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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Jun 17

Erstellt von: DHoffmann
17.06.2009 12:09 

In den letzten Tagen war mir immer wieder aufgefallen, dass einige Schüler, die im LD-Zimmer arbeiten, immer noch Schwierigkeiten haben, schwierige Stellen vor dem Abschreiben zu markieren. Also traf ich mich erneut in einem kleinen Kreis mit einigen meiner Schüler und wir markierten einen Text gemeinsam. Solche Arbeitskreise hatte ich auch schon zu Beginn der Arbeit im LD-Zimmer ab und an einberufen.
Für die Arbeit heute hatte ich einen mittellangen Text mehrmals kopiert, um daran zunächst gemeinsam schwierige Stellen auszumachen.
Erst in einem nächsten Schritt sollen die Kinder dann einen individuellen Text mit mir markieren.

In dieser kleinen Arbeitsrunde klappte das Markieren wesentlich besser. Ich denke, dass das gemeinsame laute Lesen des Textes und das Gegenüberstellen verschiedener Sprechweisen hierfür hilfreich war.
Meine Kinder hatten folgenden Auftrag: „Lies das Wort genauso, wie es dort geschrieben steht.“ Nun liest ein Kind das entsprechende Wort. Dann kam der nächste Auftrag: „Sprich das Wort nun so, wie du es aussprechen würdest, wenn du nachmittags mit deiner Mutter oder einem Freund sprichst.“ Ein Kind spricht das Wort nun in der Alltagssprache aus. Jetzt schloss sich die entscheidende Frage an: „Was hörst du jetzt nicht, musst es aber schreiben?“ So fanden die Kinder viele schwierige Stellen.

Einige der Kinder, mit denen ich dort zusammen saß, nehmen sich, wenn sie alleine arbeiten, nicht genug Zeit, um einen Text auf schwierige Stellen zu untersuchen und lesen zu schnell. Manche lesen die Wörter auch genau wie sie geschrieben stehen, sprechen sie sich aber beim Abschreiben dann in der Alltagssprache vor und vergessen dann Buchstaben, die sie dabei nicht hören, z.B. eben das vokalische „r“ oder das silbentrennende „h“. Sie haben es ja vorher nicht markiert…

Ich denke, wir werden solche Arbeitskreise noch öfter wiederholen, sicherlich auch noch im kommenden Schuljahr. Allerdings denke ich, dass dies durchaus auch parallel zur Arbeit im WA-Zimmer passieren kann.
Nächste Woche werde ich mich mit diesen Kindern noch einmal in einer kleinen Runde treffen, dann wird jedes Kind allerdings einen individuellen Text markieren.

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