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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Jan 4

Erstellt von: DHoffmann
04.01.2008 12:50 

Nun endlich wieder ein neuer Eintrag ins Internet-Tagebuch – wie versprochen von den wenigen Tagen der Adventszeit, die ich mit meiner Klasse in der Schule erlebt habe!

Vieles ist in der Vorweihnachtszeit anders gewesen als es sonst in meiner Klasse üblich ist – und nicht nur krankheitsbedingt, sondern einfach auch deshalb, weil diese gerade für Kinder besondere Jahreszeit einiges an Änderungen und Besonderheiten fordert.
So sind beispielsweise die Lonigeschichten nicht wie sonst jeden Donnerstag erzählt worden, denn an deren Stelle trat oft das Weitererzählen der Weihnachtsgeschichte. Jedes Kind hat diese in einem Leporello schreibend und malend für sich – und seine Familie – festgehalten.

In diesem Zusammenhang habe ich eine interessante Erfahrung gemacht, die mir zwar eigentlich aus der Literatur bekannt war, die ich jedoch an dieser Stelle ganz deutlich vor Augen geführt bekam.
Ich erzählte meiner Klasse die Weihnachtsgeschichte in einzelnen Abschnitten. Dazu schrieben wir gemeinsam einen Satz an die Tafel, den die Kinder dann auf ihre Leporello-Seite übertrugen und im Anschluss daran dazu malten.
Dafür hatte ich ein Arbeitsblatt vorbereitet, das den Kindern bei ihrer Arbeit eine Struktur vorgab. So zeigte dieses Blatt in der oberen Hälfte ein Rechteck, in das die Kinder zu dem jeweiligen Teil der Geschichte malen konnten, darunter hatte ich zwei Reihen Schreiblineatur (die „normale“ Lineatur für das erste Schuljahr) aufgezeichnet, die für den formulierten Satz gedacht waren.
Grundsätzlich war ich mit diesem Vorgehen zufrieden.
Ich finde es sehr wichtig, Kindern eine Struktur vorzugeben, die ihnen einerseits einen anleitenden Rahmen gibt, gleichzeitig aber auch genügend Spielraum für eigene Ideen und Gestaltungen lässt. Kinder lernen so strukturierende Elemente kennen und bekommen Muster aufgezeigt, ihr eigenes Arbeiten zu ordnen und übersichtlich zu gestalten.
Auch in der Praxis hat diese Orientierungshilfe gut funktioniert, nur die Lineatur erwies sich als Schwachstelle.
Vielen Kindern meiner Klasse fiel es unheimlich schwer, die Buchstaben richtig in die Reihen zu schreiben.

Während meinen Vorbereitungen hatte ich überlegt, wie ich das Arbeitsblatt am besten gestalten sollte und mich schließlich für diese Lineatur entschieden – mit dem Gedanken, dass die Kinder diese bereits aus der Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass kennt; das „Häuschenheft“ hat ebenfalls eine solche Lineatur, mit der die Kinder lernen, wo die einzelnen Buchstaben genau wohnen – ein Häuschen gliedert diese Dreierlineatur dabei in Dach, Erdgeschoss und Keller. Bei diesen Arbeitsschritten macht diese Lineatur keinem Kind derart große Probleme.
Doch im Rückblick erkenne ich, dass ich einen entscheidenden Punkt übersehen habe:
Wenn die Kinder während der Arbeit am Hör-, Schreib- und Seh-Pass in diese Lineatur schreiben, habe ich ihnen am Zeilenanfang den jeweiligen Buchstaben oder einzelne Wörter hineingeschrieben; sie haben damit das Beispiel direkt vor Augen.
Beim Schreiben des Leporellos konnten sich die Kinder den Beispielsatz zwar auch immer wieder anschauen, doch stand dieser nun an der Tafel und sie mussten den Kopf heben, um ihn zu lesen und wieder senken, um zu schreiben. Dabei die Orientierung in den drei Reihen der Lineatur zu behalten, war für viele Kinder sehr schwer.
Ich habe dann als Hilfe die Linie dicker gezogen, auf der die Buchstaben stehen, doch auch das war nicht so hilfreich wie erhofft.

Beim nächsten Mal werde ich deshalb ein solches Arbeitsblatt anders gestalten: es hätte zwar immer noch den Kasten zum zeichnen, doch darunter würde ich entweder einfach freien Platz zum Schreiben lassen oder lediglich eine Linie zeichnen, auf der dann geschrieben werden kann - je nachdem, mit welchem Arbeitsblatt das einzelne Kind besser zurecht kommt.

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