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 02.10.2012 14:11
 
 bearbeitet durch straightfragile  am 02.10.2012 15:01:11

Hallo,

ich werde die RSW demnächst das erste Mal verwenden, korrigiere deshalb gerade das erste Diktat 1 und habe noch Zuordnungsschwierigkeiten bei einigen Fehlern. Ich habe bei vielen eine Idee, bin mir aber noch unsicher, weshalb es schön wäre, wenn ich zu meinen Gedankengängen eine Rückmeldung bekommen könnte. : )

Hier die Fehler, die ich noch nicht zuordnen kann, samt meiner Ideen:

baidis statt beides - AF (ai) und LB (i)

Klopuss statt Globus - LB (K) und WU (GloBen) und AF (ss)

versiedenenen statt verschiedenen - LB (sch) und LB (en)

America statt Amerika/Continente statt Kontinente - AF

Glohbus statt Globus - LV oder AF?

hab statt habt - LD

eimmal statt einmal - LB

erkänen statt erkennen - AF (ä) und LV (nn)

iher statt ihr - LD

viendes statt findest - AF (v) und LV (ie) und LB (t)

meuchtest statt möchtest - LB

möschtest statt möchtest - LB

woh statt wo - LV oder AF

Und dazu noch zwei andere Fragen:

Zählen nicht gesetzte Satzschlusszeichen und daraus resultierend klein geschriebene Satzanfänge doppelt, also als zwei Fehler oder gibt es so etwas wie Folgefehler?

Und was mache ich mit Kindern, die ein Diktat ohne Fehler geschrieben haben? Ich dächte irgendwo gelesen zu haben, dass die Diktate nicht unbedingt einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad haben. Es macht also wenig Sinn, mir ein "späteres" Diktat rauszusuchen und erneut auf Fehlersuche zu gehen, richtig? Wie verfahre ich dann mit diesen Kindern? Ich bezweifel ein bisschen, dass sie nichts mehr zu üben haben (Jahrgangsstufe 4-6), weiß aber nicht genau, wie ich jetzt weiter verfahren sollte.

Vielen Dank und mit freundlichem Gruß

Insi

neuer Beitrag
 16.10.2012 01:11
 

Liebe Insi,

deine Ideen zu den Verschreibungen der Kinder sind schon gut. Da hat du ganz schön harte Nüsse herausgesucht. Bei vielen sind auch mehrere Markierungen möglich. Hier kommt es auf das Kind an und darauf, in welchen Bereichen die weiteren Verschreibungen liegen.

Hier meine Ideen:

 

