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blog.rechtschreibwerkstatt.de
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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Nov
25
Erstellt von:
DHoffmann
25.11.2007 18:50
An diesen beiden Tagen haben wir sehr ausführlich am Hör-, Schreib- und Seh-Pass weitergearbeitet. Insgesamt kommt meine Klasse sehr gut mit dem Hör-, Schreib- und Seh-Pass zurecht. Die meisten Kinder arbeiten sehr zielgerichtet an ihren Aufgaben und man merkt deutlich, dass sie gerne vorankommen möchten. So fragen viele Kinder oft bei der Besprechung der Hausaufgaben, ob sie auch noch mehr als das gemeinsam Angekreuzte machen können. Einerseits freue ich mich natürlich über den Arbeitswillen meiner Klasse, andererseits betone ich bei der Beantwortung dieser Fragen auch immer, dass sie nicht mehr machen müssen und es mindestens ebenso wichtig ist, am Nachmittag auch noch Zeit zum Spielen zu haben! Nur bei sehr wenigen Schülern meiner Klasse muss ich etwas darauf achten, dass sie wirklich alle Arbeiten des Hör-, Schreib- und Seh-Passes erledigen und nicht nur die Übungen immer wieder wiederholen, die ihnen am leichtesten fallen oder die sie einfach am liebsten machen. So arbeitete ein Schüler immer wieder an der Sortiertafeln, stets zu ein und dem selben Buchstaben und jeweils zum Beginn der Rechtschreibwerkstattstunde. Zunächst war das absolut in Ordnung, da es der Pass ja auch so vorsieht. Doch als er sie zum dritten und vierten Mal machen wollte, griff ich ein: Zum einen, weil ich sicher war, dass er den Anlaut sicher bestimmen kann – er hört bereits viele In- und Endlaute ziemlich sicher – und zum anderen, weil er sich mit dem Schreiben, besonders dem sauberen und bewegungsrichtigen Schreiben der Buchstaben, sehr viel schwerer tut. Ihm habe ich nun die Aufgabe gegeben, erst diesen Buchstaben fertig zu arbeiten. Nach jedem Teilschritt muss er mir seine Arbeit zeigen, sodass wir dann gemeinsam die nächste Übung besprechen und festlegen, die er dann nach ihrer Beendigung wieder bei mir vorzeigen muss.
Ich bin zwar nicht ganz glücklich mit dieser etwas rigideren Vorgehensweise, die diesen Schüler in seiner Selbständigkeit einschränkt, doch da mir auch in anderen Situationen aufgefallen ist, dass es ihm schwerer fällt, durchgängig, zügig und konzentriert an einer Sache zu arbeiten, wundert es mich im Grunde nicht, dass diesem Kind dieser offene Umgang mit der Arbeitsorganisation nicht leicht fällt. Möglicherweise hilft ihm eine vorübergehende Einschränkung seiner Entscheidungsfreiheit, in dieses System besser hineinzufinden und so nach und nach mit diesem Maß an Selbständigkeit zurecht zu kommen – denn langfristig soll er schon seinen Arbeitsprozess eigenständig planen und selbständiger durchführen als er es momentan „darf“.
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