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 28.11.2007 12:28
 
Meine Schüler in der LRS-Förderung fragen:
Das lange i schreiben wir nach der Regel ie, so auch in "ergiebig". Warum schreibt man dann aber "gib", du "gibst" usw. ohne e? Diese Wörter gehören doch alle zu dem Wortstamm "geben" - "ergeben".
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 17.12.2007 20:49
 
 bearbeitet durch rs.admin  am 18.12.2007 08:37:48

Liebe Kinder,

die Vokalwechsel bei den unregelmäßigen Verben sind ein wirklich schwieriges Thema, an dem sich schon viele die Zähne ausgebissen haben. Auch unser Herr Alt mag diese Wörter nicht so sehr, da die Erforschung des Vokalwechsels meist mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Deshalb hat die Antwort auch etwas länger gedauert.

Zum Glück waren keine anderen Prinzipienwächter da, als Herr Alt sich mit der Antwort auf diese Frage beschäftigte. Sonst hätte es bestimmt noch eine lange Diskussion gegeben. Sicherlich wäre Herr Alt in seinen Ausführungen auch von Kurz gebremst worden. Doch da Herr Alt ganz alleine war, ist seine Antwort etwas länger ausgefallen. Ihr wisst ja: Herr Alt holt gerne etwas aus.

Hier findet ihr Herrn Alts Überlegungen zu eurer Frage.

Einen herzlichen Gruß nach Dortmund

Graf Ortho

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 17.12.2007 21:15
 
Lieber Graf Ortho,

das ist ja mal wieder eine tolle Recherche, die hinter dem Link steckt. So hätte ich mir weiland meine Mittelhochdeutsch- und Althochdeutsch-Proseminare gewünscht!

Diese Frage war mir unlängst auch von TeilnehmerInnen einer Fortbildung gestellt worden. Und da konnte ich auch nur antworten: Ich weiß es nicht - aber, ist das nicht interessant?

Im Rheinland ist das i bei gibt übrigens eindeutig kurz. Z.B in der Redewendung "Leck mich am A..., dat jitt et doch net."

Eine Frage bleibt noch: Wenn das i aber nun kurz wiedergegeben wird in der Schreibweise, müsste das Wort dann nicht mit Doppel-b geschrieben werden analog zu nehmen - nimmst (Das ist sogar dieselbe Ablautreihe.)?

Liebe Grüße
Thomas
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 23.12.2007 21:42
 

Hallo Graf Ortho, lieber Herr Alt,

in der 6. Auflage des Dudens, 1900, wird auf den (bevorstehenden) Bruch der i-e-Schreibung in "du gi(e)bst usw. schon verwiesen. Duden schreibt in einer Fußnote: " Das preußische und das württembergische [amtliche Regelbuch] gestatten [schon], das bayerische [amtliche Regelbuch] verlangt gibst, gibt, gib. Da die Aussprache mit kurzem i in ganz Süddeuschland und in einem großen Teil Mitteldeutschlands entschieden vorherrscht, so wäre zu wünschen, daß beiden Formen Gleichberechtigung zugestanden würde."

Damit ist klar, dass die gib-Schreibung von ie nach i kippte, da die Aussprache des Vokals i in großen Teilen Deutschlands überwältigend kurz ausfiel.

Warum aber der nachfolgende Konsonant - aufgrund des kurzen Vokals - nicht "angepasst" wurde, sehe ich nicht ein.

Mit weihnachtlichen Grüßen

ANNEK

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