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Der Rechtschreibwerkstatt-Blog minimieren

Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 berichtet in diesem "Tagebuch" (neudeutsch "Blog") eine Lehrerin aus dem Münsterland von Ihren Erfahrungen mit der Rechtschreibwerkstatt ab der ersten Klasse.

Nachdem auch das zweite Schuljahr bereits beendet ist, geht das Blog nun in die dritte Runde: Schuljahr 2009/2010!

Wir freuen uns sehr über Ihr reges Interesse und die netten Kommentare zu den einzelnen Einträgen!



   
Letzte Sommerferienwoche, Sonntag: Alles ist wieder vorbereitet minimieren
Jan 13

Erstellt von: DHoffmann
13.01.2008 16:04 

Nach den Feiertagen und einem guten Start in das neue Jahr bereitete ich mich Anfang Januar auf den Schulbeginn vor.
Durch meine Fehlzeit in der Weihnachtszeit kam es mir besonders lange her vor, dass ich meine Kinder gesehen hatte.
So freute ich mich nun umso mehr, meine Klasse jetzt wieder selbst unterrichten zu können. Gleichzeitig verspürte ich aber auch Respekt vor dem, was nun wieder begann – doch ich glaube, dass dieses Gefühl immer mal wieder zum Ferienende auftaucht…

Der erste Schultag, ein Montag, sollte wie üblich beginnen. Mir ist eine gleich bleibende Tages- und Wochenstruktur sehr wichtig und so war klar, dass wir nach den Ferien die Woche wieder mit unserem Montagskreis und dem Schreiben in die Eigenfibel beginnen würden.
Im Grunde sollte es ein Ferienkreis werden, nachdem das schönste Ferienerlebnis in die Eigenfibel eingetragen werden sollte. Man hätte denken können, dass viele Kinder von Weihnachten, ihren Geschenken und vielleicht auch von Silvester erzählen würden, doch diese besonderen Tage der Ferien lagen für die meisten Kinder schon viel zu weit zurück als dass sie jetzt in Erinnerung gekommen wären.
So wurde unser erster Erzählkreis im neuen Jahr eher ein „ganz normaler“ Montagskreis, in dem die meisten Kinder wie auch sonst von den letzten zwei oder drei Tagen erzählten.
Unsere Gesprächsregeln riefen wir uns gemeinsam ins Gedächtnis, dann ging der Raki um. Meine Schüler erzählten ähnlich wie sie es vor den Ferien getan hatten, nicht unbedingt ausführlicher, aber auch nicht sparsamer. Allerdings brauchte es einige Zeit, bis Kinder Nachfragen stellten. Es machte den Eindruck, als müssten sie in diese Kommunikation untereinander erst wieder hineinfinden, denn gegen Ende des Kreises meldeten sich immer mehr Schüler und wollten Details zu den Erlebnissen ihrer Mitschüler erfahren.

Nach dem Erzählkreis gingen alle zurück an ihre Plätze, jeder bekam seine Eigenfibel und wirklich alle Schüler begannen recht schnell mit dem Schreiben; ich musste keine Kind dazu anhalten, nun wirklich mit der Arbeit zu beginnen.
Auch in dieser Arbeitsphase erkannte ich meine Kinder wieder: Einige Schüler verfassten recht ausführliche Texte ohne von mir noch einmal ermuntert zu werden, etwas mehr zu schreiben; andere dagegen formulierten einen Satz und wollten damit ihre Arbeit beenden. Je nach Leistungsstand des Einzelnen forderte ich sie auf, doch noch einen Satz zu notieren und machte, orientiert an den Erzählungen aus dem Montagskreis, Vorschläge, was möglicherweise noch geschrieben werden könnte.
Darauf ließen sich die meisten dieser Kinder ein – ein Fortschritt in ihrer Entwicklung, denn noch vor den Ferien hatten in solchen Augenblicken die Meisten geantwortet: „Ich weiß aber nicht mehr, was ich schreiben soll!“ und sich nicht auf Vorschläge meinerseits eingelassen.
Und ich machte noch eine Feststellung:
Einer meiner Schüler, der sich vor den Weihnachtstagen noch sehr schwer getan hatte, von seinem Wochenende in die Eigenfibel zu schreiben und sich meistens „nur“ ein Wort überlegt hatte, dass er als Wortruine aufschrieb, formulierte nun, gut zwei Wochen später, einen Satz, den ich – auf dem Hintergrund seines Beitrags aus dem Erzählkreis – lesen konnte. Ich freute mich sehr über diesen Schritt und teilte meinem Schüler mit, wie stolz ich auf ihn sei. Auf seinem Gesicht erschien ein Lachen, auch er freute sich: bestimmt über mein Lob, aber mit Sicherheit auch, weil ihm bewusst wurde, das er an diesem Montag einen ganzen Satz geschrieben hatte!
Es ist wirklich erstaunlich, was manchmal innerhalb von zwei Wochen passiert!



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