Hallo Jörg,
es ist schön, von dir zu hören. Was leistet die Korrekturkarte? Die Kinder konzentrieren sich einmal mit Hilfe der Karte in der Regel auf ein Wort, eben auf einen (Satz)Ausschnitt. Damit erreichen sie das Ziel, einem Schwerpunkt innerhalb eines Satzes nachzugehen.
Nun habe ich mir mal das Inhaltsverzeichnis von Ordner 2 Primastufe angesehen. Bei der Textkorrektur gehst du verschiedenen Satzzeichen, dem Akkusativ und dem gesamten Kasusbereich nach. Wenn du hier wieder die Korrekturkarte anlegst, dann würden die Kinder bei D/KS 1 z. B. lesen: ". eingeladen - Geburtstag - seinen - zu - mir - hatte - Kumpel - Mein" - und kämen zu dem Ergebnis, dass die Schreibung aller Wörter - für sich genommen - vollkommen richtig ist! Das können die Kinder sehr gut herausfinden.
Was muss ich stattdessen tun? Auf dieser Ebene sind Korrekturen vorzunehmen, die mir nur gelingen, wenn ich den gesamten Satz, manchmal sogar noch die folgenden Abschnitte in den Blick nehme. Um die Aktanten ("Mitspieler") zu dem Verb e i n l a d e n (D/ KS1, Aufgabe 1, Zeile 2) zu entdecken, muss ich den Satz im Blick haben. Das gelingt mir doch aber nur, wenn die Karte die anderen Wörter nicht verdeckt.
"Lies den Text mit Verstand von vorne nach hinten durch." - steht in der Aufgabenstellung. Dazu können die Kinder die Karte nehmen, zur Leseführung, wenn sie denn notwendig ist. Damit hätte die Karte an dieser Stelle eine dienende Lesefunktion.
Aus meiner Sicht sind daher auch die Aufzählungen auf der neuen Korrekturkarte (SA, SZ, WA, WZ, WU, LV, AF) auch - von LV, WA, WU und AF abgesehen - eher als Schrittfolge zu sehen, was überhaupt korrigiert werden kann. Herzliche Grüße an dich
Anne
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