Hallo Graf Ortho,
neulich saßen meine Familie und ich beim Abendessen. Dabei ist meiner Frau der Teller mit den Würstchen heruntergefallen. „Jetzt ist der schöne Teller entzwei und die Würstchen auf dem Boden!“ rief meine Frau ärgerlich aus. Mein Sohn, Felix, 8 Jahre, machte ein erstauntes Gesicht. Erst dachte ich, wegen der Würstchen. Doch er fragte: „Warum sagst du nicht ‚kaputt’? Was heißt entzwei?“
Da antwortete meine Frau (zu meinem Erstaunen!), ihre Mutter habe immer gesagt, ‚kaput’ (sie sprach das Wort mit langem [u]) sei kein schönes Wort. Das hätten uns die Franzosen eingeschleppt.
Nun waren wir erst recht erstaunt. Das Wort „kaputt“ soll ein Fremdwort sein?
Wir vergaßen diese Situation, bis tags drauf unser Sohn eine Ausrede suchte, die Mathe-Hausaufgaben nicht machen zu müssen. Seine Entschuldigung:
„Du hast gesagt, das Wort kaputt heißt soviel wie entzwei. Dann bin ich jetzt viel zu entzwei, um Mathe zu machen.“
Da haben wir beide gelacht. Trotzdem ist unsere Frage an Graf Ortho:
Wenn ein Teller kaputt geht, dann ist er zerbrochen. Wenn man kaputt ist, dann ist man müde. Wo ist da ein Zusammenhang?
Vielen Dank,
Felix, Minty & Familie
P.S. Die Hausaufgaben musste er natürlich trotzdem machen.