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 01.07.2019 15:00
 

Lieber Graf Ortho

Ich bin zwar kein Kind, arbeite aber als Lehrerin mit vielen Kindern. Im Buch "Rechtschreiben lernen mit Modellwörtern" steht, dass es zur korrekten Rechtschreibung eine Motivation der Kinder für die Rechtschreibung braucht. Diese Motivation möchte ich wecken. Ich habe im Internet nach kindgerecht erklärten Gründen für das "korrekte" Schreiben gesucht, bin aber kaum fündig geworden. Sind die folgenden die einzigen Argumente?

-Eine einheitliche Schrift erleichtert die Lesbarkeit.

-Es wirkt schlichtweg unprofessionell später im Beruf, wenn man zu viele Fehler macht.

Ich verstehe die Kinder, wenn sie sagen, man versteht sie auch, wenn "fuzbal" oder "Farad" irgendwo steht... Hast du noch ein paar Argumente für mich?

Liebe Grüsse

Sara

neuer Beitrag
 04.07.2019 13:29
 

Liebe Sara,

du hast schon zwei gute Gründe genannt: Der erste Grund ist die wichtigste Bedingung dafür, dass es überhaupt verbindliche Rechtschreibregeln gibt.

Natürlich sind Erklärungen und Argumente wichtig. Zum Aufbau einer intrinsischen Motivation reicht das aber in der Regel nicht. Sehr viel wirksamer ist es, wenn ich als Schüler(in) selbst erlebe, dass es für mich sinnvoll oder vorteilhaft ist, wenn ich mich an vereinbarte Schreibregeln halte (halten kann). Hierfür habe ich mir im Unterricht immer wieder kleine „Experimente“ ausgedacht.

Beispiel: Ich habe einen kurzen Text eines Kindes so abgeschrieben, dass meine Schrift kaum bis gar nicht zu entziffern war. Dann habe ich die Schüler(innen) aufgefordert, den Text zu lesen. Das war in der Regel nicht möglich. Warum? > Nur wenn ich lesbar schreibe macht das Schreiben einen Sinn. Den gleichen Text habe ich dann lesbar, aber mit vielen Verstößen gegen die Rechtschreibregeln aufgeschrieben. Wieder sollten die Kinder den Text lesen. Die Erfahrung war dann, dass das Lesen recht mühsam und der Text oft missverständlich war. Warum? > Wenn jeder die Schreibung immer wieder neu „erfindet“, ist es schwierig einen Text schnell zu lesen und zu verstehen. Nun haben die Kinder den gleichen Text in lesbarer Schrift und korrekter Rechtschreibung bekommen. Jetzt fiel es den Kindern leicht, den Text schnell zu lesen und richtig zu interpretieren. Die Kinder konnten in den folgenden Gesprächen meist sehr gut ihre Erfahrungen und den Sinn des lesbaren und an Vereinbarungen orientierten Schreibens beschreiben.

Mit älteren Schüler(innen) habe ich fiktive Facebook-Beiträge aufgeschrieben. Eine Gruppe bekam die Texte mit korrekter Rechtschreibung, die andere Gruppe etwa so: „Ich vlige morgen nach Malle in den Uhrlaup.“ oder „Solen wir uns häute im parck Träfen?“. Die Kinder sollten hierzu Antworten formulieren. Anschließend haben wir die Antworten verglichen.

Liebe Sara, lass dir etwas einfallen, was zu deinen Schüler(innen) passt, irgend ein Experiment in dem sie selbst erleben können, warum es nützlich ist, sich an orthografische Prinzipien zu halten. So etwas ist viel wirksamer als lange Erklärungen oder ausgefeilte Argumente.

Viele Grüße

Norbert

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