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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog
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Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.
Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!
Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!
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Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet
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Dez
9
Erstellt von:
DHoffmann
09.12.2007 13:02
In unserer Schule beginnt jede Adventswoche montags morgens mit einem gemeinsamen Singen der ganzen Schule im Forum. Wir begrüßen uns kurz in der Klasse und gehen dann hinunter. Es werden gemeinsam traditionelle Adventslieder gesungen und wer möchte, kann in diesem Rahmen auch etwas vortragen, sei es ein Gedicht, ein Lied…
Für meine Klasse war dieser Tag auch noch in einer anderen Hinsicht ein ganz Besonderer.
In den vergangenen zwei Wochen hatten wir im Kunstunterricht aus Ton Häuser gebaut. So entstanden, zusammen mit meinem Modell, 24 individuell gestaltete Häuser, die nun im Forum zu einem Adventsdorf aufgebaut sind. Jeden Tag wird in einem Haus eine Kerze angezündet, es ist also ein leuchtender Adventskalender, in dem am letzten Schultag, auch wenn dann noch nicht der 24. Dezember ist, alle Lichter angezündet sein sollen.
An diesem Montag konnten wir nun die ersten drei Häuser erleuchten, darauf warteten alle schon mit Spannung – mich eingeschlossen!
Nach dem gemeinsamen Singen versammelten wir uns also um unser Dorf und die drei Kinder, die heute auch am Klassenadventskalender ein Türchen öffnen durften, steckten in ihrem Tonhaus die Kerze an. Es dämmerte noch, sodass die erleuchteten Häuser noch als erleuchtet zu erkennen waren. Bei noch stärkerer Dunkelheit wäre es aber sicherlich noch wirkungsvoller gewesen. So vereinbarten wir, dass ich die Häuser schon erleuchte, sobald ich in die Schule komme. Die Kinder können nun durchs Forum in die Klasse gehen und sehen ihr Adventsdorf im Dunkeln immer heller werden.

Dann gingen wir zurück in die Klasse und öffneten dort unseren Adventskalender.
Wir haben keinen Kalender mit Süßigkeiten. Unser Adventskalender ist eine Art Folie, die ein Bild zeigt und die mit Papier überklebt und am Fenster angebracht wird. Jeden Tag kann ein Stück Papier von der Folie losgelöst werden, sodass dann der freigelegte Teil des Bildes durch das nun durchfallende Licht wie erleuchtet erscheint. Zu dem Kalender gehört eine Geschichte, die sich mit dem Öffnen jedes Bildes fortsetzt. Dabei entzünden wir unseren Adventskranz und eine Adventskalender-Kerze, die uns eine Mitschülerin aus dem Urlaub mitgebracht hat. Auf dieser Kerze stehen alle Zahlen von eins bis 24 und jeden Tag darf man die Kerze soweit abbrennen, bis das Tagesdatum verschwunden ist. Mit dem Kleiner werden der Kerze sieht man das Näher rücken des Heiligen Abends.
Nach dieser adventlichen Stunde erzählten wir von unserem ersten Adventswochenende. Beinahe alle Kinder berichteten von ihren Adventskalendern und den darin versteckten Überraschungen. Man merkte ihnen die Aufregung beim Erzählen richtig an und ich erinnerte mich plötzlich wieder sehr gut an meine Kindheit und die Spannung, was im nächsten Säckchen oder hinter dem nächsten Türchen wohl versteckt sein mochte. Auch ich hatte manchmal die nächsten Säckchen befühlt und versucht herauszubekommen, was wohl darin sein mochte…Als Kind ist man einfach so sehr von all dem erfüllt, wie man es als Erwachsener in der Hektik der Vorweihnachtszeit oft gar nicht mehr sein kann. So genieße ich es noch einmal mehr, die Adventszeit mit meiner Klasse zu erleben. Gemeinsam mit Kindern erlebt man diese Tage viel intensiver und kommt nicht nur am Adventssonntag in besinnlicher Stunde am Adventskranz zum wirklichen Erleben dieser Tage…
Nach diesen Montagserzählungen war es für mich nicht weiter verwunderlich, dass beinahe alle Kinder in ihren Eigenfibeln von Adventskalendern, Säckchen und Türchen schrieben und oft ganz genau berichteten, was sie in welchem Kalender „gefunden“ hatten.
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