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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 3

Erstellt von: DHoffmann
03.10.2007 14:29 

Heute war der letzte Schultag vor den Herbstferien und der Rabe Raki war wieder weg. Als sein Verschwinden auffiel, begannen die wildesten Spekulationen: „Er hat vielleicht gedacht, wir hätten schon Ferien und ist heute einfach nicht mehr gekommen!“, „Vielleicht ist er bei Ela!“, „Raki hat bestimmt verschlafen!“. Manche Kinder machten sich auch ein bisschen Sorgen: „Wenn Raki gar nicht weiß, dass heute die Ferien anfangen und er morgen wiederkommt, erschreckt er sich sicher, weil niemand da ist!“. Wir befragten Lea über das Verschwinden des kleinen Raben, doch auch sie hatte keine Ahnung, wohin Raki verschwunden war. Viele Kinder schauten aus dem Fenster, manche riefen sogar in der Pause nach dem Vogel und wieder andere meinten, ihn in den Bäumen auf dem Schulhof gesehen zu haben. „Vielleicht kommt er ja noch in der Fünf-Minuten-Pause“, hofften wir.
Und so war es dann auch. Nach der Fünf-Minuten-Pause war Raki wieder da und er hatte einen Brief im Schnabel.
Wir warteten ja schon seit einiger Zeit auf eine Antwort von Ela und nun hatte sie wenigstens vor den Ferien noch antworten wollen. Da sie aber nicht mehr rechtzeitig zum Postkasten gekommen war, hatte sie Raki gerufen, damit er uns den Brief per Raben-Luftpost überbringen konnte.
Sie bedankte sich für unsere letzten Briefe und wünschte der Klasse wunderschöne erste Ferien. Sie erzählte, dass auch sie in den Urlaub fahren und den Kindern auf jeden Fall eine Karte schreiben würde. Vielleicht hätte ja auch jemand Lust ihr zu schreiben, sie würde doch so gerne Post bekommen. Wer das machen wollte, könnte die Karte ja einfach an die Schule schicken und Raki würde sie dann bestimmt per Raben-Luftpost zu ihr fliegen. Meine Klasse war begeistert: Zum einen darüber, dass Ela eine Urlaubskarte schicken wollte und zum anderen auch über die Idee, ihr aus den Ferien zu schreiben. Sie freut sich über alles, was sie von den Kindern hört, schrieb sie, ganz gleich, ob die Kinder ihre Ferien zu Hause verbringen oder wegfahren – Ferien sind Ferien und immer spannend, egal wo man ist!

Ich bin gespannt, ob Ela wirklich Post bekommt.
Die Idee des Urlaubskarten-Schreibens kam mir vor einigen Tagen ganz plötzlich in den Sinn und sie gefiel mir so gut, dass ich mir gleich einen Kontext überlegte, in den ich sie einbauen konnte.
Auf diese Weise lernen die Kinder eine weitere Art kennen, in der sie Schrift und Schreiben zur Kommunikation einsetzen können. Sicherlich haben sie auch schon vor Schulbeginn einmal Urlaubskarten verschickt, aber diesmal liegt die Verantwortung stärker in ihrer Hand: Nur sie wissen wirklich etwas über Ela und Ela möchte nur von ihnen eine Karte bekommen, nicht von der ganzen Familie…
Ich hoffe, dass dieser Einstieg gut gewirkt hat und meine Kinder tatsächlich zum Stift greifen.

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