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 21.06.2017 12:13
 

Lieber Graf Ortho,

ich bin zwar kein Kind, habe mir aber beim MWS-Sortieren mit einem solchen gestern die Frage gestellt, warum das Wort "Glas" eigentlich als  LV-Wort markiert ist. Klar, das "a" wird lang gesprochen und danach kommt ganz regelhaft nur ein Konsonant - aber der hat es ja in sich. Was LV betrifft, müsste das doch eigentlich ein "ß" sein, da sich das "s" zischend und nicht summend anhört. Dass "Glas" trotzdem mit einem normalen "s" geschrieben wird, erschließt sich den Kindern doch erst in WU, wenn Kontrollwörter gebildet werden und man hört, dass sich beim Wort "Gläser" das "s" anders, nämlich summend, anhört, sich der "s"-Laut also ändert und somit kein "ß" geschrieben wird. Ich nenne das immer die "WU-Komponente der ß-Regel". Das selbe gilt für "Gras", bei dem vermutlich auch ein "LV" auf der Vorderseite des MWS-Kärtchens aufgedruckt ist. Wäre es nicht besser, diese Kennzeichnung wegzulassen, da diese Wörter nicht für die Regelbildung hilfreich sind?

Herzliche Grüße vom Bodensee

Doris

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 21.06.2017 17:10
 
 bearbeitet durch sost  am 21.06.2017 17:16:24

Liebe Doris,

deine Analyse ist ganz richtig.

Das Wort "Glas" kommt im Modellwortschatz 2 (Nr. 595) vor. Hier ist es dem Lernbereich WU zugeordnet, da ich nur durch das Kontrollwort herausfinden kann, ob das Wort mit s oder ß geschrieben wird. Die Zuordnung findest du auf der Rückseite der Karteikarte (ganz oben links).

Viele Grüße aus Beckum

Norbert

 

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 26.06.2017 09:36
 

Lieber Graf Ortho,

vielen Dank für Deine Antwort. Mein Problem mit dem "Glas" und dem "Gras" taucht ja eigentlich auch nur dann auf, wenn wir die ß-Regel erarbeiten und ich die Kinder Wörterkärtchen, auf denen vorne im ersten Fensterchen ein "LV" aufgedruckt ist, sammeln und diese dann in die Spürnasentabelle eintragen lasse; "Glas" taucht dann eben bei korrekter Sortierung in der Spalte unter dem Referenzwort "Wüste" auf, bei den Wörtern mit stimmlosem "s". Zur ß-Regel aber trägt es trotzdem nicht bei, weil man ja erst in WU kommen muss, um sich erklären zu können, wieso da trotz langen Vokals und eines zischenden "s" als einzigen Konsonanten kein "ß" geschrieben wird. Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, das "LV" auf der Vorderseite wenigstens dünn zu drucken. Momentan erkläre ich dann eben den Schülern, wenn sie bemerken, dass doch "Glas" und "Gras" alle meine Kriterien erfüllt, trotzdem aber nur mit normalem "s" geschrieben wird, eine Ausnahme ist, die sie später werden verstehen können - hach, immer diese Ausnahmen.......

Herzliche Grüße

Doris

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 29.06.2017 23:48
 

Liebe Doris,

mit welchen Wörterkarten arbeiten deine Kinder?

Ich gehe so vor:

1. Schritt: Zunächst sollen die Kinder ein sicheres Gespür für die regelhafte Laut-Buchstaben-Zuordnung bilden. Hierfür nutze ich den Modellwortschatz Teil 1. Dieser Teil des Modellwortschatzes enthält nur Wörter mit regelhaften Laut-Buchstaben-Zuordnungen. In diesem Sinne sind es lauttreue Wörter.

2. Schritt: Wenn die Kinder den Lernbereich wechseln, ergänze ich die Wörterkarten der Modellwortschatzes Teil 1 durch Wörter mit Silben trennendem h und vokalischem r (Lernbereich LD) aus dem Modellwortschatz Teil 2 (Wörterkarten Nr. 321 bis 400). Die Lernbereiche auf der Lautebene schließe ich dann mit Übungen zur Textkorrektur (Lernbereich KL) ab.

