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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Sep 16

Erstellt von: DHoffmann
16.09.2007 10:17 

Die neue Woche begannen wir mit unserem Ritual, dem Montagskreis. Mittlerweile hat sich der organisatorische Ablauf, Wechsel in den Sitzkreis mit Auslegen der Sitzkissen rund um den großen Arbeitsteppich, schon richtig gut eingespielt. An dieser Stelle muss ich wirklich ein großes Lob an „meine“ Kinder aussprechen!! Es gibt schon so kurze Zeit nach Schulbeginn ein sehr gutes Sozialverhalten untereinander, das sich in einem ebensolchen Arbeitsverhalten fortsetzt. Ich bin immer wieder auf ein Neues erstaunt und begeistert!

Vor Beginn des Erzählkreises riefen wir uns die beiden Gesprächsregeln noch einmal in Erinnerung – sie waren vielen Kindern präsent geblieben.
Der Gesprächskreis verlief lebhafter als die Male zuvor: Zum einen, weil wir uns langsam vertrauter wurden, zum anderen, weil sich viele Kinder in dieser Woche trauten, Zwischenfragen an das erzählende Kind zu stellen, nachdem sie sich mit zwei Fingern für eine Frage „angemeldet“ hatten. Im Gegensatz zur letzten Woche musste ich nur noch sehr selten durch mein Vorbild zu diesem Schritt ermutigen.
Alle Kinder hatten ein schönes Wochenende verbracht und so wusste jeder sehr schnell, was diesmal in die Eigenfibel gemalt und geschrieben werden sollte.
Bevor wir mit dem Schreiben in die Eigenfibel begannen, wiederholten wir noch einmal den Anlautrap. Ich wollte den Kindern damit erneut die Möglichkeit des Schreibens bewusst machen und sie ermutigen, zu ihren Bildern vielleicht auch ein Wort aufzuschreiben.
Insgesamt fiel schnell auf, dass in dieser Woche mehr Kinder diese Ermunterung aufnahmen und begannen, einzelne Wörter zu notieren. Einige Kinder schrieben sogar schon Sätze in ihre Eigenfibel, andere malten sehr detailliert und ausdauernd Bilder, die von ihrem Wochenende erzählten.
Alles ist völlig in Ordnung: Während die einen Schrift und Schreiben schon stärker als ihr Ausdrucksmittel erleben und Sätze schreiben, beginnt dieser Prozess bei anderen gerade und lässt sie Wörter schreiben. Wieder anderen ist das Schreiben vielleicht noch etwas fremd, möglicherweise erleben sie es als sehr anstrengend, sodass sie es vorziehen zu malen, um auf jeden Fall das auszudrücken, was ihnen von ihrem Wochenende besonders wichtig ist.
Verschiedene Schreibanlässe helfen meiner Ansicht nach an dieser Stelle, alle Kinder zum Schreiben zu ermutigen – am Beispiel des Briefes ist das sehr deutlich geworden. Hier hatten wirklich alle Kinder geschrieben!

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