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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 17

Erstellt von: DHoffmann
17.10.2007 08:34 

Heute gebrauchten wir zum ersten Mal Schrift und Schreiben außerhalb des Faches Deutsch für einen unterrichtlichen Zweck. Gedankenlandkarte-1
Momentan besprechen wir im Sachunterricht, passend zur Jahreszeit, das Thema Herbst. Den Einstieg gestalteten wir in der Klasse mit einer „Gedankenlandkarte“. Diesen schönen Begriff brachte eine meiner Kolleginnen ein, um für das Mind Map einen kindgerechten Ausdruck zu finden. Ihre Idee des Einstiegs in das Thema gefiel mir so gut, dass ich auch in meiner Klasse so mit dem Thema begann.
Die Kinder arbeiteten in fünf Gruppen zusammen und hatten die Aufgabe, um das Wort Herbst, das in der Mitte eines Pappplakates stand, ihre Gedanken und Assoziationen zum Thema festzuhalten. Es stand ihnen dabei frei, zu malen oder zu schreiben.
Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie die Kinder arbeiteten: Alle Gruppen begannen zunächst damit, ihre Gedanken aufzuschreiben und nicht zu malen. Sie sprachen sich einzelne Wörter oder kurze Sätze vor und begannen diese, wie gewohnt, zu verschriftlichen. Ich erinnerte zwischenzeitlich immer wieder daran, dass sich die Kinder untereinander absprechen müssen, um nicht einen Gedanken mehrmals auf ihrem Plakat stehen zu haben. Diese kooperative Arbeit klappte wirklich gut – vor allem, wenn man bedenkt, dass wir diese Sozialform erst selten im Unterricht eingesetzt haben.Gedankenlandkarte-2
An einigen Stellen kamen kleine Diskussionen um die Schreibweise eines Wortes auf, ein Tisch besprach bei der Verschriftlichung eines Satzes einzelne Wortgrenzen. Diese Gespräche verliefen sachlich und ruhig, niemand machte komische Bemerkungen, wenn ein Kind ein Wort nicht so geschrieben hatte, wie es ein anderes vielleicht getan hätte, sondern merkte sachlich an, dass noch ein weiterer Laut zu hören sei oder an einer Stelle ein anderer Buchstabe geschrieben werden müsste.
An dieser Stelle muss ich meiner Klasse mal wieder ein großes Lob aussprechen für ihre wirklich sehr nette Art, miteinander umzugehen!
Zum Ende der Arbeitsphase waren die Gedankenlandkarten gut gefüllt, später waren zu den geschriebenen Wörtern auch farbige Bilder hinzugekommen, die das Geschriebene entweder ergänzten oder weiterführten.
Die einzelnen Gruppen stellten im Anschluss an die Sammlungs- und Schreibphase ihre Arbeitsergebnisse der Klasse vor und gebrauchten dabei zum ersten Mal bewusst ihre eigene Schrift als Leitfaden für das, was sie nun sagen wollten. Die Schüler hatten in den letzten zwanzig Minuten viele Aspekte zum Thema Herbst erarbeitet, die sie nun mithilfe ihrer Gedankenlandkarte erinnern konnten. Zwar war es manchmal schwer für die Kinder, einzelne Wörter zu lesen, doch da oft Bilder hinzugefügt worden waren, konnten alle Kinder der Gruppe, ob Leser oder Nicht-Leser, bei der Präsentation ihrer Arbeit mitwirken.Gedankenlandkarte-2
Während dieser Präsentationsphase spürte ich deutlich den Stolz, mit dem die Kinder ihre Arbeiten vorne an der Tafel präsentierten. Wir merkten aber auch den hohen Schwierigkeitsgrad, eigene Gedanken so zielgerichtet vor vielen anderen verständlich in Worte zu fassen – das sprachen auch einige Schüler aus.
Ich bin mit der Arbeitsweise und den Ergebnissen, sowie der Präsentation der Arbeiten sehr zufrieden: Auf der sozialen Ebene haben meine Kinder gemeinsam eine Aufgabe gelöst, indem sie sich untereinander abgesprochen, sich gemeinsam beraten und ich Gedanken verschriftlicht haben. Auf der fachlichen Ebene haben sie bezogen auf den Sachunterricht das Thema Herbst durch ihre Gedankenlandkarten vorstrukturiert und sich darauf eingestimmt. Bezogen auf das Fach Deutsch haben die Kinder eine weitere Funktion von Schrift und Schreiben kennen gelernt und selbst angewandt, indem sie sich eine Art großen Notizzettel anfertigten, den sie zum Ende der Stunde als Stütze für die Präsentation der Arbeitsergebnisse gebrauchen konnten.
Die Gedankelandkarten hängen nun in unserer Klasse.

Tags:

AW: 8. Schulwoche, Donnerstag: Eine "Gedankenlandkarte" regt zum Schreiben an

LIebe Frau Hoffmann,

eine tolle Idee, das mind-mapping schon so früh einzusetzen! Den Begriff Gedankenlandkarte finde ich für Kinder klasse.
Selbst wenn es den Schreibanfängern noch schwer fällt ihre eigenen "Verschriftungen" wieder zu erlesen, glaube ich gerne, dass auch Erstklässlern diese Methode in der Kombination von Schrift und Bild bei der Präsentation ihrer Gedanken hilft.
Den Stolz der Kinder, ihre Arbeitsergebnis sortiert vorstellen zu können, kann ich mir blendend vorstellen.
Ein weiterer, sehr wichtiger Schritt, die Bedeutung von Schriftsprache in einem Sachzusammenhang für die Kinder von Anfang an klar werden zu lassen. Bereichern Sie uns weiter mit Ihren Ideen!
Marianne


Von Marizi am   21.10.2007 17:11

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