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 08.08.2008 15:02
 

Hallo, ich unterrichte in einem dritten Schuljahr in einer kleinen Schule in Rheinland-Pfalz. Nun stellt sich nach Rechtschreibwerkstatt im Anfangsunterricht das Problem der Leistungsbewertung. Hierzulande ist es noch immer vorgeschrieben - nach meinem Wissen und nach Wissen unserer Schulleitung - dass Kinder auch im Bereich Rechtschreiben eine festgelegte Anzahl an Klassenarbeiten schreiben müssen, die dann natürlich benotet werden. Es gibt lediglich die Möglichkeit, alternative Formen zum üblichen Hördiktat zu schreiben. Dennoch passt diese Art der Leistungsberwertung nicht zur Rechtschreibwerkstatt. Nun stellt sich die Frage, wie vorzugehen ist. Ich kann ja nicht gut Rechtschreibwerkstatt auf einer Seite und diverse Diktatformen zur Bewertung auf der anderen Seite machen. Dadurch ergibt sich alleine schon ein zeitliches Problem. Diktatformen, die alle Kinder mit gleichem Anspruchsniveau schreiben müssen, müssten ja auch geübt werden.

Das Ganze ist natürlich auch ein rechtliches Problem. Müssen wir wirklich einzelne Noten geben, die arithmetisch gemittelt werden? Noten sind juristisch anfechtbar. Daher brauchen wir eine (juristisch) sichere Argumentationsgrundlage, wenn Noten hinterfragt werden.

Der neue Lehrplan/Rahmenplan Deutsch schweigt sich zur Leistungsbewertung noch aus.

Ich weiß. dass es viele Schulen in Rheinland-Pfalz gibt, die nach der Methode arbeiten. Wie wird das mit den Noten denn dort gehandhabt? Welche Schulen sind das?? Ich hätte gerne Kontakt.

Für schnelle Antworten wäre ich sehr dankbar. Das Thema wird neuerdings bei uns sehr intensiv und kontrovers diskutiert. ES wäre schade, wenn ich aus rechtlichen Gründen nicht mehr bei der Methode bleiben dürfte.

Viele Grüße!

Keho

neuer Beitrag
 08.08.2008 17:24
 
 bearbeitet durch Samy  am 14.08.2008 19:54:04

Hallo Keho!

Wir arbeiten an unserer Schule (RLP) seit 4 Jahren mit der RSW. Wir sind zwar in vielen Bereichen recht fortschrittlich, aber unsere Rechtschreibarbeiten bestehen bisher nur aus Diktaten. Diese erstellen wir nicht selbst, sondern nehmen 4 Diagnosediktate im Jahr, die wir im 4. Schuljahr z.T. wg. der Anzahl der Wörter ergänzen (die Ergänzung sollte möglichst am Schluss stehen und zählt nur für die Note mit, auf keinen Fall für die Diagnose). Die restlichen 6 Diktate wählen wir aus Abschreibtexten aus. Unsere Diktate sind immer unbekannt bzw. ungeübt, d.h. die Kinder erhalten im voraus weder Lernwörter noch den Text. Das ursprünglich sehr strenge Benotungsraster haben wir daher etwas gelockert. Wir (Stufenteam) wählen einen Abschreibtext aus dem Lernbereich, der dem durchschnittlichen Leistungs- und Anforderungsniveau der Klasse entspricht. Kinder, die laut Fördererlass gefördert werden und keine Note bekommen, erhalten immer einen AT aus ihrem Lernbereich.

Unter jedem Diktat klebt ein Abschnitt, der die Tabelle von den Diagnosediktaten sowie einen Hinweis darauf erhält, welche Verschreibungen (z.B. UW, LB, ...) für die Note berücksichtigt wurden. Welche Verschreibungen wir für die Note werten, wird vor den Diktaten im Stufenteam festgelegt (nach versch. Kriterien, kann auch in einzelnen Klassen mal unterschiedlich sein). Im Hinblick auf Einsprüche der Eltern dürfen wir nicht jeden Fehler zählen, sondern nur die Wörter mit Verschreibungen. Hat ein Kind zwei LB-Fehler in einem Wort, so zählt das als 1 Fehler. Hat ein anderes Kind in zwei Wörtern jeweils einen LB-Fehler, so zählt das als 2 Fehler. Finde ich nicht gerecht, aber unser Chef meinte, dass Eltern gegen eine Wertung von zwei Verschreibungen in einem Wort als 2 Fehler vor Gericht gute Chancen hätten. Diagnosediktate werden ja auf Zettel geschrieben und nicht mit nach Hause gegeben. Daher kleben die Kinder bei den Diagnosediktaten nur den Abschnitt mit Anzahl der Fehler und der Note ins Diktatheft ein.

Unsere Rechtschreibnoten setzen sich aber nicht nur aus dem Mittel der Diktatnoten zusammen, sondern berücksichtigen auch die Arbeit mit der Rechtschreibwerkstatt (wie wendet das Kind die Methoden an, wie selbstständig ist es, wie ist die Rechtschreibung z.B. bei den Hausaufgaben, ...).

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen. Wir fahren an unserer Schule recht gut damit.

Viele Grüße

Sandra

Unsere Schulleitung geht davon aus, dass die neue Regelung zur Leistungsmessung im 2. Halbjahr in Kraft tritt. Ich hoffe, es trifft zu!

14.08.: Jetzt dürfen bzw. sollen wir die neuen Regelungen schon ab sofort anwenden! Wir sind begeistert, denn zu diesem Zeitpunkt haben wir nicht damit gerechnet. Wir haben erst einmal unsere geplanten Klassenarbeitstermine gestrichen und umgeplant!

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