3. Schritt: Nun lasse ich die Kinder selbst entscheiden, ob sie mit den Übungen zur Kennzeichnung des kurz oder lang gesprochenen Vokals (Lernbereich LV) oder mit der Bestimmung der Wortart (Lernbereich WA) und der Ableitung von Wörtern (Lernbereich WU) weiter arbeiten wollen.

Schritt 3 a: Für den Lernbereich LV ergänze ich den Wortschatz der Kinder mit den Karteikarten Nr. 401 bis 560 aus dem Modellwortschatz Teil 2. Die Ableitungswörter (Glas und Gras) kommen hier nicht vor. Das von dir geschilderte Problem kann also nicht entstehen. Die Kinder arbeiten danach mit dem Lernbereich WU weiter (Schritt 4a).

Schritt 3 b: Wenn ein Kind nicht mit dem Lernbereich LV sondern mit WU weiterarbeiten möchte ergänze ich den Wortschatz der Kinder (bisher LB = Nr. 1 bis 320 und LD = Nr. 321 bis 400) um die Wörter mit Auslautverhärtung und Umlautbildung (Lernbereich WU, Wörterkarten Nr. 561 bis 632). In diesem Teil kommen auch die Wörter Glas, Gras und Hals vor. Die Kinder lernen, Kontrollwörter zu bilden (also Gras – Gräser, Glas – Gläser, Hals – Hälse). Mit dieser Technik können sie sich die Schreibung am Wortende sicher erschießen.

Schritt 4b: Wechseln das Kind nun nach der Bearbeitung der Lernbereiche WA und WU in den Lernbereich LV, ergänze ich den Wortschatz des Kindes (bisher Nr. 1 bis 400 und 561 bis 632) um die LV-Wörter (Nr. 321 bis 400). Nun hat das Kind in seinem Übungswortschatz für den Lernbereich LV auch die WU-Wörter. Allerdings kennt das Kind nun bereits die Technik der Bildung von Kontrollwörtern und hat somit eine Lösung, für das von dir geschilderte Problem.

Nun noch einmal zu deinem Problem:

Ich habe seinerzeit den Modellwortschatz als einen aufbauenden Wortschatz entwickelt. Das bedeutet, dass für die Bearbeitung alle Lernbereiche unterhalb bearbeitet sein müssen.

Wie du ganz richtig beschreibst taucht das Problem dann auf, wenn für die Übungen zum langen/kurzen Vokal Wörter verwendet werden, die eine Nummerierung oberhalb von 560 haben. Bei Wörtern mit einer Nummerierung unterhalb von 401 habe ich bei kritischen Wörtern den Lernbereich LV nicht angegeben, so z. B. bei Maus (Nr. 62) oder Haus (Nr. 63).

Deine vorgeschlagene Lösung, auf der Vorderseite der Karteikarte die Markierung LV blass zu drucken, leuchtet mir für deine Vorgehensweise ein. Allerdings habe ich bisher die blasse Markierung der Lernbereiche dafür genutzt, Besonderheiten zu kennzeichnen (z. B. im Lernbereich WU die unregelmäßigen Verben). Aber das ist ja nicht in Stein gemeißelt. Ich werde den Verlag bitten, deine Anregung bei einer Neuauflage zu berücksichtigen.

Viele Grüße

Norbert

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 03.07.2017 21:16
 

Lieber Norbert,

Asche auf mein Haupt. Ich habe die LV-Regeln mit dem gesamten MWS 2 bearbeiten lassen und mich eben auf den LV-Aufdruck auf der Vorderseite bezogen. Deinen Schritt 3a habe ich nicht beherzigt. Ab sofort weiß ich ja, wie´s ganz richtig geht. Man lernt doch immer noch etwas dazu.....Oder wie einer meiner Schüler neulich sagte "Es geht immer noch ein bisschen besser!"

Herzliche Grüße

Doris

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