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 04.04.2008 14:50
 

Liebe Kollegen!

Auch ich schaue mir diese Diskussion seit geraumer Zeit an und finde dieses Wunderpunktgefasel auch mehr als unsachlich.

Mir geht es um das Lernen des Kindes und darum, eine höchst mögliche Differenzierung im Unterricht verwirklichen zu können. Ich arbeite in einer Brennpunktschule mit einer Reihe von Kindern mit Migrationshintergrund. Ich habe mit der RSW die Möglichkeit, sowohl meine Hochbegabten und Springer-Kinder zu fordern als auch die langsamer lernenden Kinder sowie DaZ-Kinder zu fördern. Diese Möglichkeit sehe ich bei einem Lehrwerk, mit dem ich mit allen Kindern zur selben Zeit das gleiche mache, nicht. Ich habe auch kein Lehrwerk gefunden, mit dem ich so leicht die Lernstände meiner Kinder diagnostizieren und sowohl für Eltern als auch für die Kinder verständlich machen kann. Alle Kinder sind motiviert und auf dem Weg gute Rechtschreiber zu werden. Und das nicht, weil sie nachmittags stundenlang Rechtschreiben pauken, sondern weil sie im Unterricht von sich aus motiviert sind und durch effiziente Methoden verantwortungsbewusst selbstständig lernen.

Ich arbeite jetzt im 9. Jahr mit den Materialien der RSW und klar ist, dass ich nur deshalb erfolgreich damit arbeiten kann, weil ich mich ganz intensiv damit auseinandergesetzt, mich mehrfach fort- und weitergebildet und ganz viel über Rechtschreibung und das Lernen an sich gelernt habe.

So, und jetzt freue ich mich darauf, ein Diagnosediktat auszuwerten, da die Fortschritte der Kinder nicht nur mich, sondern in erster Linie meine Kinder motivieren, und die sind schon ganz heiß auf die nächste Auswertung.

Was das mit Verdummung zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.

Viele Grüße.

Jenny

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 04.04.2008 17:14
 

Hallo Jenny,

du sprichst mir einfach aus allen Ecken meines Herzens!!!!!!!!!!

Liebe Grüße aus Straelen

Gabi

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 04.04.2008 17:41
 
 bearbeitet durch anonymous  am 04.04.2008 17:49:06
Hallo Jenny,
mich würde folgender Punkt genauer interessieren: Sie sagen, dass Sie umfangreiche Erfahrung mit der RSW-Methode haben. Der Hinforscher ManfredSpitzer sagt, dass sich Kinder immer Regeln machen, für alles, was sie lernen. Nun stellt sich die RSW-Methode für mich so dar, dass die Kinder zunächst einmal schreiben dürfen, wie sie wollen, eine Korrektur des Geschriebenen soll, laut Klassenlehrerin, auch durch die Eltern unterbleiben, um den Kindern den Spaß am Schreiben nicht zu nehmen. (Wir korrigieren trotzdem). Gehe ich nun nach der Hirnforschung, so bedeutet das, dass sich Kinder bzgl. der Rechtschreibung falsche Regeln einprägen würden. Ist es nicht anschließend eine umso größere Schwierigkeit, die bislang falsch geschriebenen Wörter und in falscher Weise eingeprägten Wörter auf einmal zu korrigieren? Tut man dem jungen Kindergehirn nicht Gewalt an, wenn neurologische Verknüpfungen später wieder aufgebrochen werden müssen, damit sich das Kind die richtige Schreibweise einprägt?

Grüße
2day
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 04.04.2008 21:28
 
 bearbeitet durch MarieFeM  am 04.04.2008 21:31:13

Hallo 2day,

Sie schreiben: "Nun stellt sich die RSW-Methode für mich so dar, dass die Kinder zunächst einmal schreiben dürfen, wie sie wollen, ..."

Zu vielen Ihrer Fragen - und auch zu dieser "falschen Wahrnehmung" - gibt es im Diskussionsteil (http://www.rechtschreib-werkstatt.de/diskussion/html/kritik.html) dieser Internetseite schon ausführliche Antworten.

Grüße

Marie

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 05.04.2008 10:20
 
Hallo Marie,
das, was dort steht, widerspricht meinem Eindruck nicht. Denn erst im 2. oder 3. "Zimmer" werden die "Kompetenzen erweitert". Wenn ich mir anschaue, wie Erstklässler schreiben und es offenbar typisch ist, dass sie Vokale weglassen, dann ist es zu spät, wenn man das erst zulässt und zeitlich viel später erst korrigiert. Ich frage mich, warum eigentlich niemand sonst den Aspekt des effektiven und effizienten Lernens beachtet. Das bedeutet nämlich auch, dass man verschiedene "Kompetenzen" zeitgleich vermitteln kann und z.B. den kurzen Vokal, den man spricht, direkt in offizielle Regeln übersetzen kann. Nachdem wir unserem Sohn das immer wieder erklärt haben, kann er die Regel der Konsonantenverdopplung mittlerweile anwenden, etlichen Klassenkameraden ist diese Regel noch unbekannt. Nach meinen Erfahrungen gibt es übrigens zahlreiche Eltern, die daheim die Rechtschreibung korrigieren. Vor allem wurde das bei den Kindern gemacht, die heutzutage erfolgreich schreiben können. Diese Eltern haben sich nicht getraut und trauen sich auch jetzt nicht, dies den Grundschullehrern mitzuteilen.

Unser Sohn verliert zur Zeit die Lust daran, den "Hör-Schreib-Seh-Pass" weiter zu bearbeiten. Er kann ja eigentlich auch schon alle Buchstaben, muss aber dennoch alle fehlenden Buchstaben durcharbeiten und diese stupiden Übungen abhandeln. Ihm fällt schon selbst auf, dass es während dieser Übungen sehr laut in der Klasse zugeht und kommt anschließend sehr genervt nach Hause, weil er nicht das geschafft hat, was er eigentlich schaffen wollte. Als Folgerung ergibt sich für uns daraus, dass wir die entsprechenden Übungen zu Hause mit ihm machen. Hier wird also erneut eine Aufgabe der Grundschule in das Elternhaus ausgelagert, weil die Grundschule bestimmte Dinge einfach nicht mehr leisten kann.

Grüße
2day
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