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neuer Beitrag
 29.08.2008 17:42
 

Hallo,

eine befreundete Gesangsprofessorin machte mich auf folgendes Vokallautphänomen aufmerksam und wollte eine Antwort. Vielleicht bekomme ich in diesem Forum die entsprechende Hilfe?

Nur der Vokal "U" hat bei nachfolgenden Konsonanten "ch" eine andere Lautung als bei nachfolgenden "cht". Bei allen anderen Vokalen ist der Klang gleich. Beispiele:  nach - Nacht; noch -Docht; Pech - Recht; mich - Sicht. Nur beim "U" gibt es diesen Unterschied in der Lautgebung: suchen - Sucht; Buch - Bucht. Gibt es dafür eine Erklärung?

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 31.08.2008 14:15
 
Hallo Walter Theil,

es kann gut sein, dass ich den Kern Ihrer Frage noch nicht ganz verstanden habe. In der folgenden Tabelle habe ich Ihre Beispiele aufgelistet, um die Nuss zu knacken.

 

 

a

e

i

o

u

-ch

nach

langes a [a:]

 

 [na:x]

Pech

kurzes offenes e [ɛ]

 [pɛç]

 

mich

 kurzes offenes i [ɪ]

  [mɪç]

 

noch

kurzes offenes o [ɔ]

[nɔx]

Buch

langes geschlossenes u [u:]

[bu:x]

-cht

Nacht

 kurzes [a]

 [naxt]

 

Recht

 kurzes offenes e [ɛ]

 [rɛçt]

 

 

Sicht

 kurzes offenes i [ɪ]

[zɪçt]

 

Docht

 kurzes offenes o [ɔ]

[dɔxt]

Bucht

 kurzes geschlossenes u [ʊ]

[bʊxt]

 

Damit alle Vokale auf einen Länge bzw. Kürze gebracht werden, somit in allen Bereichen kurze Vokale stehen, habe ich die Tabelle so verändert:

 

 

a

e

i

o

u

-ch

wach

 kurzes a [a]

 

 [vax]

Pech

kurzes offenes e [ɛ]

 [pɛç]

 

mich

 kurzes offenes i [ɪ]

 [mɪç]

 

noch

 kurzes offenes o [ɔ]

 [nɔx]

Huch!

kurzes geschlossenes u [ʊ]

 [hʊx]

-cht

Nacht

 kurzes [a]

 

 [naxt]

 

Recht

 kurzes offenes e [ɛ]

 [rɛçt]

 

 

Sicht

 kurzes offenes i [ɪ]

 [zɪçt]

 

Docht

 kurzes offenes o [ɔ]

 [dɔxt]

Bucht

 kurzes geschlossenes u [ʊ]

[bʊxt]

 

Was hat der Vokal u bei nachfolgendem „ch“ nun, was die anderen Vokale nicht haben? Helfen Sie mir auf die (musikalischen) Sprünge.

Mit herzlichen Grüßen

ANNEK

neuer Beitrag
 11.09.2008 19:35
 

Hallo Annek,

danke für die Antwort und für die Mühe bei der Erstellung der Übersicht.  Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. E s ist so:Der Vokal u klingt bei nachfolgenden "ch" anders als bei "cht". Also " Tuch" klingt anders als "Flucht". Das jedenfalls meint Frau Professor Julie Kaufmann herauszuhören. Das ist bei " Krach" - "Nacht" ; "Koch" - "Docht"; "Stich" - " Pflicht" ; "Blech"- "Specht" nicht der Fall. Mir scheint, es ist abhängig davon, ob der entsprechende Vokal lang- oder kurzbetont wird. Bei a,e,i,und o fallen mir keine Beispielwörter mit langbetontem Vokal vor "ch" ein. Höchstens Gemach oder Schmach bei "a".

Nochmals danke und beste Grüße

Walter Theil

neuer Beitrag
 11.09.2008 22:56
 

Hallo Walter,

nein, Sie haben sich nicht unklar ausgedrückt. Es ist alles in Ordnung: Natürlich klingt das u in "Tuch" anders als in "Flucht". Da gehe ich mit Ihnen mit, weil die Länge der Vokale (siehe Buch und Bucht in der Tabelle) unterschiedlich ist.

Die anderen Beispiele (Krach-Nacht, Koch-Docht, Stich-Pflicht) habe ich mir im Aussprachewörterbuch Duden noch einmal angesehen. Leider (?) werden die Vokale in den Paarbeispielen identisch gesprochen. Gibt es hier vielleicht beim Singen eine andere Färbung, die wir bei Sprechen nicht wahrnehmen?

Graf Ortho könnte uns helfen, Wörter mit langem e, i und o vor ch zu finden. Das wäre prima. Für das lange a vor ch haben Sie ja selbst schon Beispiele gefunden.

Mit herzlichen Grüßen

ANNEK

 

 

 

neuer Beitrag
 13.09.2008 11:09
 
 bearbeitet durch Gerd_Kruetzmann  am 23.09.2008 21:39:59
Hallo Walter,



in den Ausführungen zum Lernbereich LV (Kennzeichnung des langen und kurzen Vokales) steht die nähere Erläuterung dazu. Ich versuche (womit wir schon beim Thema sind) das einmal kurz zusammenzufassen.



Das heutige ch entwickelte sich aus dem lateinischen c für unseren [k]-Laut und der altdeutschen Schreibung mit h. Bei den langen Vokalen entwickelte sich
das ch aus dem k über das h. Der lange Vokal [u:] veränderte sich zum [au]. Vom Ursprung wurde das lang gesprochene [uo] diphthongisch als [u-o] gesprochen und erst später zu einem lang gesprochenen [u:] entwickelt. "Daher haben wir wir heute vor dem ch immer nur kurze Vokale und Diphthtonge. Nur das u sprechen wir vor ch lang, weil es früher auch ein Diphthong ([u-o]) war."

Dies ist sehr verkürzt dargestellt. Ausführlicher findest du die Informationen im Begleitmaterial zum Lermbereich LV auf Seite LV02/10.

Schöne Grüße aus Münster
Gerd

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