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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Sep
16
Erstellt von:
DHoffmann
16.09.2007 10:24
Nach diesem Erfolg in der Freien Arbeit – und vor allem auch in deren Reflexion (siehe oben) – entschied ich mich, in der nächsten Rechtschreibstunde bei meiner Leserin den Lesepass einzuführen. Der öffentliche Bericht über ihre Lesearbeit vor der Klasse war für mich eine Bejahung dieser Kompetenz. Ich hatte den Eindruck, dass sie jetzt eher bereit sein würde, etwas anderes als ihre Mitschüler zu tun. (Sicherlich kommt unterstützend hinzu, dass sich meine Schüler immer mehr daran gewöhnen, dass gleichzeitig sehr viele, auch unterschiedliche Arbeits- und Lernprozesse parallel zueinander laufen und gleichzeitig in der Klasse passieren können. Sie erleben dies in der Freien Arbeit, sie lernten diese Situation in einem Geometriestationenlauf kennen und sahen, dass auch in den Rechtschreibwerkstattstunden die Aktivitäten und Lernprozesse immer verschiedener werden…) Als alle Kinder meiner Klasse gut in die Arbeit mit dem Hör-, Schreib- und Seh-Pass eingestiegen waren, begann ich, ihr den Lesepass und das dazugehörige Material vorzustellen und sie in die Arbeit damit einzuweisen. Ich stelle ihr frei, ob sie am Hör-, Schreib- und Seh-Pass oder am Lesepass arbeitet. Diese Handhabung hatten wir beim letzten Treffen der AG besprochen und sie erschien mir in vielerlei Hinsicht gut: Sie überträgt dem Kind noch einmal mehr die Verantwortung und die Steuerung seines Lern- und Arbeitsprozesses. Diese Entscheidungsfreiheit gibt meiner Schülerin nach meinem Empfinden ein Gefühl der Freiheit, dass ihr auch erlaubt, wieder an den Inhalten zu arbeiten, mit denen ihre Mitschüler gerade beschäftigt sind – das war ihr ja Anfangs sehr wichtig. Gleichzeitig kann sie aber auch ihre Lesekompetenz weiter trainieren und ausbilden, denn ich merke schon, dass sie gerne liest und auch einen gewissen Stolz empfindet, Wörter erlesen zu können. Sie arbeitete ungefähr die halbe Rechtscheibwerkstattstunde am Lesepass, danach räumte sie ihre Sachen weg und setzte ihre Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass fort.
Ich werde in den nächsten Tagen noch einige andere Kinder in den Lesepass einführen. In den gemeinsamen Leseübungen im Rahmen der „5-Minuten-Sprache“ sind sie mir immer wieder durch ihr zügiges Zusammenschleifen der einzelnen Laute aufgefallen, sodass ich denke, dass auch sie bald mit der Arbeit am Lesepass beginnen können. Zuvor werde ich mit ihnen in der Freien Arbeit mit den ersten Lesedosen arbeiten, um mit ihnen noch einmal sehr detailliert das Prinzip des Zusammenschleifens zu thematisieren, dann werde ich auch ihnen den Lesepass vorstellen und sie in die Arbeitsweisen mit ihm einführen.
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