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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 10

Erstellt von: DHoffmann
10.10.2007 21:45 

Für mich war der erste Tag nach den Herbstferien wieder ein bisschen aufregend: Es ist, natürlich, nicht so stark wie zu Beginn des Schuljahres, trotzdem merke ich, dass ich auch dieses Mal denke: „Mal sehen, wie alles so klappt.“ Ich bin gespannt, wie meine Kinder nach zwei Wochen zurückkommen, was sie von ihren ersten Schulwochen vor den Ferien noch behalten haben und wie sie arbeiten.

Schon als ich den Flur entlang kam, sah ich schon einige Kinder meiner Klasse auf dem Flur und als sie mich erkannten, winkten sie mir entgegen. Irgendwie ließ schon in dem Moment meine Anspannung schon etwas nach.
Dann waren wir wieder alle zusammen und ich stellte fest: „Alle Kinder freuen sich, wieder in der Schule zu sein!“
Wir begannen wie immer mit unserem Guten-Morgen-Lied, besprachen den Tagesplan und änderten das Datum.
Diese, vor den Ferien täglich beibehaltene Routine ist meinen Schülern immer noch geläufig, wir sind schnell wieder angekommen.
Schließlich wechseln wir in den Sitzkreis auf dem Teppich. Dieses Mal darf jeder von den Ferien statt vom Wochenende erzählen, das dann in der Eigenfibel aufgeschrieben werden soll.
Ich hatte vermutet, dass die Kinder sehr viel erzählen möchten.
Deshalb stellte ich, neben den bereits bekannten Gesprächsregeln, die Regel auf „Erzähle dein allerschönstes Ferienerlebnis.“
Meine Klasse kann die Gesprächsregeln immer gut einhalten, sie haben diese über die Ferien nicht vergessen. Auch die Begrenzung auf ein Erlebnis klappt gut.
Zu meiner Überraschung berichten viele Kinder nur sehr knapp. Ich versuche sie zu etwas ausführlicheren Ferienerzählungen zu animieren, indem ich Nachfragen stelle; daraufhin erzählen einige Kinder mehr.
Auch die Feriengeschichten unterscheiden sich sehr in ihrer Länge und Ausführlichkeit. Alle Kinder haben mindestens ein Wort geschrieben, manche Kinder schrieben mehrere Sätze.

An dieser Stelle bin ich wieder froh, mit einem solch offenen Konzept zu arbeiten. Nur so kann ich den Kindern in ihrer Individualität und ihrem unterschiedlichen Lerntempo und den verschiedenen Arbeitsweisen gerecht werden. Nur so ist es möglich, dass wirklich das eine Kind mehrer Sätze notiert, während ein Mitschüler ein Wort aufschreibt ohne sich gegenseitig unter Druck zu setzen oder warten zu müssen.

Die Texte in den Eigenfibeln zeigen mir, dass sie auch über zwei Wochen Herbstferien vieles behalten haben. Ich musste keinem Kind erneut erklären, wie es ein Wort verschriftlichen kann. Meine Klasse nutzt von sich aus die Dehnsprache, spricht sich die Wörter vor, manche Kinder nutzen dafür immer noch die Geste mit den Händen.
Insgesamt war es ein guter erster Schultag.
Ich habe deutlich gemerkt, wie gerne die Kinder wieder in die Schule gekommen sind, für viele waren diese zwei Wochen eine lange Zeit.
Auch sie schienen, wie ich, etwas aufgeregt zu sein, ihre Mitschüler wieder zu sehen. Sie hatten sich insgesamt alle sehr viel zu erzählen, sodass der erste Tag etwas unruhig war.
Morgen werden wir am Hör-, Schreib- und Seh-Pass arbeiten. Ich bin gespannt, wie dies klappt, schließlich ist diese Arbeit mit den verschiedenen Heften und dem Protokollieren im Hör-, Schreib- und Seh-Pass schon von der organisatorischen Seite aus recht schwierig…Wie wird dies nach zwei Wochen Pause klappen?


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