser Aufgabe nachzukommen, brauchten aber noch einmal einen Hinweis, sich mehr Zeit und Ruhe zu lassen und nicht das Ziel zu verfolgen, möglichst schnell fertig zu sein, um mit dem Abschreiben beginnen zu können.
Es wird also Ziel der nächsten Zeit sein, diese Ruhe zu verinnerlichen und die Wichtigkeit dieses Arbeitsschrittes immer wieder zu verdeutlichen.
Insgesamt bin ich aber mit den Fortschritten bei der Arbeit an den Abschreibtexten.

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