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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Okt
21
Erstellt von:
DHoffmann
21.10.2007 21:50
Montags haben alle Schüler unserer Schule fünf Stunden. Wie immer habe ich am Wochenende den Unterricht für die kommenden Tage geplant. Montags heißt das für mich: die ersten beiden Stunden in meiner Klasse, dann eine Stunde Musik in einem dritten Schuljahr – meine Kinder haben dann Sport –, danach gebe ich noch einmal zwei Stunden in meiner Klasse. Ich habe alle diese Stunden vorbereitet. Heute Morgen habe ich, wie immer, den Tagesplan in meiner Klasse an die Tafel geschrieben – dabei allerdings vergessen, dass wir in der dritten Stunde gar nicht zusammen Unterricht haben. Ich wollte in dieser Stunde am HSSP weiterarbeiten lassen. Zwar wunderte ich mich etwas, an diesem Tag „plötzlich“ so viel Zeit zu haben und den Montagskreis, das Schreiben in die Eigenfibel und den HSSP unterzubringen, aber ich freute mich auch, so viel zu schaffen. Dann kamen die Kinder, alles lief seinen gewohnten Gang. Auf einmal stand ein Mädchen neben mir und fragte: „Frau Hoffmann, warum haben wir denn heute kein Sport nach der Pause?“ Erst da ging mir ein Licht auf, woher die „viele Zeit“ plötzlich gekommen war! Also wischte ich den HSSP auf dem Tagesplan weg und ersetzte ihn durch Sport. Da kam von mehreren Seiten Protest! „Warum machen wir denn heute keinen HSSP? Ich wollte doch meinen Buchstaben fertig machen!“ „Ich wollte doch heute mit dem „O“ anfangen!“ „Ich hatte mich schon auf den HSSP gefreut!“
Ich denke, diese Reaktion zeigt nur allzu deutlich, wie gerne die Kinder am HSSP arbeiten. Mittlerweile haben sie im Umgang mit dem Material und der Dokumentation ihrer Arbeiten im Pass so viel Routine erreicht, dass sie meist relativ selbständig arbeiten können. Ich denke, diese Selbständigkeit ist es, die ihnen besonders gut gefällt. Erleben sie möglicherweise in vielen Situationen ihres Alltags, immer wieder fragen zu müssen, wie es weitergeht oder wie sie etwas machen müssen, können sie hier alleine Entscheidungen treffen. Nebenbei wissen sie, dass die Arbeit am HSSP wichtig ist, wenn sie Buchstaben immer besser schreiben können und sie erfahren, dass ich diese Arbeit ernst nehme, indem ich ihnen entsprechende Rückmeldung gebe und ihre Leistungen Wert schätze.
In der Freien Arbeit erlebe ich ähnliches: Auch hier wird sehr offensichtlich, wie gerne die Kinder sich selbst eine Arbeit wählen und wie sie es genießen, alleine zu entscheiden, was sie mit wem und an welchem Platz arbeiten.
Auch diese Aspekte sprechen wieder für die Öffnung von Unterricht und die Anwendung offener Konzepte, die den Kindern derartige Entscheidungsräume lassen. Nur wenn Kinder so etwas von Beginn an lernen, werden sie wirklich befähigt, mündige Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft zu werden. Und genau das ist ja Aufgabe der Grundschule: Sie will und soll die Kinder auf ein eigenverantwortliches Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten und sie unterstützen, zu mündigen Bürgern zu werden. Dies ist auch in den Richtlinien und Lehrplänen für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen zu lesen.
Tags:
AW: 9. Schulwoche, Montag: HSSP-Stunden sind sehr beliebt!
Liebe Dagmar,
da ich schon seit längerer Zeit immer mal wieder Gast auf diesem Weblog bin, möchte ich mich just aus dem Untergrund mal melden und mich für deinen unermüdlichen Einsatz bedanken. Ich finde es beeindruckend, dass du dir trotz deines ganzen Schultrubels regelmäßig Zeit nimmst, und detaillierte Berichte über deinen Unterricht verfasst. Ich befinde mich derzeit im Erziehungsurlaub und gnieße es, auf diese Art und Weise gelegentlich Schulluft zu schnuppern....und bekomme dabei wieder ganz viel Lust auf Schule.
Heute hat mich besonders deine Äußerungen zum offenen Unterricht angesprochen. Ob in Form von Freiarbeit, Stationen oder Rechtschreibwerkstatt, eine echte konzentrierte Arbeitsatmophäre, geprägt vom sozialen Miteinander konnte ich auch überwiegend nur in diesen Unterrichtssituationen beobachten. Ich verstehe gar nicht, wie einige Kollegen so vehement an ihren frontalen - für mich auch echt anstrengenden - Phasen festhalten und sich mit einer Scheinarbeitsatmosphäre begnügen, die zu wenig nachhaltigen Ergebnissen führt. Kinder kann ich nur zur Selbständigkeit erziehen, wenn ich ihnen immer wieder Möglichkeiten biete, selbständig zu handeln. Und sie werden es, sie wachsen zu starken zufriedenen Persönlichkeiten heran. Das konnte ich in den letzten neun Jahren in meinen Klassen beobachten. Leider sehe ich nur etwas besorgt, dass diese Selbständigkeit an den weiterführenden Schulen - zumindest hier in unserem Kreis - nicht besonders gefördert wird. Ich würde mich freuen, wenn alo auch die SEK-Kollegen ihren Bildungsauftrag bezüglich "Befähigung zum eigenverantworlichen Leben in einer demokratischen Gesellschaft" etwas gezielter verfolgen würden.
Getreu dem (etwas veränderten) Motto: Hilf ihnen es selbst zu tun, wünsche ich dir weiterhin gutes Gelingen Herzliche Grüße aus Unna Birgit
Von HESSI am
22.10.2007 23:01
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AW: 9. Schulwoche, Montag: HSSP-Stunden sind sehr beliebt!
Liebe Daniela!
Schade, dass ich meinen Kommentar vom Vortag nicht mehr ändern kann. Denn dann würde ich dich auch mit deinem richtigen Namen ansprechen. Daniela, natürlich nicht Dagmar. Verzeih mir bitte diesen Lapsus.
Ciao Birgit
Von HESSI am
23.10.2007 22:21
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AW: 9. Schulwoche, Montag: HSSP-Stunden sind sehr beliebt!
Hallo Birgit!
Danke für deinen netten Zuspruch! Ich habe mich sehr darüber gefreut und sehe mich in vielen deiner Ausführungen wieder, z.B. bezüglich der weiterführenden Schulen...
Mach dir wegen des falschen Namens keine Gedanken, ist überhaupt nicht tragisch!
Herzlich, Daniela
Von DHoffmann am
24.10.2007 13:42
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