Hallo Gabi,
so, nun traue ich mich, etwas von meinen allerersten Erfahrungen mit dem Anfangsunterricht nach der RSW zu berichten. Ich habe Ende April an der Fobi in Straelen teilgenommen.
Inzwischen bin ich entspannt und begeistert darüber, wie gut die Kinder mit dem Arbeiten in der "Buchstabenwerkstatt" und dem Eintragen im HSS-Pass zurechtkommen. Sie freuen sich über ihren individuellen Weg und ihre Fortschritte.
Es ist mir bis zu den Herbstferien schwer gefallen, die Werkstatt freizugeben. Deshalb habe ich erstmal einige Buchstaben nacheinander eingeführt und die Übungen zum Hören-Schreiben-Sehen gemeinsam mit allen geübt. Der Umfang, was und wieviel zu jedem Buchstaben geübt werden muss, erschien mir für die meisten Kinder unübersichtlich zu sein. Dann das Eintragen im Pass!
Inzwischen kommen die stärkeren sehr gut zurecht, die schwächeren Kinder brauchen noch gezielt Hilfe. - Vielleicht habe ich beim nächsten Mal mehr Mut und traue den Kindern sehr viel früher zu, loszulegen.
Es ist für mich einfach eine tolle Erfahrung, wie selbstständig und verantwortungsvoll die Kinder mit dem Lernen umgehen. Die Hausaufgaben ergeben sich auch aus ihrer Arbeit in der Schule. Sie nehmen sich ganz individuell Arbeit mit nach Hause. Einige brauchen dabei Tipps. Das besprechen wir zur Zeit noch gemeinsam. Am nächsten Tag wird dann die Hausaufgabe im Pass notiert, so dass die Kontrolle durch mich eine ganz andere Rolle spielt.
Die ersten Kinder lesen! Einige in der Lesetruhe, mit den Lese-Mal-Karten oder "nur" einfache Wörter mit Anlautbildern zur Unterstützung.
Die Schreibkompetenzen sind auch ganz unterschiedlich entwickelt. Manche schreiben ganze Sätze, Wörter oder auch nur den Anlaut zu Bildern.
Ich führe, anders als vielleicht gedacht, jede Woche einen Buchstaben mit seiner Lautung (Lautgebärde, Mundmotorik) ein. Ich habe dann meist aus der "Hamsterkiste" Anlautbilder vorliegen, die Gesprächsanlass geben und den Wortschatz erweitern. Wir besprechen und zeigen, wo der Buchstabe in der dreifach Lineatur "wohnt". Dann wird er auch im "Schönschreibheft" (3fach Lineatur) geübt, anfangs auf Blankopapier. Aber ich habe festgestellt, dass selbst Kinder mit feinmotorischen Defiziten mit den großformatigen Schreibübungen nicht gut zurecht kamen. Inzwischen bevorzugen sie auch die mittelgroßen Linien in den Schreiblernheften. In der Regel lernen die Kinder direkt beide, zuerst den kleinen dann den großen Buchstaben, kennen. Das hat natürlich zur Folge, dass Kinder dabei sind, die den Buchstaben schon geübt haben oder gerade dabei sind. Ich hatte allerdings noch nicht den Eindruck, dass sie die gemeinsame Besprechung zum Buchstaben der Woche stört oder dass sie gelangweilt sind.
Zwischendurch schreiben mir die Kinder ihren Buchstaben, den sie geübt haben, vor (1 Zeile abwechselnd den kleinen und großen Buchstaben). Erst dann, wenn er sicher in die dreifach Lineatur geschrieben werden kann, suchen sie sich einen neuen Buchstaben aus.
Was meinst du zu diesen zusätzlichen Übungen bzw. Kontrollen?
Herzliche Grüße,
Birgit