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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Okt 21

Erstellt von: DHoffmann
21.10.2007 21:51 

Diese Woche haben wir zum ersten Mal gemeinsam ein Bilderbuch gelesen und daran gearbeitet: „Pezzettino“ von Leo Lionni.
In diesem Buch sucht eine kleine Gestalt in Form eines Würfels (Quadrates) nach seiner Identität und trifft auf diesem Weg verschiedene Gestalten, die stets aus einzelnen Würfelbausteinen zusammengesetzt sind:
• Der, der stark ist, nimmt eine große Fläche ein und ist aus einer Menge Würfeln zusammengebaut.
• Der, der rennt, hat auffällig lange Beine.
• Der, der schwimmt, sieht aus wie ein Fisch und ist in Blau-Grün-Tönen gestaltet.
• …
Pezzetino fragt jeden, den er trifft, ob er vielleicht ein Teil von ihm ist. Doch alle verneinen diese Frage. Schließlich stellt sich heraus, dass er so, wie er ist, ganz und gar fertig und einfach er selbst ist. Als Pezzettino das erkennt, ist er glücklich und zufrieden, beendet seine Suche und kehrt zu seinen Freunden zurück.

Gerade zu Beginn der Schuleingangsphase bietet sich das Buch „Pezzettino“ an. Die gerade eingeschulten Kinder suchen noch ihren Platz in der neuen Gemeinschaft und lernen sich selbst erst nach und nach besser kennen. Positiv erlebte Selbstfindung wird möglich durch Bestätigung der eigenen Persönlichkeit und Vertrauensaufbau zu den anderen Mitgliedern der Gruppe, hier also der Klasse. Jeder ist einzigartig und sollte so angenommen werden, wie er ist. Hierzu kann die Geschichte von Pezzettino beitragen, indem sie genau diese Aspekte thematisiert und in einer positiven und bestärkenden Form vorlebt (Vgl. Limper, Brigitte: Pezzetinos Freunde. In: Grundschule Kunst, Heft 28, S. 2/3).

Wir begannen die Arbeit an dem Bilderbuch mit einer gemütlichen Vorleserunde. Alle konnten es sich etwas bequem machen und ich las die Geschichte vor. Dabei zeigte ich die Bilder des Buches. Nachdem die ersten zwei Figuren aufgetreten waren, war die Erzählstruktur bekannt. „Pezzetino traf den, der gut schwimmen kann. Er fragt ihn: „Bin ich ein Stück von Dir?“ „Nein“, antwortet der, der gut schwimmen kann. „Sonst könnte ich doch nicht so gut schwimmen!“
Bei den folgenden Figuren ließ ich die Kinder Vermutungen über die Namen der auftretenden Figuren anstellen und die wörtliche Rede sprechen. So verinnerlichten sie schnell diese immer wiederkehrende Struktur.
Ich erklärte meinen Schülern, dass wir in den nächsten Tagen selbst ein Buch über Pezzettino schreiben würden. Dafür werden wir die Seiten des Buches im Kunstunterricht selbst gestalten und schließlich auch die Texte zu unseren Bildern schreiben.
Auch aus diesem Grund war es mir so wichtig, dass die repetetiven Strukturen des Buches gut bekannt waren, denn sie unterstützen das Finden von Schreibideen und das Verfassen eigener Texte.

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