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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 10

Erstellt von: DHoffmann
10.10.2007 21:47 

Heute hatten wir wieder Freie Arbeit. Auch diese Arbeitsform ist meinen Schülern immer noch sehr geläufig. Ich habe mit einigen Kindern gearbeitet und dabei weitere Leser „entdeckt“. Drei Mädchen sind nun dazu gekommen und ich vermute noch weitere Kinder. Mit all diesen werde ich nun mit dem Lesepass beginnen, den ich in den Ferien für alle fertig gestellt habe.
Nach ersten Übungen an meinen Lesedosen haben „meine“ Leser auch schon Lesehausaufgaben bekommen, über die sie sich sehr freuten und auf die sie selbstverständlich sehr stolz waren. Allerdings habe ich es noch freigestellt, eine Lesehausaufgabe zu bekommen; wer dies noch nicht wollte, musste es nicht. Es soll gerade am Anfang des Lesens kein Druck entstehen. Wenn die Kinder immer wieder Leseangebote bekommen und diese wahrnehmen können, wenn sie sich dazu bereit fühlen, werden sie sehr viel eher Leselust und –motivation aufbauen, als wenn ich ihnen vorschreibe, zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas bestimmtes zu lesen.
Als Lesehausaufgaben habe ich die ersten Hefte aus „Graf Ortho´s Lesetruhe“ gewählt und außerdem kleine Lesehefte von mir verteilt, in denen jeweils zu einem Buchstaben auf jeder Seite stets ein Wort geschrieben steht.

Ein Junge las schon vor den Ferien. Als ich ihm heute eine Lesehausaufgabe anbot, sagte er mir, er hätte schon alle Hefte aus der Lesetruhe durch. Er hat heute sein erstes Buch außerhalb der Truhe und meiner Lesematerialien bekommen. Es ist eine Herbstgeschichte, die gut in die Jahreszeit und zu unserem Sachunterrichtsthema passt. Natürlich hat er für dieses Buch die Zeit, die er zum Lesen braucht.

Auch hier finde ich es wieder sehr hilfreich, so offen zu arbeiten. Wie sollte ich sonst diesen unterschiedlichen Lerntempi gerecht werden?
Wenn ich alle Kinder gleichbehandeln will, muss ich sie verschieden behandeln!
Dieser Satz, der mir schon während meines Studiums immer wieder begegnet ist, bewahrheitet sich auch an dieser Stelle wieder.

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