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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Nov 5

Erstellt von: DHoffmann
05.11.2007 18:48 

Ich habe unser klasseneigenes Buch über Pezzettino gebunden. Zum Abschluss dieser kurzen Schulwoche wollten wir es gemeinsam lesen.
Ich habe die einzelnen Kindertexte in „Erwachsenenschrift“ aufgeschrieben und abgetippt zu den Kindertexten geklebt. So kann unser Buch auch von den Kindern selbst gelesen werden. Schon im Zusammenhang der Eigenfibeln haben wir Kinderschrift und Erwachsenenschrift thematisiert. So ist dieses Vorgehen nichts Neues für die Kinder und wird von ihnen auch richtig verstanden und aufgenommen.
Vor die einzelnen Kinderseiten habe ich den Anfang des Buches geschrieben, allerdings in den Worten, die die Kinder gebrauchten, wenn sie die Geschichte nacherzählten. Auf die gleiche Weise habe ich unser Buch beendet.

Bevor wir mit dem Lesen unseres eigenen Buches begannen, machten wir es uns ein bisschen gemütlich, um wirklich gut und entspannt zuhören zu können.
Ich saß vor der Klasse auf einem Stuhl, hielt die Buchseiten hoch und las die von den Kindern geschriebenen Texte vor.
Alle hörten sehr gespannt zu, manchmal kommentierte ein Kind eine Seite mit den Worten: „Die Seite ist von mir!“ oder „Das habe ich geschrieben!“
Diese Kommentare zeigen, wie wichtig den Kindern ihr Buch ist und wie sehr sie sich mit ihrer Arbeit identifizieren.
Nachdem ich unsere Geschichte zu Ende gelesen hatte, fragte ein Junge, ob er das Buch auch einmal in der Freien Arbeit lesen könne. Auch darin drückt sich die Wertschätzung und der Stolz aus.

Auch für mich hatte diese Arbeit einen besonderen und vielschichtigen Wert: Zum einen, selbstverständlich, den des neuen Schreibanlasses, zum anderen aber auch den Aspekt der Gemeinschaftsarbeit. Jedes Kind hat zu unserem Buch etwas beigetragen und mit seiner Seite und seinem Text an der Geschichte mitgeschrieben. Die Kinder, die sich noch gar nicht so lange kennen, erleben sich hier auf eine neue Art als Gemeinschaft und erfahren, wie wichtig jeder einzelne für diese Gemeinschaft ist.

Tags:

AW: 11. Schulwoche, Mittwoch: Wir lesen unser „Pezzettino“-Buch

Liebe Daniela,
wieder habe ich heute neugierig Ihr Tagebuch verfolgt. Ich drucke mir immer Ihre Seiten aus und möchte gerne Ihr 1. Schuljahr auf diese Weise begleiten, natürlich auch von Ihnen lernen.
Ich habe mich auch unsagbar sehr über Ihre netten Zeilen gefreut.
Heute habe ich mir auch einen Fortbildungslehrgang für diese Werkstatt herausgesucht. Im Februar findet ein Anfängerkurs in Berlin statt.
Ich würde gerne viel mehr über diese Unterrichtsmethodik kennenlernen, v.a. wie man hiermit auch systematisch ein ganzes Schuljahr über unterrichten kann, differenziert, fachübergreifend und auch dann jahrgangsübergreifend. Die Materialhinweise und die Beiträge in diesem Portal haben mich sehr neugierig gemacht.
Ich hopse leider immer noch nur von Woche zu Woche. Meine Jahresplanung liegt immer noch auf Eis. Damit komme ich überhaupt nicht voran. Ich habe zwar unheimlich viele Ideen, aber in ein vernünftiges System bringe ich meine Gedanken nicht.
Ich freue mich unsagbar sehr, dass wir einmal auch telefonieren können. Ich kann mich da einfach besser artikulieren.
Ich denke, dass mir auch wirklich eine Grundschulausbildung fehlt.
Nur mit einem Selbststudium kann man nicht alles aufholen. Ich habe schon so viel Geld für methodisch didaktischen Material ausgegeben, aber manches auch einfach als nicht gebrauchbar wieder abgelegt.

Ich schreibe Ihnen sehr gerne meine EMail auf und würde mich unheimlich sehr freuen, wenn wir in Kontakt treten könnten. Ich könnte Sie auch immer anrufen, damit sie keine Kosten zusätzlich hätten.

Vielen herzlichen Dank und einen netten Gruß aus Berlin
von Martina

eMail: mschultz@online.de

Ja, meine kollegen bevorzugen den Frontalunterricht und die sehr enge Anlehnung an ein Lehrbuch.

Von Anton am   05.11.2007 22:18

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