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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Sep 20

Erstellt von: DHoffmann
20.09.2009 09:54 

Nach sechs Wochen Sommerferien begann für meine Klasse und mich die Schule in einem neuen Klassenzimmer, das wir für die kommenden zwei Schuljahre behalten werden.

Viele meiner Schüler sind in den Ferien wirklich gewachsen und plötzlich kam mir der Gedanke, dass die Zeit seit der Einschulung vor zwei Jahren wirklich schnell vergangen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so denken würde, kennt man solche Bemerkungen doch eher von älteren Menschen, doch dieses Mal konnte ich nicht anders.

Trotz dieser körperlichen Veränderung stellte ich schon bald fest, dass sich meine Kinder ansonsten doch sehr ähnlich geblieben sind und das ist gut so!

Es war ein fröhliches Wiedersehen mit vielen Erzählungen und Berichten, die lebhaft im Montags-Ferien-Kreis erzählt und anschließend aufgeschrieben wurden.

Alle Schüler verfassten ihre Geschichten in Schreibschrift, auch wenn der ein oder andere eine kleine Erinnerung brauchte, dass er oder sie das schon gelernt haben.

Trotzdem freute ich mich darüber, wie gut dies klappte, denn die Postkarten, die ich während der Sommerferien bekam, waren alle in Druckschrift verfasst worden.

Auch die rechtschriftliche Leistung meiner Schüler nach sechs Wochen Schulferien ließ mich zufrieden sein – die Kindertexte zeigen, wie gut und verständlich viele Kinder mittlerweile auch frei schreiben!

 

In den folgenden Tagen begannen wir auch wieder mit der Arbeit an der Rechtschreibwerkstatt – und auch hier war wenig vergessen worden.

Manche Kinder erinnerten sich noch, wo sie im Juli ihre Arbeit beendet hatten, andere nutzen ihre Rechtschreibpässe und schauten nach, welche Übung im vergangenen Schuljahr die letzte gewesen war.

 

Mit diesem Schuljahr haben wir außerdem eine neue Schülerin in unserer Klasse. Sie kannte die Arbeit mit der Rechtschreibwerkstatt noch nicht in ihrem vollen Umfang, sondern hatte bislang erst einen Modellwortschatz abgeschrieben.

Die Art und Weise, wie meine Klasse ihr die Arbeitsweise, die Organisation und die Aufgaben erklären konnte, zeigte mir deutlich, dass die meisten die Arbeit mit der Rechtschreibwerkstatt schon ziemlich gut verinnerlicht haben.

Auch das war für mich ein Grund zur Freude!

 

Nun ein kurzer Lernstandsbericht:

Viele meiner Schüler arbeiten jetzt im WA-Zimmer.

Manche Kinder waren schon im letzten Schuljahr hier angekommen und konnten hier nun gleich weiterarbeiten, andere befanden sich noch im KL-Zimmer. Viele von ihnen schlossen diese Arbeit in den ersten fünf Schulwochen ab und starteten nun auch mit der Arbeit an den Wortarten (Allerdings hatten wir auch schon im Klassenverband die verschiedenen Wortarten thematisiert, sodass die Arbeit in der Rechtschreibwerkstatt für sie nun eine Vertiefung darstellte.). Einige meiner Schüler wiederholten noch einmal Aufgaben aus dem LD-Bereich, sie haben nun mit dem KL-Zimmer begonnen oder werden dies in den kommenden Tagen tun.

Mit ihnen fahre ich zeitweise zweigleisig: Sie arbeiten im KL-Zimmer, bekommen aber auch noch Aufgaben aus dem LD-Bereich, um hier noch eine größere Sicherheit zu erreichen.

Ich denke, dass sich diese Bereiche gegenseitig nicht stören, sondern im Gegenteil eher ergänzen. Korrekturtechniken sind für jeden Arbeitsbereich sehr wichtig und haben auch für das Schreiben eigener Texte eine große Bedeutung.

 

In der nächsten Woche werde ich ein Diagnosediktat schreiben, wahrscheinlich werden danach einige Schüler mit der Arbeit LV-Zimmer beginnen.

Ich werde darüber in einem meiner nächsten Einträge berichten.

 

Eine Übung der Rechtschreibwerkstatt musste ich allerdings mit allen Schülern noch einmal gründlich wiederholen: das Abschreiben.

Zwar beherrschte meine Klasse noch die Abschreibtechnik und nutze diese auch für ihre Arbeit, allerdings hatten viele Kinder die hierfür nötige Sorgfalt in den Ferien gelassen.

Dies wurde gleich zu Anfang des neuen Schuljahres bei einer Abschreibübung deutlich. Nachdem die Kinder ihre Texte mit Korrekturkarte nachgesehen hatten, nahm ich sie mit nach Hause – und war stellenweise fast ein wenig erschrocken – gerade wenn man bedenkt, dass ein Abschreibtext im Grunde fehlerfrei zu bewältigen ist!

Dies war der Anlass, im Klassenverband die Vorgehensweise für gutes Abschreiben zu wiederholen und mit allen Kindern gemeinsam an einem Text zu demonstrieren. Es wurden alle Aspekte genannt! Ich denke, die Sorgfalt der Umsetzung musste nach den sechs Wochen Ferien einfach noch einmal aufgefrischt werden.

Dies zeigte auch eine zweite Abschreibübung, die meine Klasse gut und in gewohnter Weise bewältigte!

 

Dieser Eintrag gibt nun einen groben Einblick in den Schuljahresanfang.

Unsere Weiterarbeit wird ab jetzt wieder wöchentlich dokumentiert und für Sie hoffentlich wieder ähnlich spannend wie in den vergangenen zwei Jahren!

Ich freue mich darauf!

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