  • baidis statt beides - AF (ai) und LB (i)
    • "ai" = LB, da die regelhafte Laut-Buchstaben-Zuordnung (=LBZ) "ei" ist und dies vom Kind nicht erkannt wurde
    • "i" = LB (Begründung wie oben)
  • Klopuss statt Globus - LB (K) und WU (GloBen) und AF (ss)
    • "K" = LB, da das <g> hörbar und die regelhafte LBZ ist
    • "p" = ebenfalls LB, weil hörbar <b>
    • "ss" das ist sehr klug, hier müsste ja nach kurzem Vokal der Doppel-Konsonant folgen, da es jedoch ein Fremdwort ist, gilt diese Regel nicht, daher AF
  • versiedenenen statt verschiedenen - LB (sch) und LB (en)
    • "s" = LB, da regelhaft "sch" geschrieben wird
    • "nenen" = LD, da die sprachliche Durchgliederung nicht korrekt wiedergegeben wurde, es wurden mehr Laute verschriftet als bei normalem Sprechen des Wortes hörbar wäre
  • America statt Amerika/Continente statt Kontinente - AF
    • Hier notiere ich für alle Verschreibungen AF
  • Glohbus statt Globus - LV oder AF?
    • Der lang gesprochene Vokal wird in der Regel nicht gekennzeichnet, daher LV. Da es sich um ein Fremdwort handelt ist aber auch AF möglich
  • hab statt habt - LD
    • ja, LD, da hier ein hörbarer Laut ausgelassen wurde
  • eimmal statt einmal - LB
    • LB ist möglich, es kann aber auch WZ markiert werden, wenn der Schüler sonst keine Verschreibugen im LB-Bereich macht.
  • erkänen statt erkennen - AF (ä) und LV (nn)
    • "ä" = LB, da regelhaft der <ä>-Laut mit dem Buchstaben "e" abgebildet wird. Wenn keine Verschreibungen im LB-Bereich, dann kann auch LV markiert werden, da diese regelhafte LBZ nur für kurz gesprochene <ä>-Laute gilt.
    • "n" = LV
  • iher statt ihr - LD
    • Gar nicht so schlecht diese Schreibweise. Nach dem <i> ist am Ende ein "Scha-Laut" (auch ein Vokal) zu hören. Regelhaft ist: Wenn auf einen Vokal ein Endungsvokal folgt, so trennen wir beide durch ein <h> (wie z. B. bei "gehen"). Kurz: Du kannst LD markieren, wenn keine Verschreibungen auf der Lautebene dann besser AF
  • viendes statt findest - AF (v) und LV (ie) und LB (t)
    • "v" = LB, da regelhaft der <f>-Laut mit "f" verschriftet wird
    • "ie = LV, da kurz gesprochener Vokal, der niemals mit "ie" verschriftet wird
    • (t) = LD, da hörbarer Laut ausgelassen wurde; wenn keine Verschreibungen auf der Lautebene, dann kann das auch als eine grammatische Verschreibung, also SA, gewertet werden; das finden wir häufig bei Kindern, die in einer anderern Muttersprache augewachsen sind.
  • meuchtest statt möchtest - LB
    • "eu" = LB, da <ö>-Laut regelhaft mit "ö" verschriftet wird
  • möschtest statt möchtest - LB
    • "sch" = LB (Begründung s. o.)
  • woh statt wo - LV oder AF
    • Ich tendiere zu LV, da die regelhafte Schreibung des lang gesprochenen Vokals ohne "h" ist

Zu den weiteren Fragen:

  • Punkt und großer Buchstabe am Satzanfang gehören für mich zusammen. Daher markiere ich hier nur einmal SZ
  • Diesen Kindern würde ich ein Diktat aus der Serie D bis F zur  Verfügung stellen. Besonders geeignet sind hier auch die Audio-Dikate. Die ermöglichen es dir, dass die Kinder
  1. ein Diktat dann schreiben können, wenn sie genug gelernt haben und weiterkommen möchten und
  2. die Diktate in der Schwierigkeitsstufe leichter an die Kompetenzstufe des einzelnen Kindes angepasst werden können.

Die differenzierten Diktate und den Schulzugang zu den Online-Audio-Diktate findest du im Materialpaket "Rechtschreibalyse und Beratung". Hier findest du in dem Heft "Qualitative Textanalyse" auch differenzierte Hinweise zur weiteren Auswertung der Texte der Schüler(innen).

Viele Grüße

Norbert

neuer Beitrag
 29.10.2012 20:04
 

 

Hallo,

vielen vielen Dank für die ausführliche Antwort! : ) Ich starte langsam mit der RSW und werde diese Woche die Abschreibtexte einführen. 

Da ich noch dabei bin, mich durch die Materialberge in der Schule zu wühlen, habe ich bei den Kindern ohne Fehler im Diktat einfach in Texte des freien Schreibens geschaut - und bin fündig geworden. 

Wenn ich erst einmal sicher im Ablauf und den Methoden bin, kann ich mich auch solche Sachen wie Online- und/oder Audio-Diktate machen. Ich glaube, für den Einstieg ist es sinnvoller, erst einmal allen Kindern Methode für Methode näher zu bringen...

Vielen Dank noch einmal und mit freundlichem Gruß

Insi

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